Streitkräftebasis

Soldaten unterstützen Task Force in Hessen

Soldaten unterstützen Task Force in Hessen

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Datum:
Ort:
Wiesbaden
Lesedauer:
4 MIN

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen: In Hessen heißt diese Maßnahme „Task Force Koordinierung Beschaffungsmanagement und Verteilung“. Seit Ende März kümmern sich auch fünf Soldaten darum, medizinische Schutzausrüstung zu beschaffen und hessenweit zu verteilen. 

Blick in eine Lagerhalle, vorne im Bild zahlreiche Paletten mit Kartons

Blick in eines der hessischen Lager. Von hier aus wird die persönliche Schutzausrüstung an sieben koordinierende Krankenhäuser und sechs Verteilzentren in sechs Versorgungsgebieten in Hessen verteilt.

Innenministerium Hessen

Atemschutzmasken, Schutzanzüge, Handschuhe, Abstrichröhrchen und Desinfektionsmittel – das sind derzeit dringend benötigte Produkte im Gesundheitswesen. Damit diese in ausreichender Zahl beschafft und auch in Hessen verteilt werden können, arbeitet die „Task Force Koordinierung Beschaffungsmanagement und Verteilung“ der hessischen Landesregierung unter Hochdruck. 

Die Task Force ist im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport angesiedelt und wird von Ralf Stettner geleitet. Für den Oberstleutnant der Reserve sind lange Arbeitstage zur Normalität geworden. Die Task Force setzt sich aus Personal aus fast allen Bereichen der hessischen Landesverwaltung zusammen. Hinzu kommen ca. 40 Polizisten, 40 Lehrerinnen und Lehrer und zwei Angehörige des Technischen Hilfswerks. Eine große Truppe, die für eine solche Mammutaufgabe jedoch unabdingbar ist.

Ein Mann steht vor einem Hintersetzer des Hessischen Innenministeriums.

„Wir haben den Auftrag, das gesamte öffentliche Gesundheitswesen in Hessen mit persönlicher Schutzausstattung zu versorgen.“ Dafür benötigt Ralf Stettner auch Unterstützung von der Bundeswehr.

Bundeswehr/Desale Asfaha

Corona-Amtshilfe: Bundeswehr schickt Logistikprofis

Wenn Millionen von Masken beschafft werden müssen, kommt jedoch selbst die beste Task Force früher oder später an ihre Belastungsgrenze. Es war irgendwann klar, dass zusätzliches Personal mit Kenntnissen in den Bereichen Logistik und Transport benötigt würde, um durchhaltefähig arbeiten zu können. Und so kam die Bundeswehr ins Spiel. Über einen Hilfeleistungsantrag an das Landeskommando Hessen konnten Anfang April drei Reservisten mit militärischer sowie privatwirtschaftlicher logistischer Fachexpertise einberufen werden. Ende April folgten zwei weitere Kameraden mit zusätzlichen Kenntnissen im Bereich Import- und Exportwesen.

Vereinte zivile und militärische Logistikexpertise

Oberst Michael Schuld, der die Zelle Logistik im Bereich „S4-Verteilung/Lager/Logistik“ leitet, fühlt sich bislang pudelwohl. Er sitzt in seinem kleinen Büro am Schreibtisch und zeigt sich beeindruckt davon, wie so viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen so schnell zu einem Team zusammenwachsen konnten. „Wir vereinen hier die Expertise aus Bundeswehreinsatzlogistik, THW-Logistik und ziviler Logistik und können daher die Aufgaben gut erfüllen.“ Schuld bringt 42 Jahre Erfahrung als Berufssoldat und Logistikstabsoffizier mit. Nach seiner Pensionierung im Oktober 2018 wurde Oberst Schuld Reservist. Davor arbeitete er als Referatsleiter im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz. 

Ein Soldat arbeitet am Schreibtisch.

Oberst Michael Schuld ist eigentlich seit Oktober 2018 im Ruhestand. Als er hörte, dass die Bundeswehr für die Corona-Hilfe qualifizierte Reservisten sucht, bot er sofort seine Unterstützung an.

Bundeswehr/Desale Asfaha

Koordinieren – Begleiten - Verteilen

Mit seinen beiden Kameraden Major Wolfgang Becher und Hauptmann Carsten Hartmann, die sich ein Büro teilen, kümmert er sich um die Annahme zugelieferter Materialien im Bereich persönlicher Schutzausstattung und medizinischer Güter. Oberst Schuld erklärt, wie es dann weitergeht: „Wir koordinieren die Einlagerung dieser Güter in Lager, die dafür in Hessen eingerichtet wurden. Wir begleiten die Qualitätssicherung dieser Güter, denn diese kommen oft aus China und müssen extra geprüft werden. Schließlich verteilen wir die Schutzausrüstung auf sieben koordinierende Krankenhäuser und sechs Verteilzentren in sechs Versorgungsgebieten im Land Hessen sowie an weitere Bedarfsträger wie zum Beispiel hessische Behörden und die Hessische Polizei.“

Die hohe Schlagzahl der Task Force zeigt sich sehr gut an einem aktuellen Beispiel: Zum schrittweisen Schulstart in Hessen am 27. April wurden unter Hochdruck 750.000 Mund-Nase-Schutzmasken, 7.000 Schutzhandschuhe, 4.800 Schutzkittel sowie 18.000 Liter Desinfektionsmittel an die Schulämter in Hessen verteilt. Kein Wunder, dass sich die fünf Soldaten nicht unterfordert fühlen.

„Was muss wann wohin?“

Der Bereich S3-Beschaffung in der Task Force ist seit dem 22. April ebenfalls ein bisschen „grüner“. Hauptmann Tobias Kübler und Leutnant Lino Hausmann kümmern sich hier um die logistische Abwicklung der Aufträge. „Wir sorgen dafür, dass wir unsere Waren auch bekommen und die zeitlichen Abläufe koordinieren können“, erklärt Kübler. Er führt in seinem zivilen Leben ein kleines Familienunternehmen und übernahm bereits Transportaufträge für die Bundeswehr von und nach Afghanistan. Leutnant Lino Hausmann wiederum arbeitet als Projektmanager im Bereich Logistik. Er ist kein Mann der großen Worte und fasst seine Aufgabe entsprechend kompakt zusammen: „Was muss wann wohin?“ In der Langversion bedeutet das für ihn und Kübler, mit Lieferanten zu kommunizieren, Modalitäten abzuklären und interne Abläufe abzustimmen. 

Zwei Soldaten arbeiten in einem Büro

Stimmen sich eng ab: Hauptmann Tobias Kübler (rechts) und Leutnant Lino Hausmann

Innenministerium Hessen

Kein Tag ist wie der andere

Die Logistikoffiziere sind noch bis zum 19. Juni in der Task Force eingeplant – ob es danach weitergeht, ist laut Oberst Schuld auch davon abhängig, wie sich die Aufgabe entwickelt. Lange überlegen, hier länger zu unterstützen, müsste wohl keiner der fünf Logistiker: „Die Tätigkeit, die wir hier machen, ist sehr intensiv, spannend und herausfordernd. Kein Tag ist wie der andere. Wir sind alle hoch motiviert, die Arbeit hier zu leisten. Unser Einsatz gibt das persönlich gute Gefühl, etwas Positives zur Überwindung der Coronakrise in unserem Land beitragen zu können. Insofern sind wir froh, hier Dienst tun zu dürfen.“

von Sandra Sander  E-Mail schreiben

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