Streitkräftebasis
104. Nimwegen-Marsch

Traditioneller Marsch in Nimwegen

Traditioneller Marsch in Nimwegen

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3 MIN

Die 63. Bundeswehrdelegation absolvierte erfolgreich den 120 Kilometer langen Marsch rund um die Stadt Nimwegen. Der Nimwegen-Marsch wird seit 1909 durchgeführt. Jährlich nehmen traditionell deutsche Soldatinnen und Soldaten daran teil. Aufgrund der hohen Temperaturen am Start wurde die Veranstaltung von vier auf drei Tage verkürzt.

Zuschauer feuern die Marschteilnehmenden an der Strecke an.

Viele Zuschauer waren gekommen, um die Marschteilnehmenden auf ihren letzten Kilometern lautstark zu unterstützen

Bundeswehr/Olaf Pieper

Der 104. Internationale Vier-Tage-Marsch in Nimwegen musste wegen starker Hitze mit Temperaturen bis zu 38 Grad in den Niederlanden auf drei Tage verkürzt werden. Man war sich jedoch einig, dass der Marsch auch dreitägig eine gelungene Veranstaltung sei. 6000 Soldatinnen und Soldaten aus 34 Nationen absolvierten bis zum 22. Juli eine Marschstrecke von 40 Kilometern täglich. An drei Tagen marschierten also Soldatinnen, Soldaten und zivile Teilnehmende auf der kleeblattförmigen Strecke rund um die niederländische Stadt Nimwegen. Der erstmals 1909 durchgeführte Nimwegen-Marsch findet normalerweise jährlich statt. Durch die Corona-Pandemie fiel er allerdings die letzten zwei Jahre aus, weshalb sich die Teilnehmenden und Zuschauerinnen und Zuschauer umso mehr auf das Event freuten. Das Interesse vor Ort war enorm hoch und viele waren gekommen, um die Marschierenden lautstark durch Applaus zu unterstützen. Dem Leiter der offiziellen deutschen Nimwegendelegation, Oberstleutnant Bernd Gantzkow, zufolge war die Stimmung von Beginn an sehr gut und voller Vorfreude.

Gedenken als wichtiger Teil des Traditionsverständnisses

Die Soldaten stellen sich um das Betonkreuz des Friedhofs herum auf.

Die Bundeswehr gedenkt mit Angehörigen vieler anderer Nationen der Gefallenen beider Weltkriege

Bundeswehr/Olaf Pieper

Vor dem Start des Nimwegen-Marsches am Mittwoch fand am Montag jedoch noch traditionell die Kranzniederlegung auf dem kanadischen Friedhof in Groesbeek und eine Gedenkfeier auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Ysselsteyn statt. Die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn ist der einzige Friedhof für deutsche Soldaten in den Niederlanden und knapp 40 Kilometer von Nimwegen entfernt. Die beiden Veranstaltungen sollen ein emotionales Zeichen gegen Gewalt und Krieg setzen, indem viele alliierte Nationen gemeinsam erinnern und ihren Respekt zollen. Für die Bundeswehr ist es auch dadurch eine traditionsreiche Veranstaltung, zu der zum 63. Mal eine Delegation offiziell entsandt worden war.

Stiefel an, Rucksack auf

Marschteilnehmende am Rastpunkt zwischen den einzelnen Marschetappen.

Nach 15 Minuten Pause geht es auch schon weiter auf die nächste Etappe

Bundeswehr/Olaf Pieper

Die 16 Marschgruppen der deutschen Nimwegendelegation stammen aus allen Teilstreitkräften und Organisationsbereichen der Bundeswehr. 420 Soldatinnen und Soldaten marschierten, beginnend mit dem 20. Juli, drei Tage lang jeweils 40-Kilometer mit zehn Kilogramm Gepäck. Damit sich die Teilnehmenden voll und ganz auf den Marsch konzentrieren können, kümmerte sich das Unterstützungspersonal um die Organisation und die sanitätsdienstliche Versorgung sowie die Verpflegung und den Transport von Personal und Material. Auch am verschobenen ersten Marschtag waren die Temperaturen noch eine Herausforderung, auf die das Unterstützungspersonal aber bestens vorbereitet war. Durch drei „Rastplätze“ waren die Marschteilnehmenden optimal versorgt. Sogar zwischen den Versorgungspunkten gab es die sogenannten „Pit Stops“, welche fahrbare Verpflegungseinheiten waren, bei denen es Wasser und frisches Obst für den richtigen Blutzuckerspiegel gab. Generalmajor Michael Hochwart, Kommandeur des Ausbildungskommandos in Leipzig, und Generaloberstabsarzt Ulrich Baumgärtner, Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, mischten sich in Nimwegen unter die Leute. Nach einer Dienstaufsicht war für General Hochwart, klar: „Das mache ich gerne wieder. Aber dann marschiere ich auch mit.“ Seine Motivation: Nach nur wenigen Stunden ist der Alltag vergessen und das Kameradschaftsgefühl ist großartig.

Nimwegen-Marsch 2022 geschafft

Medaillenübergabe der deutschen Nimwegendelegation.

Die 63. Nimwegendelegation erreichte nach absolvierten 120 Marschkilometern erfolgreich das Ziel und bekam ihre Medaillen verliehen

Bundeswehr/Olaf Pieper

Nach den langen Marschtagen übernachtete die deutsche Nimwegendelegation traditionell im Camp Heumensoord, einer speziell für die militärischen Delegationen eingerichteten Unterkunft. Hier werden die Kameradschaft und vor allem auch der Austausch mit anderen Nationen gefördert, denn viel Schlaf bleibt den Marschteilnehmenden nicht. Der Marschbeginn an den Tagen in Nimwegen ist täglich zwischen 04:30 und 06:00 Uhr. Nach drei Tagen und 120 Kilometern marschierten die erfolgreichen Teilnehmenden, die es bis zum Zieleinlauf geschafft haben, dann über die „Via Gladiola“, die ins Zentrum der niederländischen Stadt Nimwegen führt. Dort empfing sie eine jubelnde Menge. Sie waren gekommen, um die Leistungen aller Marschierenden zu würdigen und der Siegerehrung beizuwohnen. Brigadegeneral Dieter Meyerhoff, Kommandeur Landeskommando Nordrhein-Westfalen, verlieh den deutschen Marschteilnehmenden ihre verdienten Medaillen.

von Elisa Rüter  E-Mail schreiben

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