Streitkräftebasis

Logistikzentrum on Tour – Verladung im Rostocker Hafen

Logistikzentrum on Tour – Verladung im Rostocker Hafen

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Datum:
Ort:
Rostock

Vom Logistikzentrum in Wilhelmshaven über Rostock in die weite Welt. Wie Logistikkräfte der Streitkräftebasis das Material der Truppe von A nach B transportieren lassen. Das LogZBw der Bundeswehr führt erstmals eine Verladung am Rostocker Hafen durch. Hauptmann Golumbeck beschreibt worauf es in seinem Arbeitsalltag ankommt.

Ein Soldat steht zwischen mehreren olivfarbenen Fahrzeugen im Innenraum eines Schiffes.

Hauptmann Ralf Golumbeck ist als Leiter Hafenumschlag für die Vorplanung und die Kontrollen vor Ort am Hafen zu ständig.

Bundeswehr/Dominik Christian Fischer

Monate lange Vorplanung, damit am Tag X jedes Zahnrad bei einem Hafenumschlag läuft. Auf die Logistikkräfte der Streitkräftebasis ist Verlass.

Stellen Sie sich bitte kurz vor. Was ist Ihre Aufgabe?

Ich bin Hauptmann Ralf Golumbeck und seit 2013 im Logistikzentrum der Bundeswehr (LogZBw) eingesetzt. Die ersten Jahre im LogZBw war ich in der Verkehrsführung mit Schwerpunkt grenzüberschreitendem Verkehr tätig. Seit circa drei Jahren bin ich im Dezernat Seetransport in der Verwendung als Leiter Hafenumschlag eingesetzt. Meine Aufgabe ist es, im Vorfeld mit den zivilen Vertragspartnern, dem Hafenbetreiber und der Bundeswehr Abläufe zu planen und diese dann am Hafen zu kontrollieren und einen reibungslosen Umschlag des Materials sicherzustellen. Das mache ich dann vor Ort in Zusammenarbeit mit den Hafenumschlagkräften, dem Hafenbetreiber, den Auftragnehmern sowie der Besatzung des Schiffes.

Was sind die Vorzüge des Hafens in Rostock?

Der Hafen Rostock bietet uns die Möglichkeit, in enger Abstimmung auch Munition und Flugabwehrraketen zu verladen. Dies geht nicht in jedem Hafen. Sehr positiv hervorzuheben sind die Übernachtungsmöglichkeiten für die Unterstützungskräfte und die sanitätsdienstliche Unterstützung im Marinestützpunkt Warnemünde Hohe Düne.

Ein Soldat prüft die Verzurrung an einem Fahrzeug im Innenraum eines Schiffes.

Die Verzurrung sitzt bombenfest

Bundeswehr/Dominik Christian Fischer

Was galt es diesmal umzuschlagen?

Die erste Truppe, welche den Hafen in Rostock nutzte, war das Flugabwehrraketengeschwader 1 im Rahmen des taktischen Schießens 2020. Umgeschlagen wurden 244 Fahrzeuge und 47 Container sowie die Raketen für das taktische Schießen. Eine Herausforderung bei dieser Verladung war, dass die Raketen nicht im Hafen gelagert werden durften, sondern ihre Anlieferung just in time am Verladetag erfolgen musste. Die Container mussten dabei durch die Schiffscrew verzurrt werden, was diese bisher nicht getan hatte und was zu zeitlichen Verzögerungen führte. Aber dank der erfahrenen Hafenumschlagskräfte des Logistikbataillons 171 aus Burg lief die weitere Beladung prima. Ich bin immer überrascht, wie die Soldatinnen und Soldaten trotz der Kurzeinweisung auf vielen Fahrzeugtypen einsetzbar sind. Sie dürfen die Fahrzeuge ja nur zur Be-/Entladung im Hafengelände bewegen, aber sie bewegen alles - vom V3 Bulli bis zum Leo bringen sie alles souverän auf das Schiff und wieder herunter.

Ein olivfarbenes Fahrzeug befährt den Laderaum eines Schiffes.

Das Flugabwehrraketengeschwader 1 führt als erstes einen Hafenumschlag in Rostock durch.

Bundeswehr/Dominik Christian Fischer

Welche Möglichkeiten bietet dieser neue Hafen?

Die Bundeswehr hat mit dem Hafen in Rostock und dem Hafen in Emden nun einen Nordsee- sowie einen Ostseehafen im Rahmenvertrag. Der Ostseehafen hat natürlich den Vorteil der Unabhängigkeit von den Gezeiten, also dem Hoch- und Niedrigwasser, welche im Hafen im Emden beachtet werden müssen. Gerade beim Verladen von schweren Fahrzeugen gibt es hier aufgrund der Veränderung der Schiffsrampe durch die Tide immer wieder Probleme wie Beispielsweise bei der Verladung von Bussen. Natürlich gibt es nun auch verkehrstechnische Vorteile für die jeweilige Truppe, welche je nach Stationierung bzw. Heimatort nun zielgerichtet den günstigeren Hafen ansteuern kann. Dies spart bspw. beim Flugabwehrraketengeschwader 1 die Wechselbesatzungen und zusätzliche Übernachtungen ein.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Supercargo?

Die Nutzung von Handelsschiffen auf Charterbasis (Reisecharter/Zeitcharter) durch das Logistikzentrum der Bundeswehr Verkehr & Transport Dezernat See-/Binnenwassertransport erfordert, zur Wahrung der Interessen des Charterers, an Bord den Einsatz von Marineoffizieren als Supercargos. Als Supercargo können die bei dem LogZBw Verkehr und Transport und an anderen Dienststellen tätigen Offiziere mit dem Befähigungszeugnis Kapitän bzw. mindestens Seesteuermann auf großer Fahrt oder Inhaber dieses Befähigungszeugnisses mit einem Offiziersdienstgrad d. R. im Rahmen einer Wehrübung eingesetzt werden. Er vertritt die Interessen der Bundeswehr in ihrer Eigenschaft als Befrachter und überwacht die Einhaltung des Chartervertrages.

Was macht Ihre Arbeit so besonders?

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Einen Großteil unserer Arbeit hier im LogZBw bildet die Vorplanung. Man sieht das Ergebnis erst am Tag X, wenn alles aufgebaut ist und die Truppe in den Hafen einzieht.

von Nicole Middeldorf  E-Mail schreiben

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