Streitkräftebasis

Von Virtual Battle Space 3 in die Praxis

Von Virtual Battle Space 3 in die Praxis

  • Logistik
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Osterholz-Scharmbeck
Lesedauer:
3 MIN

Das Fachmodul, welches an den Grundlagenlehrgang für Transportfeldwebel an der Logistikschule anknüpft, enthält einen Workshop mit Virtural Battle Space 3. Hier üben die Lehrgangsteilnehmenden schweiß und verschleiß frei unterschiedliche Szenarien.

Bildsequenz des Programms

Virtual Battle Space 3 ermöglicht Übungsszenarien in unterschiedlichsten Landschaften und Wetterbedingungen.

Bundeswehr/Brian Melzer

Der Multi kämpft mit dem Gefälle des Feldweges, die Anzeigen für Kühlwasser und Öldruck gehen gefährlich nach oben. Erste Meldungen vom Retarder, eine dynamische Dauerbremse, lassen nichts Gutes ahnen. Während das vorausfahrende Fahrzeug im Nebel verschwindet, steht der Verband auch noch unter Beschuss! Kurz darauf sind alle Fahrzeuge wieder unter Kontrolle. Die Mission kann erfolgreich abgeschlossen werden und passiert ist Mensch und Material nichts. Die gesamte Übung fand nicht im Gelände, sondern im Virtual Battle Space am Bildschirm statt.

Ein Soldat bewegt einen Avatar innerhalb Virtual Battle Space-3-Umgebung.

Die Bewegungsbefehle des virtuellen Avatars müssen vor der ersten gemeinsamen Übung erst erlernt werden.

Bundeswehr/Brian Melzer

Das Fachmodul, welches an den Grundlagenlehrgang für zukünftige Transportfeldwebel der Streitkräftebasis anknüpft, beinhaltet einen Workshop mit Virtual Battle Space 3, kurz: VBS3. Sehr vereinfacht ausgedrückt wird die Ausbildung mit einem Taktik Shooter der tschechischen Firma Bohemien Interactive durchgeführt. Bereits 2001 entwickelte diese erste Taktikspiele, deren Nutzen schnell von verschiedenen Armeen weltweit erkannt wurden. Fast alle NATO-Staaten nutzen VBS-Programme, die jetzt in der Version VBS3 auch in der Ausbildung an der Logistikschule der Bundeswehr zum Einsatz kommen.

Weiterentwicklung der Ausbildung

Ein Soldat hängt eine Papierkarte an eine Magnettafel.

Vor jeder virtuellen Übung wurde diese an einer klassischen Karte besprochen.

Bundeswehr/Brian Melzer

Militärtechnik war über Jahre immer einer der „Treiber“ wenn es um neueste Spitzentechnologien ging, die anschließend auch im zivilen Bereich Anwendungen fanden. Mit dem jetzt eingesetzten Virtual Desktop Training wurde eine zivile Anwendung erfolgreich für militärische Anforderungen überarbeitet und erweitert. Im Gefechtssimulationszentrum Heer in Wildflecken ist VBS3 inzwischen fester Bestandteil der Ausbildung. Dort wird es auch externen Trainingsteilnehmenden in einer Umgebung ähnlich unserem Logistischen Übungszentrum zur Verfügung gestellt. Im September 2020 dann Premiere eines ersten VBS3-Lehrgangs an der LogSBw. VBS3 ist derzeit noch bis Ende des Jahres ein Pilotprojekt an der Logistikschule.

Von virtuellen zu realen Entscheidungen

Ein Soldat macht sich mit der Tastaturbelegung vertraut.

Eine kleine Herausforderung: Die Lehrgangsteilnehmenden mussten die komplexe Tastaturbelegung von VBS3 schnell beherrschen.

Bundeswehr/Brian Melzer

Viele Anforderungen, die der zukünftige Transportfeldwebel kennen muss, wie fahrerische Anforderungen in unterschiedlichsten Situationen, Fahren in Marschverbänden sowie das Sichern des Transports, können hier in der virtuellen Realität allein und im „Mehrspielermodus“ geübt werden. Dabei werden nicht nur Ressourcen an Treibstoffen und Material geschont, sondern auch aktiv, ganz im Sinne der kompetenzorientierten Ausbildung, kurz: KOA, trainiert. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die im Anschluss an eine virtuelle Übung durchgeführte Szenario- und Missionsanalyse. Hier hat der Ausbilder stets den Rundumblick und kann genau sehen, wo der Einzelne hingeschaut hat und vielleicht durch fehlerhaftes Verhalten andere in Gefahr gebracht hat. Er kann anschließend in einer aufgezeichneten Rückblende den Soldaten aufzeigen, wo und wann ein Fehler zu weiteren Problemen geführt hat und was der Einzelne oder auch das Team hätte besser machen können.

Die Schreibtischübung ersetzt natürlich nicht die Praxis

Ein Soldat am PC, auf dem Bildschirm ein Menü

Das Programm ermöglicht viele Szenarien. Das vormals zivile Programm wurde an militärische Anforderungen an gepasst.

Bundeswehr/Brian Melzer

Die Teilnehmenden durchlaufen verschiedene Übungsszenarien: Beginnend mit den Bewegungsgrundlagen des virtuellen Avatars bis hin zur komplexen Sprechfunkbedienung müssen sich die Soldatinnen und Soldaten schnell mit der Tastaturbelegung vertraut machen. Kein leichtes Unterfangen, denn nicht jeder Soldat kennt Taktik Shooter. Doch dieser Herausforderung haben sich auch ältere Soldatinnen und Soldaten erfolgreich gestellt. Die Ausbildung mit VBS 3 setzt in den späteren virtuellen Übungen voraus, dass die Fahrzeuge und Schusswaffen genauso beherrscht werden wie im realen Leben. „Wir wiederholen hier eigentlich nur Grundlagen. Die Soldaten müssen später im Praxisteil draußen entscheiden, was zweckmäßig ist und was nicht.“, so der Stationsausbilder Oberfeldwebel Lukas Hildebrandt.

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