Streitkräftebasis

Wiederinbetriebnahme Königswinter-Eudenbach

Wiederinbetriebnahme Königswinter-Eudenbach

  • Logistik
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Nordrhein-Westfalen
Lesedauer:
3 MIN

Die Landes- und Bündnisverteidigung spielt eine zunehmend größere Rolle für die Bundeswehr. Das zieht personell und materiell einen gesteigerten Bedarf nach sich. Entsprechend muss auch die Logistik aufrüsten. Acht ehemals geschlossene Lagereinrichtungen werden ab dem 1. April wieder in Betrieb genommen. Die ersten beiden in Königswinter und Lorup.

Blick in eine Lagerhalle

Die Hallen wurden für die Aufnahme von Material vorbereitet. Die Ertüchtigung der Infrastruktur dauert noch bis 2025.

Bundeswehr/Claudio Römer

Die Infrastruktur stammt noch aus den 70er Jahren. Darin sieht Hauptmann Mark Vehoff als Leiter Betriebsführung kein Problem, da die Wiederinbetriebnahme des Materiallagers Königswinter-Eudenbach in mehreren Schritten erfolgt. „Derzeit werden unsere Lagerflächen für die erneute Aufnahme von Material ertüchtigt, sprich renoviert, und nach den neuesten Vorgaben im Arbeits- und Brandschutz vorbereitet.“ Der Offizier leitet die Lagereinrichtung in Königswinter, die Produkte von der kleinsten Schraube bis hin zu Großgeräten aufnehmen kann. Den Betrieb nimmt das Materiallager ab dem 1. April auf, die ersten Versorgungsartikel werden ab Juli eintreffen und eingelagert, so die Planung. Die Bauerhaltungsmaßnahmen werden sich noch bis 2025 hinziehen.

Modernes Arbeitsumfeld

Ein Soldat bedient einen Computer

Das Material wird nach modernsten Gesichtspunkten gelagert und computergestützt verwaltet. Die ortsfesten logistischen Einrichtungen sind untereinander vernetzt und arbeiten nach ähnlichen Grundsätzen wie die zivile Wirtschaft.

Bundeswehr/Claudio Römer

Ein weiterer Schwerpunkt liegt derzeit auf der Personalgewinnung. Insgesamt werden 83 Personen in Königswinter benötigt. Vier Soldatinnen und Soldaten, neun Beamtinnen oder Beamte sowie 70 Tarifbeschäftigte sollen hier arbeiten, 32 Arbeitsplätze sind zum Start am 1. April bereits besetzt. „Für die vergleichsweise strukturschwache Region ein Pfund, mit dem die Bundeswehr wuchern kann“, freut sich Hauptmann Vehoff und verzeichnet ein entsprechend hohes Bewerberaufkommen. Die zivilen und militärisch Mitarbeitenden setzen ab dem Neustart auf das Extended Warehouse Management, einem modernen computergestützten Verwaltungssystem, welches auch große zivile Unternehmen – wie etwa Volkswagen – einsetzen. Es wurde auf die Bundeswehr angepasst und wird künftig in allen ortsfesten logistischen Einrichtungen zur Anwendung kommen. Die Ausbildungsmaßnahmen für das Personal laufen bereits.

Aufbruchsstimmung auch in Lorup

Arbeiter in einer Halle hantieren mit einem Geschoss.

Im Munitionslager Lorup werden spezielle Facharbeiter eingesetzt. Sie behandeln Munition und Sprengmittel aller Art.

Bundeswehr/Oliver Peters

Auch im niedersächsichen Lorup steht eine Wiederinbetriebnahme bevor. Das dortige Munitionslager ist ähnlich wie Königswinter das erste der reaktivierten Lagereinrichtungen – nur eben für Munition. Entsprechend anders lauten die Stellenausschreibungen: Feuerwerker und -werkerinnen, Munitionsfacharbeiter und -helfer, Nachschubbearbeiterinnen, Bedienerinnen und Bediener von Umschlaggerät sind in Niedersachsen gefragt. 39 Kräfte stellen künftig den Betrieb des Munitionslagers in Lorup sicher, 32 davon in zivilem Beschäftigungsverhältnis, sieben militärische. Diese sind bis auf einen, die zivilen zu rund 75 Prozent besetzt. Der Dienstantritt erfolgt bis spätestens Anfang Mai. Die restlichen Stellen werden mit steigendem Personalbedarf bis Anfang 2022 besetzt. Die Renovierungsarbeiten im Lager, für die der Bund 1,5 Millionen Euro investiert hat, sind abgeschlossen. 40 Lagergebäude stehen bereit: Neben der werterhaltenden Einlagerung kümmern sich die Angehörigen der Dienststelle künftig um die Instandhaltung sowie die Erst- und Folgeversorgung der eingelagerten Munition, im Schwerpunkt Luftwaffen- sowie Querschnittsmunition. Der Lagerbetrieb startet auch hier im Juli.

Notwendige Wiederinbetriebnahme von Bundeswehrdepots

Hinweisschild auf ein Materiallager

Richtungsweisend: Acht ehemals geschlossene Lagereinrichtungen nehmen ihren Betrieb wieder auf. Die Landes- und Bündnisverteidigung macht dies notwendig.

Bundeswehr/Claudio Römer

Etliche Jahre richtete sich die Bundeswehr im Wesentlichen auf das Internationale Krisenmanagement ein. Daher wurden die ortsfesten logistischen Einrichtungen (olE) letztmalig mit der Zielstruktur 2018 auf etwa ein Drittel der ursprünglichen Anzahl reduziert und die Bevorratung von Munition, Material, Schmier-, Betriebs- und Hilfsstoffen sukzessive gesenkt. Dies führte zu einem Abbau von Lager- und Instandhaltungskapazitäten in den Einrichtungen der Streitkräftebasis. In Zahlen ausgedrückt bedeutete dies zuletzt die Schließung von elf Lagereinrichtungen von 2016 bis Ende 2018.

Neuer Ansatz

Eine Frau fährt einen Gabelstapler

Jasmin Bremermann wird Teileinheitsführerin eines Lagerbereichs in Königswinter. Sie machte hier 2011 bereits ihre Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik. Als Ortsansässige freut sie sich auf den Neustart.

Bundeswehr/Claudio Römer

Die sicherheitspolitische Lage hat sich jedoch geändert, was unter anderem einen neuen Fokus auf die Landes- und Bündnisverteidigung legte. Damit muss auch die ortsfeste Logistik wieder robuster aufgestellt werden, um ihren notwendigen, logistischen Beitrag für die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte zu leisten. Acht der elf zunächst geschlossenen Lagereinrichtungen gehen nun zurück an den Start. Bis 2031 werden die Kapazitäten schrittweise deutlich ausgebaut. Mit fünf Material- und drei Munitionslagern.

von Ralf Wilke  E-Mail schreiben

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