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Zugführer beim ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrbataillon 750

Zugführer beim ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrbataillon 750

Datum:
Ort:
Bruchsal
Lesedauer:
4 MIN

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Oberleutnant Phillip Groß ist seit Oktober 2021 als Zugführer des Dekontaminationszuges II in der 2. Kompanie des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrbataillons 750 eingesetzt. Eine vielseitige und spannende Aufgabe. Wie genau sein Dienstalltag aussieht, welche Aufgaben er bewältigen muss und wie seine Ausbildung aussah, erzählt unser Artikel.

Portrait des Zugführers des Dekontaminationszuges II.

Oberleutnant Phillip Groß ist Zugführer des Dekontaminationszuges II in der 2. Kompanie des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrbataillons 750.

Bundeswehr/Martin Augsburg

Über 15 Jahre ist Oberleutnant Groß inzwischen bei der Bundeswehr. Damals wurde er im Rahmen des Grundwehrdienstes eingezogen und lernte die Streitkräfte kennen und lieben. „Bislang habe ich nichts bereut“, erklärt der 35-jährige Offizier. Angefangen hat alles 2006 mit der Grundausbildung in Roth, beim damaligen Luftwaffenausbildungsregiment III. Anschließend ging es nach Fürstenfeldbruck. „Dort war ich als Angehöriger des Lehrzugs im Bereich Unterstützung der Offiziersschule Luftwaffe eingesetzt“, erzählt Groß. 2007 erfolgte ein Wechsel in die Laufbahn der Feldwebel mit diversen militärischen Fachlehrgängen in Appen, Heide, Erndtebrück und Karlsruhe. Nach Zwischenstationen, unter anderem bei der Einsatzführungskompanie 11 in Meßstetten und bei der Einsatzführungsausbildungsinspektion 23 in Erndtebrück, wechselte Oberleutnant Groß erneut die Laufbahn. Er absolvierte erfolgreich seinen Offizierslehrgang und studierte Staats- und Sozialwissenschaften an der Universität der Bundeswehr in München. Nach seinem Abschluss wechselte er zur Infanterieschule in Hammelburg und begann dort eine einjährige Ausbildung zum Zugführer Luftwaffensicherungstruppe. „Im Zuge einer Familienzusammenführung wurde mir die Möglichkeit geboten, der Versetzung meiner Frau nach Bruchsal zu folgen“, erklärt Groß. „Da das ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrbataillon Kräfte für die VJTFVery High Readiness Joint Task Force (Very High Readiness Joint Task Force) der NATONorth Atlantic Treaty Organization stellt, erschien mir diese Aufgabe als sehr reizvoll und so entschied ich mich für die Verwendung als Zugführer in der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch Abwehr“.

Meine Aufgaben als Zugführer

Fahrzeug wird mit Dekontaminationsmittel abgespritzt.

Die Ausbildung läuft: Ein Fahrzeug muss dekontaminiert werden. Bei der Durchführung der Ausbildung ist der Zugführer vor Ort und überzeugt sich von den Fähigkeiten seiner Soldaten.

Bundeswehr/Lajya Kumar

„Das Aufgabenfeld eines Zugführers umfasst zwei wesentliche Säulen: Einerseits Ausbildung, Erziehung und Führung des unterstellten Personals. Andererseits die Sicherstellung der Bewirtschaftung der uns anvertrauten Fahrzeuge und Materialien. Ziel ist die Sicherstellung der personellen und materiellen Einsatzbereitschaft des Zuges“, erklärt Oberleutnant Groß. Kurz: Als Zugführer ist man sowohl für Personal- als auch Materialangelegenheiten seines Zuges verantwortlich. Ein Dekontaminationszug besteht dabei aus drei Dekontaminationsgruppen mit jeweils 14 Soldatinnen und Soldaten, einem Wasseraufbereitungstrupp (vier Soldaten) und einem Führungstrupp (drei Soldaten). Insgesamt unterstehen einem Zugführer demnach um die 50 Soldatinnen und Soldaten von Dienstgrad Gefreiter bis Hauptfeldwebel.

Personalmaßnahmen: Durchführung von Ausbildungen

Die wesentliche Leistung des Zugführers ist die Schaffung der optimalen Rahmenbedingungen für die Ausbildung und Erziehung der ihm unterstellten Soldatinnen und Soldaten“, berichtet der 35-jährige Offizier. Hierzu plant der Zugführer anhand der Jahresvorgaben des Kompaniechefs die Ausbildungen des Zuges aus und fordert dazu Ausbildungsstätten sowie nötiges Material an. Dabei greift er unter anderem auf Vorschriften zurück, die Rahmenbedingungen vorgeben, wie die einzelnen Ausbildungsinhalte auszusehen haben und erstellt darauf basierend ein grobes Ausbildungsgerüst. Ist das Gerüst fertig, beauftragt er die Gruppenführer oder anderes ausgebildetes Personal mit der Umsetzung der einzelnen Ausbildungsabschnitte.

Zwei Soldaten unterhalten sich.

Als Zugführer hat Oberleutnant Groß (l.) immer ein offenes Ohr für seine Soldatinnen und Soldaten.

Bundeswehr/Martin Augsburg

„Als Zugführer setzt man seine unterstellten Soldatinnen und Soldaten anhand der Stärken und Schwächen so ein, dass am Ende ein optimales Arbeitsergebnis herauskommt und die Ausbildung durchgeführt werden kann“, so Groß. Wurde der Gruppenführer mit der Umsetzung betraut, erstellt dieser einen Handzettel und macht Vorschläge bzw. dokumentiert wie die einzelnen Ausbildungsabschnitte aussehen sollen. Den Handzettel legt er dem Zugführer zur Billigung vor. Wird der Vorschlag freigegeben, kann das Vorhaben wie geplant durchgeführt werden. Bei der Durchführung kontrolliert der Zugführer im Rahmen der Dienstaufsicht, ob die entsprechenden Inhalte zweckmäßig umgesetzt werden. Kommt es zu schwerwiegenden Mängeln oder Sicherheitsverstößen während der Ausbildung, wird diese zunächst unterbrochen oder abgebrochen und muss wiederholt werden, was jedoch sehr selten vorkommt. Im Zuge der Ausbildungsnachbesprechung zwischen Zugführer und eingeteiltem Ausbilder werden die Vorbereitung und Durchführung der Ausbildung besprochen, kleinere Mängel und Verbesserungsvorschläge in Organisation und Durchführung angesprochen und alle notwendigen Schlüsse für die nachfolgende Ausbildungsplanung des Zuges gezogen. Eine ebenfalls wesentliche Aufgabe bildet die soziale Komponente als Führungskraft. „Als Zugführer und Gruppenführer ist man zuständig für das unterstellte Personal und ist Ansprechpartner, falls Probleme auftreten. Man muss den Zug zusammenhalten, die Kameradschaft und das Selbstverständnis fördern und für die Sorgen sowie Probleme seiner unterstellten Soldatinnen und Soldaten stets ein offenes Ohr haben“, betont Oberleutnant Phillip Groß. „Der Mix aus geistiger und körperlicher Forderung gefällt mir dabei besonders gut.“

Mein Leben neben der Bundeswehr

„Neben der Bundeswehr bin ich in erster Linie Familienmensch und begeisterter Sportler“, erzählt der Vater zweier Töchter. Sport treibt der Offizier mehrmals die Woche und hält sich hauptsächlich mit einer Mischung aus Laufen und Kraftsport fit. Zusätzlich ist Oberleutnant Groß noch als Ausbilder „Militärische Fitness“ tätig und hat eine Ausbildung zum Fachsportleiter Selbstverteidigung absolviert. Sein persönliches Motto hat der Soldat aus einem James Bond Film entnommen: „Man wächst mit der Herausforderung.“ Gezielt motivieren tut er sich übrigens nicht. „Der Beruf des Soldaten bereitet mir seit knapp 16 Jahren große Freude, daher hatte ich bislang nur wenig Motivationsbedarf“, bringt es Oberleutnant Groß auf den Punkt.

von Pia Schöpf  E-Mail schreiben

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