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Die militärischen Gliederungsformen der Bundeswehr

Eine Gruppe von Soldaten laufen mit Waffen einen Weg im Gebirge entlang.

Bundeswehr/Marco Dorow

Struktur und Hierarchie

Kompanie, Bataillon & Division: Ordnung der Bundeswehr

Einheiten und Verbände: Hierarchie verhilft dem Militär zu klaren Strukturen. Hier werden einige Begriffe einfach erklärt.

Kern der Bundeswehr sind die Streitkräfte. Sie gliedern sich in den Unterstützungsbereich sowie die vier Teilstreitkräfte: Heer, Luftwaffe, Marine sowie Cyber- und Informationsraum (CIR). Daneben hat die Bundeswehr einige zivile Dienststellen, insbesondere in der Bundeswehrverwaltung.    

Die Bezeichnung militärischer Einheiten wurden historisch vor allem durch Heer, Luftwaffe und Marine geprägt. Deshalb unterscheiden sich viele Namen und Strukturen je nach Teilstreitkraft – obwohl die Einheiten häufig vergleichbare Aufgaben erfüllen.

Beim Heer spricht man beispielsweise von Kompanien und Bataillonen, die Luftwaffe hingegen nutzt Begriffe wie Staffel oder Geschwader. Durch die Marine kommen noch zusätzliche Bezeichnungen wie Boote und Schiffe hinzu. Auch für die Verwendung dieser geläufigen Begriffe gibt es in der Bundeswehr genaue Definitionen.

Welche Aufgaben haben Trupp, Kompanie, Bataillon und Brigade?

Eine Grafik zeigt die Anzahl der Soldaten vom Trupp bis zur Division.
Bundeswehr/Astrid Höffling

Mit der Brigade Litauen stellt die Bundeswehr erstmals eine komplette Brigade im Ausland auf. 5.000 Männer und Frauen werden dort zukünftig stationiert sein, um zusammen mit anderen NATO-Partnern die Ostflanke des Bündnisses zu stabilisieren.

Unterschiede zwischen Heer, Luftwaffe und Marine

Gruppe, Teilabschnitt
  • Bei Heer und Luftwaffe besteht eine Gruppe aus vier bis 15 Soldatinnen und Soldaten und wird von einem Gruppenführer oder einer Gruppenführerin geleitet. So bildet beispielsweise die vierköpfige Panzerbesatzung eine Gruppe. Die meisten Ausbildungen in der Grundausbildung sind ebenfalls gruppenweise organisiert.
  • Die Marine spricht nicht von einer Gruppe, sondern von Teilabschnitt (eines Bootes, eines Schiffes ).
Zug, Hauptabschnitt
  • Mehrere Gruppen bilden bei Heer und Luftwaffe einen Zug, der 40 und mehr Personen umfassen kann. In der Regel haben die Soldatinnen und Soldaten eines Zuges sehr ähnliche Aufgabenfelder. So besteht zum Beispiel ein Zug in der Panzergrenadiertruppe aus vier Schützenpanzern mit ihren Besatzungen und weiterem Personal, etwa Zugführer und Melder.
  • Bei den Booten und Schiffen der Marine heißt diese Ebene Hauptabschnitt. Auf einem Boot gibt es davon zwei: Ein Hauptabschnitt führt das Boot und der andere kümmert sich um die Technik.
Die Einheiten: Kompanie, Batterie, Boot, Staffel

Für diese Ebene gibt es vier Bezeichnungen, die in Heer, Marine und Luftwaffe genutzt werden. Die Anzahl der Personen variiert stark je nach Teilstreitkraft, Auftrag oder Material – von rund 60 bis 150 Soldatinnen und Soldaten.

  • Im Heer ist in den meisten Fällen von der Kompanie die Rede. Allerdings sprechen die Heeresflieger von Staffel und die Artillerie und Heeresflugabwehr von Batterie.
  • In der Luftwaffe ist es immer dann eine Staffel, wenn sie mit fliegerischem Dienst zu tun hat. Jedoch heißt es Kompanie, wenn die am Boden operierenden Einheiten gemeint sind, etwa die Luftwaffensicherungskräfte.
  • Bei der Marine werden Boote und Schiffe als seegehende Einheiten bezeichnet. Zu den Booten gehören Tender, Minenjagdboote, Korvetten oder Flottendienstboote. Schiffe haben eine größere Besatzung und auch eine stärkere Bewaffnung.

     

    Das Unterscheidungsmerkmal ist jedoch das Vorhandensein eines Ersten Offiziers. Er oder sie ist disziplinarisch allen Soldatinnen und Soldaten auf einem Schiff vorgesetzt – bis auf den Kommandanten. Auf Booten der Marine gibt es keinen Ersten Offizier, denn hier fungiert der Kommandant selbst als „Chef“. Alle nicht zur See fahrenden Einheiten wie beispielsweise die Kampfschwimmer oder Marineinfanteristen werden in der Marine als Kompanie bezeichnet. Marineflieger werden als fliegende Einheiten in Staffeln zusammengefasst.
     

Bataillon, Schiffe, Gruppe

Bis zu 1.200 Soldatinnen und Soldaten bilden den kleinsten, sogenannten taktischen Verband. In ihm sind mehrere Einheiten, also zum Beispiel Kompanien oder Staffeln einer Truppengattung, mit zum Teil unterschiedlicher und sich ergänzender Ausrüstung zusammengefasst.

  • Beim Heer heißt diese Größenordnung Bataillon. So setzt sich zum Beispiel ein Jägerbataillon zusammen aus einer Stabs- und Versorgungskompanie, drei Jägerkompanien und einer schweren Jägerkompanie. In der finden sich die schweren Waffen wie Mörser oder 20-Millimeter-Maschinenkanonen.
  • Das Äquivalent bei der Marine dazu sind Schiffe. Dazu gehören beispielsweise Fregatten und Einsatzgruppenversorger. Die Besatzung einer Fregatte besteht aus 120 bis 200 Soldatinnen und Soldaten. Diese sind fünf Hauptabschnitten, darunter Logistik oder Navigation, zugeordnet.
  • Die Luftwaffe bezeichnet diese Ebene der Hierarchie in der Regel als Gruppe. Die Fliegerische Gruppe zum Beispiel hat eine Gruppenkommandeurin oder einen Gruppenkommandeur. Die Größe variiert stark je nach Auftrag und liegt bei rund tausend Personen.
Regiment, Geschwader
  • Ein Regiment im Heer besteht aus zwei bis vier Bataillonen. Die Anzahl der dort eingeordneten Personen variiert je nach Aufgabenfeld der dazugehörigen Bataillone. Das 1. Infanterieregiment hat zum Beispiel acht Kompanien und damit ungefähr 1.300 Soldatinnen und Soldaten. Das Transporthubschrauberregiment 10 umfasst rund 1.200 Soldatinnen und Soldaten.
  • Die Geschwader bei Luftwaffe und Marine entsprechen hierarchisch den Regimentern. Ein taktisches Luftwaffengeschwader umfasst etwas mehr als 1.100 Soldatinnen und Soldaten. Ein Hubschraubergeschwader kann sogar 2.700 Personen in sich vereinen.
  • Bei der Marine bilden Boote beziehungsweise Schiffe gleichen Typs ein Geschwader. Eine Korvette gilt als Boot und davon hat das 1. Korvettengeschwader zurzeit fünf. Somit ist dieses Geschwader knapp 800 Mann und Frau stark.
Brigade, Einsatzflottille
  • Eine Brigade beim Heer besteht aus mehreren Bataillonen. Als Beispiel besteht die Panzergrenadierbrigade 41 aus insgesamt sechs aktiven Bataillonen: einem Versorgungsbataillon, drei Panzergrenadierbataillonen, einem Aufklärungsbataillon und einem Panzerpionierbataillon. Insgesamt hat die Brigade eine Stärke von ungefähr 4.600 Personen. Dazu kommen oft die sogenannten nicht-aktiven Bataillone. Sie dienen als Reserve und können im Ernstfall aktiviert werden.
  • Die Marine hat auf dieser Ebene zwei Einsatzflottillen und das Marinefliegerkommando. So besteht beispielsweise die Einsatzflottille 1 aus vier Geschwadern, dem Seebataillon, dem Kommando Spezialkräfte Marine und drei nachgeordneten Kommandos. Insgesamt sind rund 4.500 Soldatinnen und Soldaten hier zusammengefasst.
Division
  • Die Division ist ein militärischer Großverband im Heer. Sie besteht aus mehreren Brigaden, Bataillonen und zusätzlichen Divisionstruppen. Zum Beispiel hat die 1. Panzerdivision 30 Bataillone mit rund 19.000 Soldatinnen und Soldaten. Die 10. Panzerdivision  besteht aus vier Brigaden und fünf Bataillonen und vereint damit mehr als 23.000 Soldatinnen und Soldaten.
Korps
  • Ein Korps ist ein militärischer Großverband, der mehrere Divisionen führt. Es koordiniert große Einsätze und besteht häufig aus vielen tausend Soldatinnen und Soldaten. Heute arbeitet die Bundeswehr in NATO-Korps mit anderen Staaten zusammen, etwa im Multinationalem Korps Nordost oder dem Deutsch-Niederländischem Korps.
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