G95 – das neue Standardsturmgewehr ist da
In den nächsten Jahren wird die Waffe das G36 nach und nach ablösen.
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Mannschaften und Unteroffiziere tragen sie als Auszeichnung für gute Schießleistungen am Dienstanzug. Offiziere nicht. Warum ist das so?
Seine Waffe zu beherrschen, gehört zum wichtigsten Handwerkszeug von Soldatinnen und Soldaten. Die Besten dabei erkennt man an der Schützenschnur am Dienstanzug. Zumindest die Unteroffiziere und Mannschaften, denn Offiziere tragen diese Auszeichnung nicht. Warum?
In ihrer heutigen Form existiert die Schützenschnur der Bundeswehr seit dem Jahr 1965. Es gibt sie in den drei Stufen Bronze, Silber und Gold. Jedes Jahr können Soldatinnen und Soldaten die Schützenschnur erneut erwerben oder versuchen, eine höhere Stufe zu erreichen. Gelingt ihnen das in der Stufe Gold zum fünften Mal, steht das auf der Plakette, die die Schnur ziert.
Grundsätzlich können sich alle Soldatinnen und Soldaten, Reservistinnen und Reservisten die Schützenschnur verdienen. Dafür müssen sie mit dem Gewehr und der Pistole je eine festgelegte Übung – die sogenannte Wertungsübung – schießen und erfüllen. Die Bedingungen sind:
| Pistolenübung P-ES-6 | Gewehrübung G-ES-7 | |
|---|---|---|
| Gold | insgesamt 9 Treffer in den jeweils vorgegebenen Trefferzonen | insgesamt 7 Treffer in den jeweils vorgegebenen Trefferzonen |
| Silber | insgesamt 8 Treffer in den jeweils vorgegebenen Trefferzonen | insgesamt 11 Treffer in den jeweils vorgegebenen Trefferzonen |
| Bronze | insgesamt 7 Treffer in den jeweils vorgegebenen Trefferzonen | insgesamt 11 Treffer in den jeweils vorgegebenen Trefferzonen |
Die meisten Soldatinnen und Soldaten schießen die Übungen mit dem Gewehr G36 und der Pistole P8 – den Standard-Waffen der Bundeswehr. Das ändert sich seit 2025. Denn mit dem G95 und der P13 bekommt die Truppe neue Standardwaffen.
In den nächsten Jahren wird die Waffe das G36 nach und nach ablösen.
Jede Soldatin, jeder Soldat der Bundeswehr muss das Gewehr G36 beherrschen.
Die P13 wird die 1994 in die Bundeswehr eingeführte Pistole P8 ablösen.
Die Pistole P8 ist die Nahkampf- und Zweitwaffe vieler Soldaten.
Ob jemand Gold, Silber oder Bronze bekommt, richtet sich nach dem schlechtesten Ergebnis. Wer also einmal mit Gold glänzen kann, in der anderen Übung aber nur Bronze erreichte, bekommt lediglich die Schützenschnur in Gold. Für Gold müssen beide Übungen in Gold erfüllt werden. Nur Mannschaften und Unteroffiziere dürfen die Schützenschnur tragen, Offiziere dagegen nicht. Das hat historische Gründe.
Im Jahr 1894 stiftete Kaiser Wilhelm II. eine Schützenschnur in zunächst acht und später sogar zehn Abstufungen. Das heutige Abzeichen greift dessen Form aus Plakette und Kordel auf. Auch die Trageweise hat sich seit jener Zeit nicht verändert, sodass die Schnur damals wie heute an der rechten Schulterklappe und dem rechten Revers oder der Knopfleiste der Uniform befestigt wird.
Gestiftet vom Kaiser: Die Schützenschnur für die treffsichersten Soldaten wird seit 1894 verliehen. Die Trageweise hat sich in den vergangenen 100 Jahren nicht verändert, wie dieses Foto aus der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg zeigt.
imago/Arkivi
Mehr als ein Blickfang: Die Schützenschnur signalisiert allen anderen Soldatinnen und Soldaten, dass der oder die Ausgezeichnete besonders gut mit Gewehr und Pistole umgehen kann. Die Schützenschnur wird in Bronze, in Silber und in Gold verliehen.
Bundeswehr/Christian ZielonkaDass Offiziere von dieser Auszeichnung fast immer ausgenommen waren, hatte praktische Gründe im damaligen Gefechtsdienst. Bis zum Ersten Weltkrieg nahmen Offiziere nämlich meist nicht aktiv am Feuerkampf teil. Sie trugen lediglich einen Säbel und leiteten den Kampf über Befehle. Die Schützenschnüre halfen ihnen, die besten Schützen unter den eigenen Soldaten schnell ausmachen und sie taktisch richtig einsetzen zu können.
In der Reichswehr und der späteren Wehrmacht wurde Offizieren das Tragen der Schnur untersagt. An dieser strikten Trennung änderte sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg in den Streitkräften beider deutscher Staaten nichts mehr.