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Deutsche CIORConfédération Interalliée des Officiers de Réserve-Mannschaft erneut bei Reservistenwettkampf in Südafrika erfolgreich

Deutsche CIORConfédération Interalliée des Officiers de Réserve-Mannschaft erneut bei Reservistenwettkampf in Südafrika erfolgreich

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Eine deutsche CIORConfédération Interalliée des Officiers de Réserve-Mannschaft nahm auch in diesem Jahr wieder an der South African Military Skills Competition teil. Unter klimatisch schwierigeren Bedingungen konnten die Kameraden sehr gute Leistungen abrufen und neben einigen Einzelwertungen auch die Teamwertung für sich entscheiden.

Der Delegationsleiter der Deutschen CIORConfédération Interalliée des Officiers de Réserve-Wettkampfmannschaft berichtet:

Flaggen von Südafrika, USA, Simbabwe, Botswana und Deutschland

Neben dem Veranstalter Südafrikas traten bei diesem Wettkampf Gäste aus den USA, Simbabwe, Botswana und Deutschland an

Bundeswehr / Matthias Blaschke

Südafrika begrüßte uns in diesem Jahr auf eine etwas untypische Art und Weise: Nicht etwa 30°C und strahlender Sonnenschein erwarteten uns, sondern der erste Regen seit sechs Monaten, wie man uns sagte, und für südafrikanische Verhältnisse relativ kühle 20°C. Dies erleichterte uns die Ankunft aus dem deutschen Herbst, und so wurden wir von dem Personal des Militärattachés an der Deutschen Botschaft in Südafrika freundlich in Empfang genommen und nach Pretoria begleitet, wo wir nach einem gemeinsamen Abendessen die erste Nacht in einem Hotel verbrachten.

Gruppenfoto von den Teilnehmern der South African Military Skills Competition 2022 in Südafrika

Die Teilnehmer der South African Military Skills Competition 2022 in Südafrika

Bundeswehr / Matthias Blaschke

Zur Akklimatisation an das Höhenniveau und die nun etwas steigenden Temperaturen begannen wir den nächsten Tag mit einer kleinen Trainingseinheit. Nach einem darauffolgenden ausgiebigen Frühstück brachen wir wieder mit dem Personal des Militärattachés auf, um uns einen Eindruck von Pretoria und der lokalen Fauna zu verschaffen.

Der Tag verging wie im Fluge und schon sahen wir uns schon wieder am Flughafen von Johannesburg. Dort übernahmen unsere südafrikanischen Gastgeber, die uns nach Einbruch der Dunkelheit nach Potchefstroom brachten.

Ungewohnte Bedingungen für die Wettkämpfer

Der erste Wettkampftag begann mit den notwendigen Formalitäten. Nach der Registrierung der Teilnehmer und Zuweisung der Startnummern folgte die Eröffnungszeremonie.

Schon am Nachmittag konnten wir uns auf die lokalen Gegebenheiten einstellen. Eine Herausforderung in Potchefstroom ist die Lage auf einem Hochplateau. Die 1.400 Höhenmeter machten sich auch bei unserem Ruhepuls bemerkbar.

Das Wetter war freundlicher als in den vergangenen Jahren. Meistens hielten sich die Temperaturen unter 30°C und der ein oder andere Regenschauer sorgte für eine Abkühlung. Wenn es darauf ankam, war es aber trotzdem trocken.

Drei stehen in der Natur Südafrikas

Neben den Wettkämpfern konnte auch die Fauna Südafrikas bei den Teilnehmenden punkten

Bundeswehr / Matthias Blaschke

Die ersten Tage standen für das Training zur Verfügung. So konnten wir uns auf der lokalen Land- und Wasserhindernisbahn eingewöhnen. Die Landhindernisbahn ist als Acht angelegt, durchgehend gepflastert und damit eher ein schnellerer Kurs. Allerdings kam als Neuerung in diesem Jahr hinzu, dass wir die Hindernisbahn in Stiefeln bewältigen mussten und nicht in unseren leichten Hindernisbahnschuhen. Darüber hinaus standen die Wetterbedingungen und die Höhenlage Höchstleistungen entgegen.

Die Schwimmhindernisbahn war in einem guten Zustand. Hier war die Besonderheit, dass wir keine 50-Meter-Bahn hatten, sondern ein Freibadbecken mit 30 Metern Länge. Daher erfolgte die Wende nicht am Beckenrand, sondern schon vorher auf dem Tisch.

Ein Teilnehmer kommt aus dem Wasser auf den Wendetisch um wieder ins Wasser zu springen

Die Wasserhindernisbahn als Herausforderung für die Teilnehmer der Competition. Anstatt einer 50m Bahn fand der Wettkampf im Freibadbecken mit 30m Länge statt - die Wende auf einem Tisch im Wasser.

Bundeswehr / Matthias Blaschke

Großartige Gastfreundschaft

Des Weiteren standen uns zwei Schießtrainings bevor, um uns mit den südafrikanischen Waffen vertraut zu machen. Das R4-Gewehr ist eine Mischung aus dem französischen Galil und der russischen AK mit 5,56 mm NATO-Munition. Das Ziel wird über eine Lochkimme anvisiert. Vom Training mit dem Gewehr G3 sind wir eine Visiereinrichtung mit einem größeren Kaliber gewohnt, weshalb uns die Umstellung relativ leicht viel. Die Pistole Vektor Z88 ist ein südafrikanischer Nachbau der Beretta mit einem sehr guten Handling.

Neben den Südafrikanern und uns traten bei diesem Wettkampf auch Gäste aus den USA, Simbabwe und Botswana an. Die Einladung internationaler Gäste hat bei den Südafrikanern Tradition und so waren auch deutsche Teams schon mehrere Male vor Ort.

Die südafrikanische Gastfreundlichkeit ist beispielhaft. Bei kaum einem anderen Wettkampf fühlt man sich so willkommen wie hier. Die Betreuung der internationalen Gäste ist immer wieder hervorragend. Nachdem wir in den vergangenen Jahren mal in einem Studentenwohnheim, mal in der Kaserne untergebracht waren, ging es dieses Mal ins Sporthotel – ein deutliches Upgrade.

Soldaten stehen mit dem Gewehr in der Hand und machen Schießübungen

Das Schießtraining mit dem R4-Gewehr zur Gewöhnung an die Handhabung der südafrikanischen Waffe

Bundeswehr / Matthias Blaschke

Gute Ausgangsposition nach den ersten Wettkampftagen

Nach zwei Trainingstagen begann der eigentliche Wettkampf mit dem Schwimmen. Hier konnte das deutsche Team gute Platzierungen erreichen. Obergefreiter Sudhoff erreichte den zweiten Platz kurz vor Stabsarzt Häußer auf dem dritten Platz.

Am darauffolgenden Tag stand das Schießen an. Drei Mannschaftsangehörigen gelang eine Platzierung unter den besten 10 Schützen. Dieses war eine gute Ausgangsposition für die kommenden Tage. Die ersten drei Plätze im Schießen gingen an die Gäste aus Botswana, allesamt aktive Soldaten einer speziellen Schießeinheit. Am Ende des zweiten Wettkampftages hatten sich nach Schwimmen und Schießen zwei deutsche Mannschaftsangehörige an den bis dahin gesamtführenden Corporal der südafrikanischen Gastgeber auf die Plätze 2 und 3 herangekämpft.

Das Highlight stand am dritten Tag an: die Hindernisbahn. Nachdem beim Handgranatenwerfen – traditionell keine Glanzdisziplin der Deutschen – Hptm Otte auf Rang fünf platziert war, wandten wir uns der Königsdisziplin zu. Die Starts der deutschen Teammitglieder lagen eher am Ende des Feldes und damit in der Mittagshitze – keine einfache Startzeit. Trotzdem konnten drei deutsche Vielseitigkeitsathleten ihre persönlichen Bestzeiten verbessern und einem weiteren gelang es, sich den ersten Platz in der Wertung der Hindernisbahn zu sichern. 

Da die Gastgeber die Deutschen immer mit einem südafrikanischen Spitzenläufer über die Hindernisbahn starten ließen, entwickelten sich hier spannende Zweikämpfe.

Zwei Wettkämpfer überwinden die Hindernisbahn im direkten Zweikampf

Spannende Zweikämpfe auf der Hindernisbahn unter klimatisch anspruchsvollen Bedingungen

Bundeswehr / Matthias Blaschke

Enges Rennen führt zum Staffelsieg

Nach dem Einzelrennen stand das traditionelle Staffelrennen zum Abschluss des Tages auf dem Programm. Hier starteten Südafrika und Deutschland im letzten Durchgang gegeneinander. Da jeder Wettkämpfer nur ein Viertel der  CISMConseil International du Sport Militaire-Bahn zu absolvieren hatte, entwickelte sich ein schnelles Rennen zwischen den Kontrahenten auf der international genormten Hindernisbahn, die Bestandteil verschiedener militärischer Wettkämpfe ist.

Dabei ging der Spitzenläufer der Südafrikaner schnell in Führung und kam mit großem Vorsprung zum Wechsel, musste aber aufgrund eines technischen Fehlers ein Hindernis wiederholen, weshalb beide Teams wieder gleichauf waren.

Die folgenden Läufer beider Mannschaften waren von ihrer Leistung jeweils gleichwertig, sodass beide Teams sich fast bis zum Ende ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten.

Zum Glück für das deutsche Team, hatten wir kurz vor der Ziellinie die Innenbahn und holten mit knappem Vorsprung mit unserem Schlussläufer den ersten Platz.

Den Abschluss der South African Military Skills Competition bildete der  Combat Run über eine Distanz von 8 Kilometern. Im Feldanzug und mit Stiefeln ging es auf Sandwegen durch die südafrikanische Natur. Die Temperaturen am Morgen waren noch angenehm kühl. Jedoch waren die Sandwege vom Regen in der Nacht aufgeweicht und matschig und der größte Teil des Laufes ging entgegen der Windrichtung. Trotz dieser widrigen Umstände konnte sich der Sieger auf der Hindernisbahn den dritten Platz im Combat Run sichern, zwei weitere Kameraden belegten die respektablen Plätze 5 und 11.

Einzel- und Teamwertung geht nach Deutschland

In der Gesamtwertung konnte sich der Sieger von der Hindernisbahn aus unserer Mannschaft den ersten Platz in der Einzelwertung sichern. Auch die Teamwertung ging an Deutschland wie auch der erste Platz in der Hindernisbahnstaffel. All die Erfolge wurden bei der Siegerehrung mit einer Vielzahl an Medaillen und Trophäen gewürdigt.

Deutsche Soldaten bekommen Medaillen und Trophäen überreicht

Zum krönenden Abschluss folgte die Siegerehrung mit Übergabe der Medaillen und Trophäen für das deutsche CIORConfédération Interalliée des Officiers de Réserve-Team

Bundeswehr / Matthias Blaschke

Insgesamt war der Wettkampf wieder einmal nicht nur erfolgreich, sondern auch ein großartiges Erlebnis. Die Südafrikaner führen diesen schon seit vielen Jahren durch, was sich in der hohen Professionalität der Organisation bemerkbar macht.

Die Wettkämpfe werden von vielen Zuschauern verfolgt und die Stimmung ist immer gut. Insbesondere auch in diesem Jahr, wo von südafrikanischer Seite nicht ganz so viele Wettkämpfer teilnehmen konnten, waren die sozialen Kontakte vor Ort nochmal intensiver. Es ergibt sich immer wieder ein spannender Austausch, bei dem man ausgiebig die Gelegenheit hat, Land und Leute kennenzulernen. Wir kommen gerne wieder.

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von  Oberstleutnant d.R. Blaschke, Delegationsleiter der Deutschen CIOR-Wettkampfmannschaft  E-Mail schreiben