Reserve unterstützt

Bauen für die Luftwaffe

Bauen für die Luftwaffe

Datum:
Ort:
Wunstorf
Lesedauer:
3 MIN

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Major André Malkowski ist im Lufttransportgeschwader 62 (LTGLufttransportgeschwader 62) am Fliegerhorst Wunstorf als Infrastrukturstabsoffizier eingesetzt. Dort unterstützt der Reservist und gelernte Bauingenieur bei der Erstellung von militärischen Bedarfsforderungen und vertritt das Geschwader bei Bau- und Projektbesprechungen. Im Normalfall absolviert er ein bis zwei Übungen im Jahr mit bis zu sechs Wochen Dauer.

Major Malkowski am Arbeitsplatz.

Major Malkowski plant, misst, prüft und beauftragt. Doch sein Arbeitsplatz sind die Großbaustellen

Bundeswehr/LTG 62

Entscheidung für die Vielfalt

Erst vor kurzem hat er sich jedoch dazu entschieden, seinen Reservistendienst bei der Bundeswehr in Wunstorf beim Umbau des Flughafens für den Airbus A 400M zu verrichten. Zunächst für einige Monate, wofür er sich von seinem früheren Arbeitgeber getrennt hat. 

„Ich mag die Abwechslung der Tätigkeiten, die militärischen Strukturen, die großen baulichen Herausforderungen und das Mitwirken an so einem bedeutsamen Projekt wie dem A 400M“, begründet der 39-jährige Bauingenieur seine berufliche Motivation in den Streitkräften zu dienen. 

In 15 Jahren Berufserfahrung hat er von Planung über Bauausführung militärische Bauverordnung, Sanierung und Denkmalpflege in allen Bereichen Projekte realisiert. Darunter für die Münchener Fußball Arena, das Schloss Wolfsburg, das Landgestüt Celle sowie mehrere Kirchen und ein Feuerwehrgebäude für die Kommune. Bei so viel Expertise verwundert es nicht, dass André Malkowski berufsbegleitend noch einen Master in Baudenkmalpflege absolviert hat und seine Masterarbeit über Militärbauten der 1930er Jahre geschrieben hat.


Blick auf den alten Fiegerhorst Wunstorf.

So sah der Fliegerhorst bis vor einiger Zeit noch aus. Der Flugplatz war für das Waffensystem Transall ausgelegt

Bundeswehr/LTG 62

Technik mit Kreativität verbinden

Das Team Infrastruktur beim LTGLufttransportgeschwader 62 besteht gerade mal aus drei Soldaten: Einem Offizier zusammen mit einem Feldwebel sowie maximal einem Reservisten zur Unterstützung. Doch kommt es hier neben einer Menge organisatorischem Können vor allem auf das Fachwissen jedes Einzelnen an. Mit seiner Tätigkeit in der Bauunterhaltung für einen zivilen Flughafen bringt Major Malkowski genau die Fachkenntnisse mit, die es in Wunstorf braucht. 

Die beste berufliche Entscheidung war, dass ich mich immer breit aufgestellt habe,“ versichert Malkowski. „Ein breites Spektrum erhält die Lust an der Bauingenieurstätigkeit. Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und das Streben nach weiterem Wissen.“

Transportflugzeuge A400M auf dem Rollfeld des Fliegerhorstes in Wunstorf.

Der Fliegerhorst Wunstorf heute. Die Infrastruktur wurde an das Waffensystem A400M angepasst

Bundeswehr/Sascha Knoll

Die Form folgt der Funktion

Systemwechsel bringen solche Herausforderungen mit sich. Mit der Einführung des Waffensystems A 400M gehen umfangreiche Baumaßnahmen einher. Das Luftfahrzeug ist um einiges größer, schwerer und komplexer als der Typ Hercules C 160. Durch diesen Umstand und die Entscheidung zusätzlich die gesamte Ausbildung auf diesem Areal in Wunstorf durchführen zu wollen, sind tiefbauliche Baumaßnahmen erforderlich geworden. Die gesamte Start- und Landebahn sowie die Parkflächen wurden erneuert. Und auch im Hochbau mussten sämtlich Instandsetzungshallen sowie ein Ausbildungs- und Simulatorzentrum neu errichtet werden. Nach dem Abschluss dieser elementaren Baumaßnahmen stehen die flankierenden und Verwaltungseinrichtungen zur Sanierung oder Neubau an. Dies wird noch ein paar Jahre in Anspruch nehmen.

Instandsetzungshalle im Fliegerhorst Wunstorf

Der neue A400M benötigte auch neue Instandsetzungshallen

Bundeswehr/Simon Otte

Führung und Verantwortung

Wie bei allen Baumaßnahmen gibt es bei so großen und komplexen Projekten natürlich auch Probleme und nicht vorhersehbare Dinge, die gelöst werden mussten und müssen. Dafür sind viele Ingenieure und Planer, aber auch Handwerker an diesem Werk maßgeblich beteiligt, um täglich neue Lösungen zu entwickeln und diese umzusetzen.  

„Bei all diesen Bauprojekten darf nicht vergessen werden, dass es sich um eine absolute Individuallösung handelt,“ erinnert Malkowski. „Diese Pläne liegen nicht in der Schublade. Wir bauen hier die Infrastruktur um den A 400M herum aus dem Nichts auf. Das erfordert ein hohes Maß an Vorstellungsvermögen und Einfallsreichtum.“ 

Die Frage, was er auf der Welt gern verändern wollte, ist Major Malkowski zu abstrakt. Er besitzt ein 220 Jahre altes Fachwerkhaus, wo er mit seiner Frau und zwei Kindern lebt, und in seiner Freizeit auf die Jagd geht. All das nimmt viel Zeit in Anspruch. Und so wünschte er sich wenn, dann etwas mehr soziales Miteinander in der Gesellschaft. Also weniger von „jeder schaut nur noch auf sein Handy“. Doch sein eigenes kleines Ingenieurbüro betreibt er weiter – muss einfach sein für einen überzeugten Bauingenieur und Infrastrukturoffizier der Reserve.



von  Kompetenzzentum für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr

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