Die Geschichte der Streitkräftebasis (SKBStreitkräftebasis)

Die Streitkräftebasis wurde als Gemeinschaftsunternehmen von Heer, Luftwaffe und Marine im Jahr 2000 in Köln aufgestellt. Sie fasste streitkräftegemeinsame Kompetenzen in den so genannten „Fähigkeitskommandos“ zusammen. 2011 erfolgte eine grundlegende Neustrukturierung und die Aufstellung des Kommandos SKBStreitkräftebasis. 2017 verließen mehrere Kommandobehörden und Dienststellen die SKBStreitkräftebasis.

Schützenpanzer Marder auf einem Güterwagon.
Bundeswehr

20 Jahre Streitkräftebasis

Im Jahr 2000 wurde die Streitkräftebasis (SKBStreitkräftebasis) als neuer Organisationsbereich der Bundeswehr in Köln in Dienst gestellt. Mit 80.000 Soldatinnen, Soldaten und Zivilangestellten bildete sie als Gemeinschaftsunternehmen von Heer, Luftwaffe und Marine im wahrsten Sinne des Wortes eine Basis für die Streitkräfte. In ihr wurde ein Großteil der für Einsatz und Grundbetrieb erforderlichen streitkräftegemeinsamen Kompetenzen u.a. bei Logistik, ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr und Militärpolizei zusammengefasst. Die SKBStreitkräftebasis ermöglichte es somit, die Durchhaltefähigkeit und Effizienz der Streitkräfte zu steigern und dabei Kosten in erheblichem Umfang einzusparen. Die SKBStreitkräftebasis war damit nicht nur Vorreiter, sondern auch Motor für die Transformation der Bundeswehr.

Bei der Führung stützte sich die Streitkräftebasis zunächst ab auf das Streitkräfteunterstützungskommando (SKUKdo) in Köln und das Streitkräfteamt (SKA) in Bonn. Das SKUKdo führte als nationale territoriale Kommandobehörde die Wehrbereichskommandos I bis IV sowie die Kräfte und Einrichtungen mit unmittelbarem Einsatzbezug: Logisitik, Führungsunterstützung, ektronische Kampfführung, Operative Information, Feldjägerwesen, Kampfmittelbeseitigung sowie Feldlagerbau und –betrieb. Das SKA war in erster Linie für den Ausbildungs- und Funktionssockel verantwortlich. Er umfasste Schulen, Akademien, Universitäten und Ämter mit Spezialaufgaben, z.B. die Verifikation von Abrüstungsmaßnahmen, die Militärattachéstäbe und die Auslandsdienststellen der Bundeswehr.

Soldaten stellen einen Wohncontainer auf.

Aufbau neuer Container im Feldlager Camp Marmal / Masar-i-Scharif für ISAFInternational Security Assistance Force 2007

Bundeswehr

Die Streitkräftebasis im Einsatz

Der umfassende Charakter des Beitrags der SKBStreitkräftebasis zu den Einsätzen der Bundeswehr kann an den Rollen als Befähiger und Versorger der Streitkräfte (Force Enabler und Force Provider) festgemacht werden. So gehörte von Anbeginn an das Sicherstellen der strategischen Mobilität der Bundeswehr zum zentralen Auftrag der Streitkräftebasis. Dieser Auftrag stellte die SKBStreitkräftebasis insbesondere bei schnellen Anfangsoperationen vor große Herausforderungen, die mehrfach - etwa 2002 bei ISAFInternational Security Assistance Force oder 2006 bei EUFOR RDRepublic Democratic CONGO - mit Bravour bewältigt wurden. Seit ihrer Gründung versorgt die SKBStreitkräftebasis bis heute täglich und weltweit die Einsatzkontingente der Bundeswehr mit allem, was benötigt wird.
Ein Einsatz der Bundeswehr ohne Beteiligung und Unterstützung der SKBStreitkräftebasis ist seither nicht mehr möglich. Durchschnittlich 20 bis 25 Prozent der Einsatzkontingente werden durch Truppenteile der Streitkräftebasis gestellt. Auch das Einsatzführungskommando und das Kommando Führung Operationen Spezialkräfte in Geltow bei Potsdam sowie das Kommando Operative Führung Eingreifkräfte (seit 2013: Multinationales Kommando Operative Führung) in Ulm waren bis 2011 organisatorisch in der SKBStreitkräftebasis angesiedelt. Sie führten Truppenteile aller Teilstreitkräfte und militärischen Organisationsbereiche im Einsatz, die dann direkt dem Generalinspekteur der Bundeswehr unterstanden.

Gepanzerte Radfahrzeuge der Bundeswehr warten in einer Kolonne auf ihre Schiffsverladung im Hafen.

Seit 2008 garantiert die SKBStreitkräftebasis die strategische Mobilität auf dem Seeweg mit RoRo-Schiffen.

Bundeswehr/Michael Wils-Kudiabor

Kooperationen mit der Wirtschaft

Die SKBStreitkräftebasis erhielt mit ihrer Aufstellung den Auftrag, das Beste aus den zwei Welten Militär und Wirtschaft qualitativ hochwertig zu verbinden. Ein Beispiel war die Beteiligung am multinationalen „Strategic Airlift Interim Solution (SALISStrategic Airlift International Solution)“-Projekt von 2006 bis 2016. SALISStrategic Airlift International Solution garantierte bis zur Einführung des A-400M die Mobilität im strategischen Lufttransport durch Nutzung ziviler gewerblicher Kapazitäten. Ein anderes Beispiel ist das seit 2008 rein deutsche Projekt „Gesicherter Gewerblicher Strategischer Seetransport (GGSS)“. Es gewährleistet seither die strategische Mobilität auf dem Seeweg. Dazu wurde mit einem dänischen Reeder eine Vereinbarung getroffen, die Deutschland die Verfügbarkeit von drei RoRo-Schiffen mit bestimmten Vorlaufzeiten garantiert. Dies entspricht dem Seetransportbedarf der für die Bundeswehr wahrscheinlichsten Einsätze.

Drei Offiziere und eine Zivilistin vor einer militärischen Ehrenformation.

Aufstellungsappell des Kommandos Streitkräftebasis in Bonn am 29. September 2012

Bundeswehr/Thomas Ströter

Neuausrichtung der Streitkräftebasis

Mit der 2011 begonnenen Neuausrichtung der Bundeswehr wurde auch die Streitkräftebasis neu strukturiert. Dabei verminderte sich die Anzahl ihrer aktiven Soldatinnen und Soldaten um mehr als die Hälfte auf 38.750. Die Ausgliederung der Inspekteure aus den ministeriellen Strukturen bedeutete zugleich die Aufstellung eines neuen Führungskommandos. Am 1. Oktober 2012 nahm das Kommando Streitkräftebasis mit Dienstsitz in Bonn seine Arbeit auf. Die drei Kommandos mit besonderen Kompetenzen, die so genannten Fähigkeitskommandos, also das Logistikkommando der Bundeswehr in Erfurt, das Führungsunterstützungskommando der Bundeswehr in Bonn und das Kommando Strategische Aufklärung in Grafschaft-Gelsdorf - sowie das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin wurden Kern einer neuen, kompakten Streitkräftebasis. Deren Kommandeure waren gegenüber dem Inspekteur der Streitkräftebasis unmittelbar verantwortlich für die Einsatzbereitschaft, Führung, Ausbildung und Weiterentwicklung ihrer Fähigkeitskommandos.
Zugleich erfolgten die Auflösung des Streitkräfteunterstützungskommandos sowie die Übertragung der Verantwortlichkeiten aus der Ebene der vier Wehrbereichskommandos auf die 15 Landeskommandos. Mit dem Aufbau von insgesamt 30 Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanien (RSU) der Territorialen Reserve bis ins Jahr 2014 hinein leistete die SKBStreitkräftebasis einen wesentlichen Beitrag zur Landesverteidigung.
Außer den neuen Fähigkeitskommandos nahmen hochwertige Dienststellen in der SKBStreitkräftebasis auch weiterhin wichtige Aufgaben für für die gesamte Bundeswehr wahr. Zu nennen seien hier das Multinationale Kommando Operative Führung in Ulm, das Streitkräfteamt in Bonn, die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und das Zentrum Innere Führung in Koblenz.

Zwei militärische Radfahrzeuge warten auf ihre Verladung in ein Transportflugzeug mit geöffneter Heckklappe.

ISAFInternational Security Assistance Force-Materialrückführung durch die SKBStreitkräftebasis über den logistischen Umschlagpunkt Trabzon in der Türkei 2013

Bundeswehr/Vanita Schanze

Hohe Einsatzverpflichtungen

Zum Ende des Jahres 2012 war die Streitkräftebasis als zweitgrößter truppenstellender Organisationsbereich mit 1.500 Soldatinnen und Soldaten an den deutschen Einsatzkontingenten beteiligt. Die Schwerpunkte lagen unverändert in Afghanistan und auf dem Balkan. Für ISAFInternational Security Assistance Force stellte die SKBStreitkräftebasis rund 25 Prozent des deutschen militärischen Personals im Einsatzland. Auf dem Balkan waren es sogar fast 40 Prozent. Weitere 1.500 Soldatinnen und Soldaten hielt die SKBStreitkräftebasis für einsatzgleiche Verpflichtungen wie die European Battlegroups oder die NATONorth Atlantic Treaty Organization Response Force vor. Mit der Rückführung des Materials aus Afghanistan übernahm die SKBStreitkräftebasis 2013 zusätzlich zu den weiteren Einsatzverpflichtungen einen Auftrag von enormem Umfang. Der Rückbau des Feldlagers Kundus sowie des Regional Commands North war der erste Teil der Rückverlegung ISAFInternational Security Assistance Force, die bis Ende 2014 erfolgreich abgeschlossen wurde.

Die Streitkräftebasis seit 2017

Im Jahr 2017 erfuhr die Streitkräftebasis mit der Aufstellung des Organisationsbereiches Cyber- und Informationsraum (CIRCyber- und Informationsraum) eine weitere Umstrukturierung. Dazu wechselten am 1. Juli 2017 das Führungsunterstützungskommando der Bundeswehr (nach Umbenennung in Kommando Informationstechnik der Bundeswehr), das Kommando Strategische Aufklärung und das Zentrum Operative Kommunikation in den neuen Organisationsbereich CIRCyber- und Informationsraum. Auch andere Dienststellen, wie die Führungsakademie der Bundeswehr oder das Zentrum Innere Führung sowie der Militärische Abschirmdienst gehören seither nicht mehr zur Streitkräftebasis. Sie wurden dem Generalinspekteur der Bundeswehr bzw. dem Bundesministerium der Verteidigung zugeordnet. Gleichzeitig wurden das Kommando Feldjäger und das ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrkommando aus dem Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr herausgelöst und dem Kommando Streitkräftebasis direkt unterstellt.

Auf einem Transportzug stehen amerikanische Kampfpanzer in langer Reihe hintereinander.

Bahntransport amerikanischer Gefechtsfahrzeuge für die Operation „Atlantic Resolve 2017 im Rahmen des Host Nation Support.

Bundeswehr/Alyssa Bier

Zukünftige Rolle der SKBStreitkräftebasis

Mit heute 27.400 aktiven Dienstposten ist die Streitkräftebasis der zweitgrößte militärische Organisationsbereich der Bundeswehr. Die SKBStreitkräftebasis sichert mit ihren Unterstützungsleistungen die bundeswehrgemeinsame Auftragserfüllung im In- und Ausland. Der Inspekteur Streitkräftebasis ist als Nationaler Territorialer Befehlshaber gegenüber dem Generalinspekteur unmittelbar verantwortlich für die Führung von Einsätzen im Inland. Als streitkräftegemeinsamer Wirkverbund multinationaler Ausrichtung („Joint Support and Enabling Service, JSES)“ leistet die SKBStreitkräftebasis einen wesentlichen Beitrag Deutschlands für die NATONorth Atlantic Treaty Organization in der Landes- und Bündnisverteidigung. Dazu gehört in Zukunft auch verstärkt die Unterstützung alliierter und befreundeter Streitkräfte während ihres Aufenthaltes in Deutschland, der „Host Nation Support“ auf der „Drehscheibe Deutschland“. Ferner übernimmt die SKBStreitkräftebasis die Rolle als „Aufmarschführendes Kommando“ für die Verlegung Deutscher Kräfte. In diesem Kontext steht auch die übungskoordinierende Funktion der Streitkräftebasis für „Defender-Europe 20“. Diese größte Verlegeoperation der amerikanischen Streitkräfte in den vergangenen 25 Jahren wird wichtige Erkenntnisse zur Rolle Deutschlands als Transitland und zur zukünftigen Rolle der SKBStreitkräftebasis liefern.



Ein Ausstellungsraum mit diversen Exponaten von der Tür aus fotografiert

Die Regionale Ausstellung der Streitkräftebasis

Zum 20. Geburtstag der SKB eröffnet das Kommando Streitkräftebasis die Regionale Ausstellung zur Geschichte, Rolle und Entwicklung.

Weitere Themen