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Medic Quadriga 2026

Hub Berlin: Knotenpunkt des Patiententransports

Gesundheitsvorsorge ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Bei der Übung Medic Quadriga 2026 zeigt sich im Hub der Medical Task Force (MTF) in Berlin, wie das läuft. Hier sieht man, wie Deutschland sich die Versorgung seiner Verwundeten vorstellt. Der Hub dient als ein Labor, um zu erkennen, was für einen Bündnisfall noch verbessert werden kann.

Ziviler Rettungsdienst beim ausladen eines Patienten aus dem Flugzeug, direkt in einen Rettungswagen

Mehrere hundert, vielleicht sogar an die tausend, Verwundete und Erkrankte täglich! Damit muss man in einer kriegerischen Auseinandersetzung oder im NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bündnisfall rechnen. Was geschieht mit den Soldatinnen und Soldaten, die im Einsatz an Leib und Leben versehrt werden? Das zu erproben, galt es während Medic Quadriga 2026, der größten Übung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in den letzten Jahrzehnten. Allein auf sich gestellt, können die militärischen Expertinnen und Experten des Unterstützungsbereichs die Behandlung und Versorgung im Heimatland nicht sicherstellen. Mit Medic Quadriga 2026 testet der Sanitätsdienst darum die Rettungskette und die Versorgung Verwundeter bis nach Deutschland. Ziel ist es, die notwendige zivil-militärische Zusammenarbeit und damit die Resilienz des gesamten staatlichen Gesundheitssystems zu stärken.

01

Ankunft

Ziviler Rettungsdienst mit einem Patienten auf einer Trage, im Hintergrund ein Flugzeug

Während in Litauen Sanitätskräfte der Bundeswehr die Erstversorgung und Evakuierung Verwundeter trainieren, wird in Berlin an den letzten Gliedern der Rettungskette gefeilt. Am Übungshub Berlin wird die Aufnahme, medizinische Priorisierung und Weiterverteilung von Patientinnen und Patienten in geeignete Behandlungseinrichtungen geübt. Die Verwundeten – gespielt von rund 200 Soldatinnen und Soldaten in darstellender Funktion – kommen am Übungsgelände neben dem Flughafen BER an. Das Eintreffen mit dem Flugzeug wurde simuliert. Im Szenario der Übung gelangen die Verwundeten ohnehin nicht nur per Lufttransport, sondern auch in Bussen oder Zügen nach Deutschland. Am Hub haben 250 zivile Unterstützerinnen und Unterstützer mit der Bundeswehr eine Medical Task Force eingerichtet.

Ziviler Rettungsdienst und Soldaten laden einen verwundeten Soldaten aus einem Flugzeug aus

Am Hub der Medical Quadriga-Übung treffen Verwundete auch per simuliertem Lufttransport ein

Bundeswehr/Thilo Pulpanek
02

Anmeldung

Zwei Soldatinnen der Bundeswehr sitzen an einem Tisch

Bundeswehr/Ralf Wilke

Diese Medical Task Force ist die Herzkammer des Hubs. Etwa einhundert Ärztinnen und Sanitäter aus Brandenburg bilden jeden Tag die MTF auf dem Übungsgelände. Sie kommen von Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Maltesern und Johannitern. Koordiniert werden alle MTFs in Deutschland durch das BBKBundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, das den Zivilschutz in der Bundesrepublik organisiert.

Am Eingang der MTF finden Sichtung und Kategorisierung der Verwundeten durch zivile und militärische Ärzte und Ärztinnen statt. Rot, gelb, grün – im Ampelsystem wird die Schwere der Verletzung oder Verwundung deutlich und damit entscheidet sich das weitere Verfahren. Gleichzeitig markiert diese Station den Übergang der Verantwortung an die zivilen Institutionen. In den Zelten des Hubs arbeiten auch die zivilen Helferinnen und Helfer eng zusammen und entscheiden gemeinsam, was das Beste für den jeweiligen Patienten oder die Patientin ist. Deren Versorgung und Betreuung ist so lückenlos. 

03

Behandlung

Zwei Frauen und zwei Männer reanimieren eine PErson

Bundeswehr/Thilo Pulpanek

Notfall- und Rettungssanitäterinnen und -sanitäter, Pflegekräfte und helfende Hände wissen, was zu tun ist. Sie alle sind auf Notsituationen vorbereitet und so ausgebildet, auch Änderungen im Krankheitsverlauf zu erkennen und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Bei der Übung behandeln sie auch intensivmedizinische Fälle. Gerade solche Patientinnen und Patienten müssen schnell von der Front weggebracht und im Heimatland weiterbehandelt werden.

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Übergabe

Ein Soldat auf einer Liege wird von sechs anderen Menschen betreut

Bundeswehr/Ralf Wilke

Letztlich reicht das MTF-Personal die Betreuten weiter an ihre Kolleginnen und Kollegen auf den Kranken- und Rettungstransportwagen. Die warten draußen vor dem Hub, werden von dem Personal an der Ausschleusung informiert und können die Transporte entsprechend vorbereiten.

Vor der Abfahrt werden die Daten eines jeden Transportfertigen noch einmal überprüft und mit aktualisierten Angaben versehen. Diese gibt man dem bzw. der Verwundeten mit, der damit auch aus dem Hub abgemeldet wird. So wissen die Kräfte der MTF sehr genau über die Anzahl ihrer „Fälle“ bescheid, und wer wann auf den weiteren Weg gebracht wurde. An den letzten beiden der Übungstage sorgten sie für jeweils knapp 200 Soldatinnen und Soldaten für die Weiterbehandlung. 

05

Transport

Ein Sanitäter schiebt eine Transportliege in einen Rettungswagen

Bundeswehr/Thilo Pulpanek

Wo geht’s hin? Die umliegenden Krankenhäuser sind ebenfalls in das Übungsgeschehen integriert und auf die Aufnahme der militärischen Patientinnen und Patienten vorbereitet. So, wie es im Ernstfall auch wäre. Zivile Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen können das, weil sie regelmäßig massenhafte Einlieferungen im Zusammenhang mit dem Katastrophenschutz trainieren müssen. Mit Blaulicht werden die Verwundeten an zivile Krankenhäuser in Brandenburg und Berlin transportiert. Die Kliniken wissen schon 24 Stunden vorher, dass die Transporte eintreffen werden. Denn die Fälle der MTF werden durch die Integrierte Regionalleitstelle Lausitz in Cottbus geplant und gesteuert. Schwerstverletzte werden mit Hubschraubern verbracht.

Warum macht man das? „Menschen“, so der Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, „sind das Wertvollste, was wir haben, die wichtigste Ressource der Streitkräfte.“ Diese gesund zu erhalten und zu pflegen, ist im Hinblick auf die Durchhaltefähigkeit Deutschlands in Krise und Krieg unabdingbar. Und es ist zugleich ein Versprechen: Wir lassen niemanden zurück.

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