PTBS bei aktiven Soldatinnen und Soldaten

Soldatin oder Soldat zu sein, heißt auch, sich mit den Themen Tod und Verwundung auseinanderzusetzen. Gerade in militärischen Auslandseinsätzen ist die Gefahr einer einsatzbedingten Verwundung oder eines Traumas gegeben. Gelingt es nicht, das Erlebte psychisch zu verarbeiten, kann es in Folge zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung kommen.

PTBSPosttraumatische Belastungsstörung erkennen: Signale wahrnehmen und deuten

Sie sind aktive Soldatin oder aktiver Soldat der Bundeswehr und haben im Einsatz Belastendes erlebt? Seitdem erinnern Sie sich ungewollt immer wieder an das Geschehene – fühlen sich traurig, schuldig, haben Angst oder sind häufig wütend? Diese Gefühle können Ausdruck und Symptome einer PTBSPosttraumatische Belastungsstörung sein, denn das traumatische Erlebnis kann unmittelbar beeinflussen, wie Sie als Soldatin oder Soldat fortan über sich selbst, andere, die Welt und Ihre Zukunft denken. 

Bei den meisten Menschen lassen solch typische Reaktionen auf Belastungssituationen mit der Zeit wieder nach. Bei anderen bleiben sie jedoch bestehen und sind sehr ernst zu nehmen: Das Alltagsleben kann durcheinander geraten und die negativen Überzeugungen prägen sich ein oder intensivieren sich sogar. Lesen Sie mehr zu PTBSPosttraumatische Belastungsstörung und Trauma.

Als Soldatin oder Soldat PTBSPosttraumatische Belastungsstörung akzeptieren

Der erste Schritt zur Therapie und Behandlung ist die Akzeptanz der eigenen Situation: Machen Sie sich zuerst einmal selbst bewusst, dass Ihre PTBSPosttraumatische Belastungsstörung eine menschliche Reaktion auf ein sehr belastendes Ereignis ist. 

Auch wenn Sie bei den Erinnerungen immer wieder schmerzvolle Gefühle spüren, ist das die Reaktion Ihrer Seele, die das Geschehene verarbeiten möchte. Das zu verhindern, zum Beispiel durch Verdrängung oder Betäubung, kann die PTBSPosttraumatische Belastungsstörung verstärken und zu weiteren psychischen Erkrankungen führen.

Obwohl eine PTBSPosttraumatische Belastungsstörung mit 2,9 Prozent vergleichsweise selten als Folge eines Auslandseinsatzes auftritt, sollten Sie als Einsatzrückkehrerin oder Einsatzrückkehrer mögliche Symptome ernst nehmen. Die Bundeswehr bietet Ihnen ein breites Angebot an professioneller Beratung und Unterstützung

Sie sind sich unsicher, ob Sie an einer PTBSPosttraumatische Belastungsstörung leiden? Der PTBSPosttraumatische Belastungsstörung-Test der Bundeswehr gibt Ihnen ersten Aufschluss. 

Warum gerade ich?

Grundsätzlich: eine PTBSPosttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln, ist kein Zeichen von Schwäche, fehlender Leistungsfähigkeit oder ungenügender soldatischer Fähigkeit. Es kann jede oder jeden treffen!

Hat man PTBSPosttraumatische Belastungsstörung, so ist man dadurch nicht „verrückt“ oder automatisch verwendungsunfähig, sondern die Belastungsstörung ist in den meisten Fällen heilbar. Sie muss keineswegs zu Dienstunfähigkeit oder dem Ende einer bis dahin einwandfreien militärischen Laufbahn führen.

PTBSPosttraumatische Belastungsstörung verläuft bei jeder und jedem individuell und kann oft innerhalb von Monaten erfolgreich behandelt werden. Professionelle Hilfe ist dabei wichtig, um früh die Weichen für eine Besserung zu stellen. 

Oberfeldärztin Franziska Langer in einem Gespräch mit einem PTBS-Patienten

Eine unbehandelte PTBSPosttraumatische Belastungsstörung beeinträchtigt Soldatinnen und Soldaten häufig jahrelang. Eine professionelle Psychotherapie kann Betroffene zurück in ein normales Leben begleiten

Bundeswehr/Jonas Weber

Hier finden Sie einen Überblick der Risikofaktoren, die bei Soldatinnen und Soldaten eine PTBSPosttraumatische Belastungsstörung begünstigen können:

Vor dem Trauma

Während des Traumas 

Nach dem Trauma

Teilnahme an einem Auslandseinsatz der Bundeswehr

die Überzeugung, sterben zu müssen

fehlende soziale Unterstützung, Unverständnis in der Familie oder im Kameradenkreis, Probleme mit Vorgesetzten

psychische Störung oder Suchterkrankungen in der eigenen Familie

große Hilflosigkeit, als real erlebte Todesangst

weitere belastende Erlebnisse (zum Beispiel Trennung oder Scheidung, Dienstortwechsel) 

frühere traumatische Erlebnisse, zum Beispiel Missbrauch oder Misshandlung

eine Dissoziation (psychische Abspaltung oder Loslösung) von sich selbst

vorbestehende psychische Beeinträchtigung

schwere Verwundung oder Verletzung 

Posttraumatischen Belastungsstörungen bei Soldaten vorbeugen

Soldatinnen und Soldaten müssen in hohem Maße körperlich und psychisch belastbar sein. Ihr Fitness-Level ist vergleichbar mit dem von Leistungssportlern, die in Vorbereitung auf Wettkämpfe sowohl die körperliche als auch mentale Fitness trainieren.

Mit verschiedenen Maßnahmen zur Prävention und Stärkung sorgt die Bundeswehr dafür, dass ihre Angehörigen für den täglichen Dienstbetrieb und Einsatz fit sind.

Prävention vor Einsatz

Im Rahmen der „Einsatzlandunspezifischen Ausbildung“ (ELUSA) erlernen Soldatinnen und Soldaten grundlegende Fertigkeiten und Verhaltensweisen, die ihnen helfen, die besonderen Belastungen von Einsätzen zu bewältigen. In simulierten Situationen wenden sie das erlernte Wissen praktisch an und üben den Ernstfall.

Prävention im Einsatz

In den meisten Einsätzen werden Bundeswehr-Angehörige vor Ort durch Truppenpsychologinnen und –psychologen begleitet. Sie bieten zum Beispiel Ausbildungsunterstützung, Einzelberatung, Führungsberatung, Coaching und psychologische Krisenintervention. 

Besonders belastete Soldatinnen und Soldaten können mehrtägige Maßnahmen zur Regeneration in Anspruch nehmen. 

Bei akuten Ereignissen stehen „Psychologische Ersthelfer“ mit spezieller Ausbildung ihren Kameradinnen und Kameraden als Gesprächspartner vor Ort zur Seite. Auch die Militärseelsorge im Einsatz bietet Möglichkeiten für Gespräche und kontinuierliche Begleitung.

Prävention nach Einsatz

Um einer PTBSPosttraumatische Belastungsstörung vorzubeugen, nehmen alle Soldatinnen und Soldaten nach dem Einsatz an einem mehrtägigen Einsatznachbereitungsseminar teil. Es findet in den ersten drei Monaten nach der Rückkehr statt. Dort können die Kameradinnen und Kameraden in Gruppen über das Erlebte sprechen. Speziell geschultes Personal leitet und moderiert die Gespräche. Das Seminar ist emotional intensiv und kann dabei helfen, sich abschließend mit den Einsatzerlebnissen auseinanderzusetzen. 

Partnerin umarmt einen PTBS-Soldat

Bundeswehr/Andrea Bienert

Zudem können Einsatzrückkehrende bei ihren Disziplinarvorgesetzten die Teilnahme an einer dreiwöchigen, freiwilligen Präventivkur beantragen. Maßgeblich hierfür ist, dass die Soldatin oder der Soldat im Einsatz Belastungen ausgesetzt war, jedoch bei der Rückkehrer-Begutachtung keine gesundheitlichen Einschränkungen aufweist. Die Truppenärztin oder der Truppenarzt stellt dazu die sogenannte „Kurtauglichkeit“ fest.

Die Präventivkur sollte möglichst innerhalb von sechs Monaten nach Rückkehr stattfinden. Auch Beamtinnen, Beamte, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Soldatenstatus im Auslandseinsatz waren, können teilnehmen.

So hilft die Bundeswehr Soldatinnen und Soldaten mit PTBSPosttraumatische Belastungsstörung

Sie haben den Verdacht, als Soldatin oder Soldat im Einsatz an PTBSPosttraumatische Belastungsstörung erkrankt zu sein? Nutzen Sie die medizinischen und psychologischen Behandlungsmöglichkeiten, die Ihnen die Bundeswehr bietet:

Das Kommando Regionale Sanitätsdienstliche Unterstützung betreibt eine sanitätsdienstliche, zentrale Koordinierungs- und Ansprechstelle für Einsatzgeschädigte. Hier erhalten Sie Antworten auf Ihre fachlich-medizinischen Fragen. Um für die Betroffenen ein optimales Behandlungsergebnis erzielen zu können, arbeiten die Sanitätsunterstützungszentren, Truppenärztinnen und Truppenärzte sowie das Zentrum für Sportmedizin der Bundeswehr und das PTZPsychotraumazentrum Hand in Hand.

Die Interdisziplinären Patientenzentrierten Rehabilitationsteams (IPRInterdisziplinäre Patientenzentrierte Rehabilitationsteams) planen bei einer PTBSPosttraumatische Belastungsstörung Ihre Behandlung. Sie entwickeln individuelle Behandlungs- und Therapiepläne und teilen Ihnen eine eigene Ansprechstelle zu. Die IPRInterdisziplinäre Patientenzentrierte Rehabilitationsteams stellen Ihre Rehabilitation einschließlich der fachübergreifenden Behandlung, der Pflegemaßnahmen und der Wiedereingliederung sicher.

Sie steuern die Beantragung Ihrer medizinischen Heil- und Hilfsmittel, sofern diese in die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung fallen. Zusätzlich arbeiten sie eng mit dem Zentrum für Sportmedizin der Bundeswehr und dem PTZPsychotraumazentrum zusammen.

Die Sportschule der Bundeswehr führt die Trainings „Sporttherapie nach Einsatzschädigung“ und „Spezielle Sporttherapie nach Einsatzschädigung“ durch. Beide Trainings sind ein Teil der Rehabilitationsmaßnahmen am Zentrum für Sportmedizin der Bundeswehr

Die körperlich-sportlichen Aktivitäten unterstützen den komplexen Prozess der psychiatrisch-psychotherapeutischen Rehabilitation bei an PTBSPosttraumatische Belastungsstörung erkrankten Soldatinnen und Soldaten. Betroffene, die körperliche Symptome zeigen, werden für Rehabilitationsmaßnahmen vorgezogen.

Die Bundeswehr baut selbst wissenschaftlich fundierte wehrpsychiatrische und -psychologische Expertise zu PTBSPosttraumatische Belastungsstörung bei Soldatinnen und Soldaten auf. Das Psychotraumazentrum der Bundeswehr führt wissenschaftliche Grundlagenarbeit mit den Erkenntnissen aus Behandlung, Betreuung und Fürsorge zusammen. So entsteht ein unmittelbarer Wissens- und Erfahrungstransfer. Die Ergebnisse fließen in Ihre medizinische Begutachtung und Behandlung ein. 

Mehr zu PTBSPosttraumatische Belastungsstörung-Forschung

In der Bundeswehr haben vier unabhängige Fachdienste den Auftrag, psychosoziale Unterstützung anzubieten: der Sozialdienst, der Sanitätsdienst, der Psychologische Dienst sowie die Militärseelsorge. Neben ihren Aufgaben innerhalb ihrer jeweiligen Fachgebiete stimmen sich die Angehörigen dieser vier Fachdienste an den Standorten untereinander ab und bilden auf diese Weise vor Ort das jeweilige Psychosoziale Netzwerk oder kurz: das PSNPsychosoziales Netzwerk.

Diese Fachleute bieten Ratsuchenden an den jeweiligen Standorten konkrete Beratung und Unterstützung bei den unterschiedlichsten sozialen oder psychischen Anliegen und Belastungen. Ihre Angebote sind aber keine Therapie, sondern eine präventive – also vorbeugende – Unterstützung zur Bewältigung psychosozialer Probleme. Das Ziel dabei ist die „Hilfe zur Selbsthilfe“ beziehungsweise bei Bedarf auch die Empfehlung, eine therapeutische Behandlung in Betracht zu ziehen.

Alle Anliegen von Ratsuchenden werden vertraulich behandelt. Das Betreuungsportal der Bundeswehr bündelt Online-Betreuungsangebote für alle aktiven und ehemaligen Soldatinnen und Soldaten mit PTBSPosttraumatische Belastungsstörung.

Mit der Smartphone-App „CoachPTBS” können Sie sich selbst erste Hilfe holen – und das anonym und schnell. Sie erhalten Infos zu Symptomen, möglichen Folgen und Therapie-Möglichkeiten. Als Soforthilfe finden Sie in der App Hörübungen. Zudem beantwortet die App auch gängige versorgungsrechtliche Fragen.

Wollen Sie direkt mit einem Experten in Kontakt treten, verbindet Sie die App mit einem passenden Ansprechpartner der Bundeswehr oder anderen Einrichtungen. Coach PTBSPosttraumatische Belastungsstörung ist für Android und iOS über den App- beziehungsweise Play-Store kostenlos verfügbar. 

Ehemalige und aktive Soldatinnen und Soldaten mit einer PTBSPosttraumatische Belastungsstörung können an einer Online-Schreibtherapie teilnehmen. Diese wissenschaftlich gut belegte Hilfe dauert etwa fünf bis sechs Wochen.

Die Schreibtherapie eignet sich sowohl für Soldatinnen und Soldaten, die in der Vergangenheit wegen PTBSPosttraumatische Belastungsstörung therapiert wurden und wieder Probleme haben, als auch für akut Erkrankte. Eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut begleitet Sie während der gesamten Behandlung. Wann und wo Sie schreiben, legen Sie selbst fest. 

Melden Sie sich gern bei uns für ein unverbindliches telefonisches Erstgespräch:

E-Mail: onlinetherapie@ptzbw.de und js@ptzbw.de
Telefon: +49 30 838 63101 (von Dienstag bis Freitag von 10-15 Uhr)

Die Lotsinnen und Lotsen für Einsatzgeschädigte werden vom Zentrum Innere Führung der Bundeswehr ausgebildet. Sie, aber auch Ihre Angehörigen, können die Lotsinnen und Lotsen in den Dienststellen der Bundeswehr kontaktieren. Sie sind Kameradin, Kamerad, Gesprächspartnerin, Gesprächspartner, aber auch Wegbegleiterin, Wegbegleiter und Vermittlerin oder Vermittler für Soldatinnen und Soldaten mit PTBSPosttraumatische Belastungsstörung und anderen Einsatzschädigungen. Sie kennen die Hilfs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote für PTBSPosttraumatische Belastungsstörung und andere Problemstellungen innerhalb und außerhalb der Bundeswehr und stehen Ihnen bei. 


Fragen Sie uns

Wenn Sie vermuten, dass Sie unter einer PTBSPosttraumatische Belastungsstörung leiden, finden Sie hier Beratung – vertraulich behandelt und anonym beantwortet.

Soldat und PTBSPosttraumatische Belastungsstörung – wie geht es weiter?

Leiden Sie unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung, stellen Sie sich sicher die Frage, wie es bei Ihnen beruflich und finanziell weitergeht. Die Bundeswehr lässt Sie auch hier nicht allein. Soldatinnen und Soldaten mit anerkannter PTBSPosttraumatische Belastungsstörung erhalten Versorgung, für die es klare Regelungen und Abläufe gibt. In einem Wehrdienstbeschädigungsverfahren (WDBWehrdienstbeschädigung-Verfahren) wird festgestellt, ob Ihre Krankheit aufgrund des Wehrdienstes entstanden ist. Die rechtliche Grundlage bilden das Soldatenversorgungsgesetz (SVG), das Bundesversorgungsgesetz (BVG), sowie die „Versorgungsmedizin-Verordnung“. Als erstes wird im WDBWehrdienstbeschädigung-Verfahren untersucht, ob Ihre Krankheit mit dem Wehrdienst zusammenhängt. Außerdem wird festgestellt, wie sich PTBSPosttraumatische Belastungsstörung auf Sie und Ihren beruflichen Alltag auswirkt.

Letztlich stellt das WDBWehrdienstbeschädigung-Verfahren fest, ob Ihre Krankheit aufgrund des Wehrdienstes entstanden ist. Die rechtliche Grundlage bildet die „Versorgungsmedizin-Verordnung“.

Lotsinnen und Lotsen geben Einsatzgeschädigten Orientierung. Ergänzend beraten und unterstützen sie aber auch Vorgesetzte in der Wahrnehmung ihrer Fürsorge gegenüber Einsatzgeschädigten.

Das BAPersBwBundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr beauftragt ein ärztliches Gutachen dazu, ob Gesundheitsstörungen mit dem Wehrdienst zusammenhängen und welcher Grad der Schädigungsfolgen (GdSGrad der Schädigungsfolgen) vorliegt. Hierzu werden Ärztinnen und Ärzte der Bundeswehr oder außerhalb der Bundeswehr hinzugezogen. Diese ärztlichen Gutachten werden durch die Versorgungsmedizinerinnen und -mediziner der Bundeswehr geprüft.

Bei einem anerkannten GdSGrad der Schädigungsfolgen von mindestens 25 über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten haben Betroffene einen Anspruch auf Leistungen der Beschädigtenversorgung nach dem Soldatenversorgungsgesetz. Diese erfolgen abhängig von der Art der Anerkennung gegebenenfalls in Form eines monatlichen Ausgleichs in Höhe der Grundrente nach dem Bundesversorgungsgesetz.

Ist das versorgungsmedizinische Gutachten erstellt, entscheidet das BAPersBwBundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr, ob Sie Ansprüche auf Leistungen der Beschädigtenversorgung haben. Entsprechend erhalten Sie einen Anerkennungs- oder Ablehnungsbescheid. 

Was passiert bei Arbeitsunfähigkeit durch PTBSPosttraumatische Belastungsstörung?

Müssen Sie als Soldatin oder Soldat wegen einer durch einen Einsatzunfall erlittenen PTBSPosttraumatische Belastungsstörung medizinisch behandelt werden oder ist Ihre Arbeitsfähigkeit längere Zeit beeinträchtigt, haben Sie eine nicht nur geringfügige gesundheitliche Schädigung. Dann gilt für Sie das Einsatz-Weiterverwendungsgesetz (EinsatzWVG). Treffen diese Voraussetzungen zu, dann treten Sie in die Schutzzeit ein. Diese schützt Sie vor einer Entlassung oder Versetzung in den Ruhestand wegen einsatzunfallbedingter Dienstunfähigkeit. Im Rahmen der Schutzzeit besteht auch die Möglichkeit, Leistungen zur beruflichen Qualifizierung zu erhalten. Sollte Ihr Dienstverhältnis während der Schutzzeit enden, scheiden Sie nicht aus der Bundeswehr aus, sondern treten in ein Wehrdienstverhältnis besonderer Art ein.

Was, wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann?

Wurden Sie in die Schutzzeit nach dem Einsatz-Weiterverwendungsgesetz (EinsatzWVG) aufgenommen, haben Sie grundsätzlich Anspruch auf erforderliche Leistungen zur beruflichen Qualifizierung. Ihre Erwerbsfähigkeit soll entsprechend Ihrer Leistungsfähigkeit erhalten, verbessert, hergestellt oder wiederhergestellt werden. Ziel ist es, Ihnen 

  • eine Weiterverwendung nach dem EinsatzWVG (als Berufssoldatin/Berufssoldat; Beamtin/Beamter oder als Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer) oder 
  • eine sonstige Eingliederung in das Arbeitsleben möglichst auf Dauer zu sichern. 

Sind Leistungen zur beruflichen Qualifizierung erforderlich, hält der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr) den Leistungsumfang und die voraussichtliche Dauer gemeinsam mit Ihnen in einem Förderungsplan fest. 

Im Rahmen der beruflichen Qualifizierung können Sie beispielsweise eine erforderliche Schulausbildung nachholen und eine berufliche Ausbildung durchlaufen. Sie können sich auch Ihrer Situation entsprechend beruflich anpassen und weiterbilden lassen. Zum Leistungsumfang gehören auch die Vorbereitung auf den Beruf und Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes.

Der Beginn der beruflichen Qualifizierung wird in der Regel nach der medizinischen Rehabilitation und in Abstimmung mit dem Sanitätsdienst festgelegt. Für die Maßnahmen der beruflichen Qualifizierung nach dem EinsatzWVG bis zu deren Abschluss stehen zunächst fünf Jahre zur Verfügung. Wenn diese Zeit nicht ausreicht, das Erreichen des Qualifizierungsziels aber zu erwarten ist, besteht eine Verlängerungsmöglichkeit um bis zu drei Jahre.

Für alle Belange der beruflichen Rehabilitation steht Ihnen der BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr als Partner zur Verfügung. Seine Beraterinnen und Berater helfen Ihnen bei allen Fragen zur beruflichen Orientierung und Qualifizierung.

Bin ich sozial und finanziell abgesichert?

Während Ihrer Schutzzeit erhalten Sie weiterhin Ihre Besoldung sowie alle sonstigen Leistungen der Bundeswehr, einschließlich der medizinischen Versorgung. Bleibt am Ende Ihrer Schutzzeit aufgrund der erlittenen PTBSPosttraumatische Belastungsstörung eine Beeinträchtigung mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 30 Prozent zurück, haben Sie nach dem Einsatz-WVG einen Anspruch auf unbefristete Weiterverwendung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung. Dies kann als Berufssoldatin oder Berufssoldat, als Beamtin oder Beamter auf Lebenszeit oder in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verteidigung erfolgen. Je nach Dienstverhältnis müssen Sie dazu unterschiedliche Voraussetzungen erfüllen. Darüber hinaus haben Sie auch einen Anspruch auf berufliche Qualifizierung für eine mögliche Eingliederung in den zivilen Arbeitsmarkt. Für alle Fragen zum Einsatz-Weiterverwendungsgesetz und zur Personalführung bei Einsatzschädigung wenden Sie sich an die Zentrale Koordinierungs- und Ansprechstelle Einsatzgeschädigte im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (künftig Zentrale Ansprech-, Leit- und Koordinierungsstelle für Menschen, die unter Einsatzfolgen leiden).

Zu den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern

Wenn der Einsatz nicht endet…

Die Broschüre richtet sich an Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die mit PTBS aus einem Auslandseinsatz heimgekehrt sind.

Hier finden Sie die Broschüre als PDF-Datei : Wenn der Einsatz nicht endet… PDF, nicht barrierefrei, 3,3 MB
 Vorschaubild Broschüre "Wenn der Einsatz nicht endet"

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