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Truppe erlebbar

Tag der Bundeswehr 2026 – Nah dran, bereit, tapfer

Tag der Bundeswehr 2026 – Nah dran, bereit, tapfer

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Am 6. Juni 2026 öffnete die Bundeswehr an zehn Standorten von Eckernförde im Norden bis München im Süden ihre Tore für die Öffentlichkeit. Der Tag der Bundeswehr zeigte eindrucksvoll, wofür die Truppe steht: Schutz, Verantwortung, Einsatzbereitschaft und Tapferkeit - mit Vorführungen, Technik zum Anfassen und Gesprächen, die in die Tiefe gingen.

Ein Panzer im Vordergrund und viele Personen im Hintergrund.

Insgesamt rund 340.000 Besucherinnen und Besucher – so viele wie noch nie in den Vorjahren – verschafften sich an den 10 Standorten ihren ganz persönlichen Eindruck von ihrer Bundeswehr

Bundeswehr/Schulte

Nunmehr zum zwölften Mal in Folge lud die Bundeswehr ein, einen Blick hinter die Kasernentore zu werfen! Und so viele Menschen wie nie zuvor nutzten die Gelegenheit, quer durch die Republik ihre Streitkräfte kennenzulernen und sich aus erster Hand zu informieren. Insgesamt rund 340.000 Besucherinnen und Besucher verschafften sich ihren ganz persönlichen Eindruck von ihrer Bundeswehr. Jeder Standort setzte dabei eigene Schwerpunkte und bot ein individuelles Programm – und zusammen ergaben sie ein Bild der Bundeswehr in ihrer ganzen Vielfalt. Allen gemein waren die vielen Gespräche auf Augenhöhe mit den Soldatinnen und Soldaten sowie den zivilen Mitarbeitenden der Bundeswehr.

Verteidigungsminister Boris Pistorius begrüßte von der Universität der Bundeswehr München aus die Bundeswehrangehörigen und Gäste am Tag der Bundeswehr. „,Wir sind da!‘ gilt in der Truppe nicht nur am Tag der Bundeswehr, sondern über das gesamte Jahr: Für die Menschen in unserem Land, für unsere Verbündeten und Partner. Das wissen auch diejenigen in Europa und der Welt, die gewaltvoll Grenzen verschieben und Kriege führen“, unterstrich er in seiner Rede und lud alle Gäste dazu ein, den Tag zu nutzen, um mit den Menschen zu sprechen, die die Bundeswehr ausmachen. Die Rede des Ministers wurde an allen teilnehmenden Standorten live übertragen. Auf dem Marktplatz in Weißenfels in Sachsen-Anhalt gab es spontanen Beifall für seine Äußerung: „Sagen Sie unseren Frauen und Männern gern auch einfach mal: ,Danke‘! Die Soldatinnen und Soldaten sind es, auf die Sie zählen können, sollte es einmal ernst werden.“

Boris Pistorius im Porträt Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski
„Der Tag der Bundeswehr zeigt, was unsere Frauen und Männer leisten, was sie können, wer sie sind. Er zeigt aber auch: Die Bundeswehr gehört in die Mitte der Gesellschaft.“

Wie wichtig die Stärkung der Streitkräfte gerade in einer Zeit sei, in der Konflikte weltweit eskalieren, hatte Pistorius schon in seiner Rede betont: „Verteidigungsfähigkeit ist keine Sache einiger weniger Berufssoldatinnen oder Berufssoldaten – es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Im Gespräch mit Rekrutinnen und Rekruten informierte sich Pistorius über deren erste Eindrücke in den Streitkräften. Der Minister begrüßte das große Interesse junger Menschen an der Bundeswehr: „Allein im vergangenen Jahr konnten wir rund 25.000 neue Soldatinnen und Soldaten gewinnen – so viele, wie schon seit vielen Jahren nicht mehr.“

Der Tag der Bundeswehr im Livestream

Auch über den YouTube-Livestream konnten diejenigen zuschauen, die nicht selbst vor Ort dabei sein konnten. Gesendet wurde aus dem gläsernen Studio am Standort Munster mit Schalten in die anderen neun Standorte, Live-Interviews und Hintergrundgesprächen. Schon am Nachmittag hatte der Stream über 1,3 Millionen Aufrufe. Sie können sich die rund zweistündige Sendung hier noch einmal anschauen:

Tapferkeit – ein Thema, das an den Standorten bewegte

Im Livestream kam auch Oberstabsfeldwebel Jan H. zu Wort. Er ist einer von rund 30 Trägern des Ehrenkreuzes für Tapferkeit in der Bundeswehr und sprach über seine Erfahrungen. Das Thema bewegte die Standorte: Was bedeutet Tapferkeit heute, in einer Zeit, in der der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine in das fünfte Jahr gegangen ist, dieser Krieg mitten in Europa damit schon jetzt länger tobt als der Erste Weltkrieg und in einer Zeit, in der Frieden keine Selbstverständlichkeit mehr ist?

Soldatinnen und Soldaten geloben oder schwören, das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Keine andere Berufsgruppe verpflichtet sich zu etwas Vergleichbarem – und genau das wurde am Tag der Bundeswehr an allen zehn Standorten in vielen Gesprächen spürbar und erlebbar: Tapferkeit ist keine abstrakte Tugend. Sie verlangt, Verantwortung zu übernehmen und ist bei der Bundeswehr ein gelebtes Versprechen.

Bundeswehr erleben: Einblicke an zehn Standorten

In Kastellaun eröffnete eine spektakuläre Fallschirmsprung-Demonstration den Tag auf dem Standortübungsplatz Pydna. Das Informationstechnikbataillon 282 zeigte moderne IT-Systeme, Drohnen und Robotik neben militärischer Großtechnik wie dem Kampfpanzer Leopard 2 und dem Schützenpanzer Puma.

In Eckernförde öffnete der Marinestützpunkt seine Tore und gab Einblicke in eine der vielseitigsten Einrichtungen der Marine: Das 1. U-Boot-Geschwader, das Seebataillon, das Ausbildungszentrum U-Boote und das Kommando Spezialkräfte der Marine gewährten seltene Einblicke in ihre Arbeit. Dynamische Vorführungen des Seebataillons und ein Überflug des Seefernaufklärers P-8A Poseidon sorgten für maritime Akzente.

Dem Fliegerhorst Laage bei Rostock stattete Bundeskanzler Friedrich Merz eine Stippvisite ab und kam mit der Truppe und Gästen ins Gespräch. Wer wissen wollte, wie es sich anfühlt, Eurofighter-Pilotin oder -Pilot zu sein, hatte die Gelegenheit, es aus erster Hand zu erfahren – und zwar direkt im Gespräch mit den Besatzungen.

Der Marinefliegerhorst Nordholz an der Nordseeküste beeindruckte die Besucherinnen und Besucher mit Flugshows und dem Bordhubschrauber Sea Lynx, und zeigte, wie eng die Teilstreitkräfte beim Schutz der deutschen Küsten und Seewege zusammenwirken.

In Munster, einer der größten Garnisonsstädte Deutschlands, spiegelte das Programm an der Panzertruppenschule die gesamte Bandbreite der Streitkräfte wider. Fallschirmsprünge, dynamische Vorführungen von Großgerät, Fernspähkräfte in ihrem „natürlichen Habitat” und die Partyband des Heeresmusikkorps Hannover machten den Tag zu einem Erlebnis. Hier begrüßte Vize-Kanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil die rund 47.000 Besucherinnen und Besucher in seiner Heimatstadt.

Im westfälischen Höxter präsentierte das ABC-Abwehrregiment 7 einen seltenen Einblick in einen ganz speziellen Bereich der Bundeswehr: Dekontamination, Schutzausrüstung und der Umgang mit atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungen wurden für das Publikum unmittelbar erfahrbar.

In Unna öffnete die Glückauf-Kaserne ihre Tore mit einem Programm, das die gesamte Breite der Bundeswehr abbildete: Alle Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche waren vertreten: mit Gerät, Informationsständen und ganz viel Gesprächsbereitschaft.

Im sachsen-anhaltischen Weißenfels präsentierte sich die Bundeswehr neben der Festwiese auch auf dem Marktplatz im Herzen der Altstadt - ein Format, das die Verankerung der Streitkräfte in der Gesellschaft besonders deutlich macht. Weißenfels ist der größte Sanitätsstandort der Bundeswehr. Wichtige Programmpunkte waren daher auch die Präsentation des geschützten Verwundeten-Transportcontainers und des geschützten Sanitätskraftfahrzeugs. Die Schnellen Einsatzkräfte Sanität aus dem ostfriesischen Leer zeigten eine dynamische Vorführung Erstversorgung im Gefecht (Tactical Combat Casualty Care) auf der Festwiese.

Im bayerischen Weiden in der Oberpfalz erlebten Besucherinnen und Besucher in der Major-Radloff-Kaserne unter anderem die Panzerhaubitze 2000 – eines der modernsten Artilleriegeschütze weltweit – aus nächster Nähe. Aber nicht nur das: In Weiden wurden „70 Jahre Artillerie in der Bundeswehr“ gefeiert mit einer Zeitreise von den Anfängen der Truppengattung bis hin zur aktuellen Ausrüstung.

Und in München schließlich wurden an der Universität der Bundeswehr nicht nur rund 550 Offizieranwärterinnen und -anwärter durch Minister Pistorius befördert: Wer wissen wollte, welche Zukunftstechnologien die Bundeswehr beschäftigen und wie Landesverteidigung im 21. Jahrhundert gedacht wird, fand hier seine Antworten.

An allen Standorten fanden exklusive Führungen durch Talentscouts großen Zuspruch: Junge Menschen konnten sich ausführlich über zahlreiche Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr informieren – militärisch wie zivil, von der Ausbildung über IT und Technik bis hin zu Spezialverwendungen.

Ein starkes Signal für Sicherheit, Dialog und Verantwortung

Der Tag der Bundeswehr 2026 war mehr als eine Leistungsschau. Er war ein Tag der Begegnung, des Dialogs und der Transparenz. Er ein starkes Signal dafür, dass die Bundeswehr bereitsteht: für das Land, die Bündnispartner und für den Schutz der Menschen, denen sie dient. Gut ausgebildet, professionell und gesellschaftlich verankert. Und tapfer, wenn es darauf ankommt.

von Sebastian Bangert und Barbara Gantenbein 

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