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Humanitäre Hilfe

Erstes Transportflugzeug A400M aus Wunstorf nach Venezuela gestartet

Erstes Transportflugzeug A400M aus Wunstorf nach Venezuela gestartet

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Ein Erdbeben eines dort noch nie dagewesenen Ausmaßes hat Venezuela erschüttert. In dem südamerikanischen Land wird mit Tausenden Toten und Verletzten gerechnet. Der Verteidigungsminister hat Hilfe auf den Weg gebracht. Ein erster A400M mit Hilfsgütern und Personal hob um 11:09 Uhr in Wunstorf ab. 

Einsatzkräfte des THW steigen über die Heckrampe an Board eins A400M der Luftwaffe.

Die Luftwaffe hat am Vormittag die ersten THW-Angehörigen mit Hunden und rund neun Tonnen Material an Bord des A400M genommen. Die Transportmaschine auch als fliegendes Krankenhaus genutzt und zum medizinischen Krankentransport umgerüstet werden.

picture alliance/dpa

An Bord der ersten Transportmaschine befinden sich außer der Luftwaffen-Crew 26 THW-Angehörige vom SEEBA-Team (Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland) mit ihren Hunden sowie 8,7 Tonnen Material für Ortung und Bergung.

Aus Wunstorf werden noch heute drei weitere Flugzeuge des Lufttransportgeschwaders 62 nach Venezuela starten. Zudem ist bereits ein Vorauskommando der Bundeswehr auf dem Weg, um die Lage vor Ort zu erkunden.

„Innerhalb von 24 Stunden haben wir es geschafft, in Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen vier Maschinen zu planen, zu beladen und in weiteren 14 Stunden erste Hilfe ins Krisengebiet zu bekommen“, sagt Oberst Markus Knoll, Kommodore des Wunstorfer Lufttransportgeschwaders (LTG) 62.

Boris Pistorius im Porträt Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski
„Die Nachricht von den vielen Tausenden Toten in Venezuela hat mich tief erschüttert. Jetzt gilt es, schnell Hilfe zu leisten.“

Sechs A400M für Hilfseinsätze bereit

Insgesamt stellt die Bundeswehr bis zu sechs A400M für die Erdbebenhilfe bereit: Fünf Transportflugzeuge sowie einen Rettungsflieger (Medical Evacuation, MedEvac), der Patienten zur weiteren medizinischen Versorgung transportieren kann. Dieser wird im sich im Tagesverlauf auf den Weg in das 8.200 Kilometer entfernte Katastrophengebiet machen. Für den Weg benötigen die Maschinen rund 13 Stunden reine Flugzeit.

Viel Erfahrung mit Hilfseinsätzen

Das Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf unterstützt jetzt zivile Hilfs- und Katastrophenschutzorganisationen als Logistikhub. Die Soldatinnen und Soldaten in Wunstorf haben viel Erfahrung mit Hilfseinsätzen: So war der Verband bereits 2023 beim Transport von Hilfsgütern in das Erdbebengebiet in der Türkei und 2024 sowie 2025 beim Abwurf von Hilfsgütern über dem Gazastreifen beteiligt.

Der Hilfseinsatz in Venezuela wird europäisch abgestimmt. In Deutschland koordiniert der Krisenstab der Bundesregierung die Unterstützung.

Rettungskräfte suchen Überlebende

Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten am späten Mittwochnachmittag (Ortszeit) vor allem den Nordwesten und das Zentrum Venezuelas erschüttert. Besonders betroffen sind die Region La Guaira an der Karibikküste und die Hauptstadt Caracas.

Die Regierung Venezuelas hat den nationalen Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe gebeten. Rettungskräfte suchen trotz zahlreicher Nachbeben unermüdlich in den Trümmern nach Verschütteten. Das katastrophale Ausmaß der Zerstörung wird stündlich klarer.

von Barbara Gantenbein

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