Mobile Feldküche schafft auch am Polarkreis heiße Mahlzeiten

Mobile Feldküche schafft auch am Polarkreis heiße Mahlzeiten

  • Beschaffung
  • AIN
Datum:
Ort:
Norwegen
Lesedauer:
2 MIN

Am 24. März 2020 erfolgte die Vertragsunterzeichnung für das Projekt „Mobile Feldküche“. Inzwischen geht deren Erprobung mit großen Schritten voran.

Vor Bäumen stehen zwei grüne und ein weißer Container, daneben steht ein Auto

Der Versuchsaufbau der Mobilen Feldküche für die Erprobung bei eisiger Kälte

Bundeswehr/Stork

Nach Auslieferung des ersten Systems an die Logistikschule der Bundeswehr wurden dort bereits die Ausbildung des Erprobungsteams und erste technisch-logistische Anteile der sogenannten Integrierten Nachweisführung durchlaufen. Diese dient der Eignungsfeststellung des Systems unter Berücksichtigung aller Projektelemente. Sie erfolgt unter einsatznahen Bedingungen und ist Voraussetzung für die spätere Zulassung der Feldküche.

Vom 15. Januar bis zum 4. Februar 2021 findet dazu der Anteil „Kälteerprobung“ der taktischen Einsatzprüfung oberhalb des Polarkreises in der Nähe von Overbygd in Nord-Norwegen statt. Die Temperaturen fallen hier immer wieder dauerhaft und tief unter den Gefrierpunkt. Es sind bereits unter -25° C gemessen worden.

Kompetentes Erprobungsteam aus vielen Bereichen

Olive Container stehen vor Bäumen und hellen Lichtern am dunklen Himmel

Ein besonderer Augenblick für das ganze Team: das Polarlicht bleibt allen in Erinnerung

Bundeswehr/Schlicht

Keine Erprobung kann ohne Spezialistinnen und Spezialisten durchgeführt werden. Das 15-köpfige Team wurde deshalb aus verschiedenen Fachbereichen zusammengestellt. Neben der Projektleitung aus dem Referat U3.1 des BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr sind auch Angehörige der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt und Plön, des Ausbildungszentrums Technische Landsysteme in Aachen und der 2. und 7. Kompanie des Spezialpionierregimentes 164 in Husum mit dabei.

Die Fachexpertise zu Fragen der Lebensmittelhygiene wird von einer Veterinärin des Kommandos Sanitätsdienst der Bundeswehr in Koblenz beigesteuert.

Problemloser Betrieb auch nach Durchfrieren der Küche

Zwei grüne Container stehen auf schneebedecktem Boden, davor steht ein Mann

Noch ein paar Handgriffe – dann steht die Feldküche

Bundeswehr/Stork

Trotz weiter verschärfter Covid-19-Auflagen der norwegischen Armee und der zuständigen Behörden läuft die Erprobung planmäßig. Die Mobile Feldküche wurde nach Ankunft der Container mit dem systemeigenen Hubstützensystem abgeladen und anschließend aufgebaut. Nach einem ersten Funktionstest aller Geräte konnte das System bis zum nächsten Morgen „durchfrieren“, natürlich noch ohne Befüllung des Trinkwassersystems. Damit wurde geprüft, ob das System aus tiefen Temperaturen heraus - wie vorgesehen - wieder in Betrieb genommen werden kann. Im Anschluss an die vorgeschriebenen Vorarbeiten wurde schließlich das Trinkwassersystem befüllt.

Nach vollständiger Inbetriebnahme aller Geräte konnten die kompletten Tagesverpflegungen für das zur selben Zeit vor Ort übende Gebirgsjägerbataillons 233 aus Mittenwald bislang ohne technische Probleme zubereitet werden. Auch die innerhalb eines Tages autark zu leistenden vier Betriebszyklen, die sich aus der Zubereitung von Frühstück, Mittag- und Abendverpflegung sowie einer Mahlzeit um Mitternacht (sog. Mittelwächter) zusammensetzen, konnten ebenfalls erfolgreich durchlaufen werden.

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Die geforderte Selbstversorgung ist für die Feldküche damit auch bei extrem niedrigen Temperaturen nachgewiesen. Die verbleibende Zeit der Kälteerprobung wird nun genutzt, um weitere Anforderungen der Leistungsbeschreibung detailliert zu prüfen.

von Thomas Stork

Die Beschaffung der Mobilen Feldküche

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