Vertragsunterzeichnung „Mobile Feldküche“ erfolgt

Vertragsunterzeichnung „Mobile Feldküche“ erfolgt

  • Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung
  • Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr
Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
3 MIN

Am 24. März 2020 erfolgte die Vertragsunterzeichnung für das Projekt „Mobile Feldküche“ durch die Vizepräsidentin des BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, Annette Lehnigk-Emden. Die dazugehörige 25-Mio-Vorlage war am 4. März 2020 durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages gebilligt worden.

Ein Koch arbeitet an einer Feldküche in einem Zelt.

Erhalten bald einen neuen Arbeitsplatz: die Teams der Feldküchen

Bundeswehr/Kevin Schrief

Nach der Entscheidung über die Vergabeart und der Veröffentlichung im Februar 2019 erfolgte die Vergabe im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens mit Teilnahmewettbewerb, den eine in Deutschland ansässige Firma für sich entscheiden konnte.

Der Beschaffungsrahmenvertrag sieht die Konstruktion, Herstellung und Lieferung von bis zu 400 Gesamtsystemen „Mobile Feldküche“ vor. Dazu zählen neben Ersatzteilerstausstattungen auch die Erstellung und Lieferung von Dokumentationen und Materialgrundlagen, die Durchführung von Ausbildungen, Managementleistungen sowie Transporten zu Einsatzprüfungen und Erprobungen.

Erstlieferung schon dieses Jahr - Serienbeschaffung ab 2022

Das erste Seriengerät soll im Juli dieses Jahres geliefert werden. Unmittelbar darauf schließt sich die integrierte Einsatzprüfung an der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt und der Wehrtechnischen Dienststelle 41 in Trier an. Die Kälte- und Hitzeerprobung wird an den USUnited States-amerikanischen Testeinrichtungen Cold Regions Test Center in Fort Greely, Alaska und am Yuma Proving Ground in Arizona stattfinden. Nach erfolgreichem Abschluss der Tests wird im Jahr 2022 die Serienbeschaffung mit der vereinbarten Festbeauftragung von 85 Systemen starten. Weitere Systeme „Mobile Feldküche“ können als Bestellleistungen abgerufen werden.

Das seit den 1980er Jahren genutzte System „Taktische Feldküche 250 Mann“ wurde unter den Vorgaben der Landesverteidigung in Mitteleuropa mit Abstützung auf vorhandene Infrastruktur entwickelt und entspricht nicht mehr den weltweiten Einsatzerfordernissen und Einsatzgegebenheiten. Darüber hinaus können die Hygienevorschriften und die Anforderungen der aktuellen lebensmittelrechtlichen Gesetze nicht mehr eingehalten werden. Zudem erfüllt das Altsystem nicht die militärische Forderung zur Trennung von Funktionalität und Mobilität. Hinzu kommen die Außerdienststellung und zunehmende Aussonderung der bisherigen Trägerfahrzeuge und das daraus resultierende Wegbrechen der Mobilität.

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Fähigkeitslücke wird geschlossen

Die dadurch entstehende Fähigkeitslücke soll durch das Projekt „Mobile Feldküche“ geschlossen werden. Dabei handelt es sich um ein mobiles System zur Lagerung, Vor-/Zubereitung und Abgabe von Verpflegung für bis zu 250 Verpflegungsteilnehmer im Rahmen der weltweit beweglichen Operationsführung in verschiedenen Klimazonen und Temperaturbereichen, auch in unbefestigtem Gelände.

Das System wird eingerüstet in zwei 20 Fuß-Container mit modularem Aufbau. Durch die Verwendung dieser standardisierten Container ist eine Trennung von Funktionalität und Mobilität sichergestellt. Die Besatzung besteht aus drei Soldaten oder Soldatinnen. Für das System ist sowohl der auf- als auch abgesetzte Betrieb gefordert. Außerdem wird eine systemimmanente Autarkie verlangt, das heißt vier Betriebszyklen müssen innerhalb von 24 Stunden selbstständig durchlaufen werden können. Aus diesem Grund sind alle notwendigen Geräte, Betriebsstoffe, Verpflegungstypen und Ausstattungen mitzuführen.

Die Mobile Feldküche: ein komplexes System

An den vielfältigen Forderungen ist erkennbar, dass die Mobile Feldküche mehr ist, als ein ins Feld gestellter Küchenwagen. Ein vergleichbares System ist am Markt nicht verfügbar. Um die Forderungen zu erfüllen, muss ein innovatives System- und Energiekonzept entworfen und umgesetzt werden. Eine besondere Herausforderung ist dabei der Entwurf des Zubehörcontainers. Dieser muss vergleichsweise große Lasten und Volumina aufnehmen können. Dazu gehören z.B. ein Stromerzeugeraggregat, die Heiz- und Klimaanlage, eine Batterie zur Notstromversorgung, Tanks für 3.000 Liter Frisch- und 800 Liter Abwasser, alle Zubehör- und Ausstattungsteile und ein Kühlraum mit einer Kapazität von 2 Kubikmeter für die Gruppenverpflegung von 250 Soldatinnen und Soldaten.

Eine Skizze mit zwei nebeneinander stehenden Lkw mit Container, die mit einer Schleuse und einer Treppe miteinander ve

Entwurf der mobilen Feldküche, Zubehörcontainer (links) und Küchencontainer mit Verbindungsschleuse

Kärcher Futuretech GmbH

Einsatz im Rahmen VJTFVery High Readiness Joint Task Force 2023 geplant

Das Projekt „Mobile Feldküche“ schließt damit die Fähigkeitslücke zwischen der Verpflegungszubereitung mittels der persönlichen Ausstattung des Soldaten (Individualverpflegung) und der Versorgung in einem Feldlager oder Einsatzinfrastruktur. Das Vorhaben leistet einen wichtigen Beitrag zur Durchhaltefähigkeit der Streitkräfte bei Einsätzen und humanitärer Unterstützung im In- und Ausland.

Die ersten Gesamtsysteme sollen bereits im Rahmen der Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ) 2023 zum Einsatz kommen.


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