Der Weg zum Zentrum Cyber-Operationen
- Datum:
- Ort:
- Rheinbach
- Lesedauer:
- 4 MIN
Anforderungen an das Personal für Cyber-Operationen sind hoch. Wer Teil dieses exklusiven Teams werden will, muss viele Fähigkeiten mitbringen und ein hartes Auswahlverfahren durchlaufen. Die Herausforderung lohnt sich: Wer es geschafft hat und das begehrte Abzeichen tragen darf, gehört zu einem elitären Kreis.
Zur Auswahl: Aufgaben aus den Bereichen Kryptographie, Forensik, Passwörter, die bei verschiedenen Tests möglichst schnell gelöst werden müssen.
Bundeswehr/Stefan UjDas Zentrum Cyber-Operationen (ZCO) ist die einzige Dienststelle in der Bundeswehr, die in der Lage ist, selbstständig offensive und defensive Cyber-Operationen durchzuführen. Für diesen komplexen und höchst anspruchsvollen Auftrag durchlaufen alle Angehörigen des ZCO, egal ob Cyber-Operateure oder Unterstützungskräfte, eines der schwierigsten Auswahlverfahren der Bundeswehr. Nur wer dieses übersteht, erhält danach eine einzigartige Ausbildung.
Wer seinen Dienst im Fachbereich des ZCO verrichten will, muss überdurchschnittliches Wissen in mindestens folgenden Bereichen vorweisen können:
Zusätzlich sollten mindestens erweiterte Grundlagen in diesen Bereichen vorliegen:
Charaktereigenschaften, die für das Auswahlverfahren und einen Dienst im ZCO unbedingt nötig sind, sind:
Weitere formale Anforderungen wie Restdienstzeit und die notwendige Sicherheitsüberprüfung können bei der jeweiligen Personalführung oder der begleitenden Karriereberatung bei externen Bewerbungen, erfragt werden. Grundsätzlich ist eine Verwendung im ZCO an keinen bestimmten Werdegang gebunden.
„Was wir machen ist einer der spannendsten Jobs der Berufswelt. Hier können Sie tun, wofür Sie an anderer Stelle ins Gefängnis müssten.“
Für Offiziere des Truppendienstes sowie für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger in dieser Laufbahn ist das Cyber/IT-Evaluation Center (CITEC) der erste Schritt zum ZCO. Bei diesem 2019 eingeführtem Screening an der IT-Schule der Bundeswehr in Pöcking wird die grundsätzliche Eignung für eine Verwendung in einer Fachkarriere Cyber/IT-Dienste festgestellt. Abhängig von den Ergebnissen im Testverfahren werden Empfehlungen für verschiedene Fachkarrieren als IT-Expertin und Experte ausgesprochen. Nur wer hier zur absoluten Leistungsspitze gehört, wird zum dritten und höchsten Level des Screenings nach Rheinbach ans ZCO eingeladen: Die mehrtägige CO-Eignungsfeststellung.
Unteroffiziere mit Portepee, Offiziere des militärfachlichen Dienstes, Beamtinnen und Beamte können, so lange das CITEC nur für Offiziere des Truppendienstes zur Verfügung steht, nach einem Antrag über ihre Personalführung direkt zu diesem Teil der Eignungsfeststellung anreisen.
Während des gesamten Verfahrens werden alle Anwerberinnen und Anwerber eng durch IT-Fachpersonal und die Truppenpsychologie begleitet. Je nach Testergebnis und in Abhängigkeit von den mitgebrachten Fähigkeiten wird am Ende des Testes festgestellt, ob eine Verwendung im ZCO in Frage kommt. Gegenfalls wird eine Zusage mit fachlichen Auflagen zur Weiterbildung ausgesprochen. Bei Nichtbestehen kann die Eignungsfeststellung maximal ein weiteres Mal wiederholt werden.
Bundeswehr/PIZCIR
Der Weg zum ZCO in der Übersicht (PDF, 199,5 KB)
Nach bestandener CO-Eignungsfeststellung und Versetzung werden neue Angehörige des ZCO eineinhalb Jahre durch erfahrenes Personal des ZCO ausgebildet, bevor sie an Operationen teilnehmen dürfen. Im Laufe der aufeinander aufbauenden Ausbildungsphasen müssen verschiedene Module bestanden und Leistungsfortschritte regelmäßig in Zwischenprüfungen nachgewiesen werden. Ziel ist es, die sehr unterschiedlichen Befähigungen, die alle neuen Angehörigen mitbringen, auf ein gemeinsames Level zu heben, auf den Auftrag Cyber-Operationen auszurichten und das Zusammenwirken im Team zu schulen. Erst nach einer bestandenen komplexen Abschlussübung im Team wird weiter spezialisiert.
Die Ausbildung am ZCO ist kompetenzorientiert. Aufgrund des enormen Vorwissens, das alle neuen Angehörigen mitbringen, übernimmt das Ausbildungspersonal häufig nur die Rolle der Moderation. Die neuen Angehörigen werden mit Problemstellungen konfrontiert, zusätzlich werden Anreize gesetzt, diese nicht nur zu lösen, sondern in Einzelaspekte zu zerlegen. Dabei werden sie immer wieder motiviert, weiter zu gehen, das Mindset zu schärfen und voneinander sowie von den erfahrenen Operateurinnen und Operateuren zu lernen. Jedes neue Teammitglied bringt sich so im Rahmen der Ausbildung vom ersten Tag an ein.
"Wer es bis hier geschafft hat, ist schon während der Ausbildung einer von uns. Wir wachsen alle gemeinsam an jedem neuen Input!"
Die Ausbildung am ZCO ist damit nicht abgeschlossen. Alle Angehörigen werden kontinuierlich im eigenen Bereich fortgebildet und nehmen mehrmals im Jahr an renommierten internationalen Spitzenausbildungen teil. Sich ständig zu verbessern und am technischen Puls der Zeit zu bleiben, ist für alle Menschen, die im ZCO ihren Dienst verrichten, eine Selbstverständlichkeit.
Ansprechpersonen für alle Angehörigen der Bundeswehr ist immer die jeweils eigene Personalführung. Offiziere im Truppendienst sollten den Wunsch äußern, am CITEC getestet zu werden. Hier werden Interessierte durch eine personalisierte Ansprechstelle durch den gesamten weiteren Prozess begleitet.
Wer bisher nicht den Streitkräften angehört, kann eine Laufbahn als Seiteneinsteigerin oder Seiteneinsteiger anstreben. Hierfür steht die Karriereberatung im Karrierecenter vor Ort zur Verfügung.
Eine Gruppe Soldatinnen und Soldaten arbeitet gemeinsam im ZCO
Bundeswehr/Stefan Uj*Namen zum Schutz der Soldaten geändert
von Kjell Tandetzke E-Mail schreiben