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Ein multinationaler Erfolg: Die MMU feiert ihren zweiten Geburtstag

Ein multinationaler Erfolg: Die MMU feiert ihren zweiten Geburtstag

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Datum:
Ort:
Eindhoven
Lesedauer:
3 MIN

Vor zwei Jahren wurde die Multinational Multirole Tanker Transport Unit (MMU) in Eindhoven aufgestellt und schon jetzt verfügt sie über vier Airbus A330 Multirole Tanker Transport (MRTTMulti Role Tanker Transport). Im Gespräch mit dem stellvertretenden Kommandeur Oberst Markus Bestgen blicken wir auf Erreichtes sowie die Herausforderungen der Zukunft.

Oberst Bestgen meldet die Formation zum Aufstellungsappell der Multinational MRTT Unit.

Am 10. Juli 2019 war es soweit: Die Multinational MRTTMulti Role Tanker Transport Unit wird in Dienst gestellt. Oberst Bestgen (rechts) meldet die damals noch überschaubare Formation zum Aufstellungsappell im kleinen Kreise.

Bundeswehr/Maurice Heck

Die Idee des Aufbaus einer multinationalen Tanker- und Transportflotte entstand im Jahr 2014 zwischen den Niederlanden und Luxemburg. Deutschland schloss sich dem Projekt 2017 zusammen mit Norwegen an und in den beiden Jahren danach folgten noch Belgien und Tschechien. „Insbesondere die internationale Zusammenarbeit führt zu neuen Perspektiven. Die Problemlösungsansätze der Nationen unterscheiden sich und jeder kann noch etwas vom anderen lernen“, betont der stellvertretende Kommandeur.  Die MMU wurde am 10. Juli 2019 aufgestellt und hat ihren Hauptsitz in Eindhoven, Niederlande. Die Forward Operating Base ein Außenstützpunkt, befindet sich am Flughafen Köln/Bonn. Oberst Markus Bestgen ist von Anfang an dabei und sagt mit Stolz: „Es ist ein sehr gutes Gefühl, die lange geschmiedeten Pläne nun in der Realität sehen zu können“.  Die multinationale Partnerschaft ermöglicht Luftbetankung, medizinische Evakuierung sowie den Transport von Personen und Material. Das Personal der MMU wird von den Mitgliedsländern gestellt. Deutschland hat den größten Anteil am Kontingent der Flugstunden und stellt somit auch den größten Anteil des Personals.

Oberst Bestgen steht im Flugzeug A330 und unterhält sich mit einem Soldaten

Oberst Markus Bestgen erklärt an Bord des A330 MRTTMulti Role Tanker Transport, dass die Arbeit in der multinationalen Einheit neue Perspektiven und Herangehensweisen mit sich bringt

Bundeswehr/Maurice Heck

Multinationale Zusammenarbeit bei der Ausbildung und im Einsatz

Durch die Nutzung eines für die Mitgliedstaaten neuen Flugzeugmusters, dem Airbus A330 MRTTMulti Role Tanker Transport, stand vor allem zu Beginn der Punkt Personalausbildung auf der Agenda. Von der Kabinencrew über das technische Personal bis hin zur Cockpitbesatzung müssen alle Personen für den Airbus A330 MRTTMulti Role Tanker Transport ausgebildet und zertifiziert werden. Die Zusammenarbeit mit der Royal Air Force, welche das Flugzeug unter dem Namen „Voyager“ schon seit mehreren Jahren nutzt, konnte für eine vorzeitige Ausbildung von Personal sorgen. „Wir hatten schon fertig ausgebildetes Personal, bevor das erste Flugzeug an uns ausgeliefert wurde“, sagt der Senior National Representative. Gleichzeitig konnten durch die Zusammenarbeit mit zivilen Fluggesellschaften, welche mit dem Airbus A330 bereits viele Erfahrungen gesammelt haben, Schulungs- sowie Zertifizierungsprozesse beschleunigt werden.

Ein Soldat sitzt im Aribus A330 am Arbeitsplatz für die Luftbetankung.

Neben Piloten, Ladungsmeistern und Lufttransportbegleitern ist der A330 MRTTMulti Role Tanker Transport auftragsbezogen auch der Arbeitsplatz von Luftrettungsmedizinern oder Spezialisten für die Luftbetankung

Multnational MRTT Unit

Neue Ansätze sorgen für Effizienz

Neben den technischen Verbesserungen des neuen Flugzeugs liegt vor allem ein Vorteil in den Wartungsprozessen. Für die Wartung des A330 MRTTMulti Role Tanker Transport wird ein sogenannter „Two Step Approach“ genutzt. Kleinere Wartungsarbeiten finden durch das technische Personal der MMU direkt an den Heimatflughäfen Eindhoven und Köln statt. Die großen Inspektionen führt Airbus als Hersteller durch, welcher mit Wartungen vieler A330-Flotten ziviler Airlines beauftragt ist. Dadurch entstehen Synergieeffekte, welche für Kostensenkungen und Zeitersparnisse bei der Wartung sorgen. Das neue Nutzungskonzept der multinationalen Einheit sorgt für weitere positive Effekte: „Insbesondere das Konzept des Poolings und Sharings der Fluggeräte hilft uns mit weniger Budget mehr zu erreichen“, erklärt Oberst Markus Bestgen. Durch die gemeinsame Nutzung der Maschinen sind diese effizienter ausgelastet und die Partnernationen teilen sich Fixkosten.

Oberst Markus Bestgen sitzt im Flugzeug A330 MRTT auf dem Sitz des Copiloten.

Als stellvertretender Kommandeur der MMU und Dienstältester Deutscher Offizier begleitet Oberst Bestgen persönlich als Pilot die Besatzungen bei Einsatz-, Aus- und Weiterbildungsflügen

Bundeswehr/Maurice Heck

Die Zukunft hält viel bereit

Für die noch junge MMU steht vor allem in der Zukunft noch viel an: Nachdem das Personal ausgebildet ist, gilt es noch die Zertifizierungen wie zum Beispiel für den medizinischen Transport von Verletzten zu erhalten. Die Auslieferung der Flugzeuge steht ebenfalls nicht still: Der fünfte der insgesamt neun A330 MRTTMulti Role Tanker Transport trifft im August bei der MMU ein, „in time, on budget“, freut sich Bestgen über die erfolgreiche Beschaffungsplanung. Im Laufe des Jahres steht für die MMU die Teilnahme an den ersten Übungen bevor: „Diese sind die ersten externen Bewährungsproben, wo wir die Möglichkeit haben unsere Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.“ 

Die Meilensteine der Multinational MRTT Unit von 2019 bis 2021 zusammengefasst.

Meilensteine der MMU

Bundeswehr/Elisa Rüter
von Oliver Bündgen  E-Mail schreiben

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