Die Flugbereitschaft BMVg stellt den VIP-, Personal- und Materialtransport weltweit sicher.
Die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) ist ein militärischer Verband der Luftwaffe und stellt einen wesentlichen Teil der Lufttransportfähigkeit der Bundeswehr, die auch vom parlamentarischen Bereich genutzt wird.
Ihr Kernauftrag ist es, Politikerinnen und Politiker vom Präsidenten bis zum Minister und Staatsekretären, Soldatinnen und Soldaten sowie Material weltweit zu transportieren. Zugleich steht die Flotte für medizinische Evakuierungsflüge (MedEvac) und Überwachungsflüge im Rahmen des Vertrags über den Offenen Himmel bereit. Für diese vielfältigen Aufgaben nutzt der Verband acht verschiedene Flugzeug- und Hubschraubermuster mit insgesamt 18 Luftfahrzeugen.
Derzeit ist die Flugbereitschaft BMVg an zwei Standorten stationiert. Der größte Teil des Verbands ist in Köln-Wahn beheimatet und damit ist es der Hauptstandort der Flugbereitschaft BMVg. Dort befinden sich die verschiedenen Luftfahrzeuge und Besatzungen. Zudem finden dort die Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten statt. Der Bereich auf dem Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) ist die zentrale Schnittstelle für den Regierungsflugbetrieb in der Hauptstadtregion.
Fast vollständiges „Familienfoto“ der Luftfahrzeugmuster der Flugbereitschaft BMVg. Von links nach rechts sind hier aufgestellt: A319CJ, Cougar AS 532, A321-200, A321LR, Global 6000 und A350-900. Es fehlen der A319 OH und die Global 5000.
Bundeswehr
Die drei Airbus A350, wovon der Letzte erst im Jahr 2024 übergeben wurde, sind aufgrund ihrer Größe und Reichweite die „Flaggschiffe“ der Flugbereitschaft
Bundeswehr/Saskia Meike
Im einzigen Airbus A321 der Flugbereitschaft finden bis zu 82 Passagiere Platz. Somit kann er fast doppelt so viele Personen transportieren, wie der kleinere Airbus A319CJ.
Bundeswehr/Johannes Heyn
Der Airbus A319OH erfüllt eine besondere Aufgabe im Namen der OSZE. Mithilfe der am Flugzeug verbauten Kameras werden Überwachungsflüge im Rahmen des Vertrags über den offenen Himmel durchgeführt.
Bundeswehr/Miriam Altfelder
Die zwei Airbus A319CJ (Corporate Jet) sind von außen kaum von dem Airbus A319OH zu unterscheiden. Im Inneren finden allerdings bis zu acht VIPs eine komfortable Ausstattung vor. Zusätzlich können bis zu 36 weitere Passagiere an Bord Platz nehmen.
Bundeswehr/Saskia Meike
Die zwei Airbus A321neo LR sind die einzigen beiden Flugzeuge der sogenannten „grauen Flotte“. Sie können für MedEvac Missionen umgerüstet werden und so Kranke und Verwundete in bis zu sechs Intensivbetten transportieren.
Bundeswehr/Saskia Meike
Die drei Global 5000 haben sich ihren Namen verdient. Denn trotz ihrer vergleichbar geringen Größe haben sie eine beachtliche Reichweite von 5000 Seemeilen, was in etwa 9000 Kilometern entspricht.
Bundeswehr/Richie Becke
Die drei Global 6000 sind ihren „kleinen Schwestern“, den Global 5000 sehr ähnlich, besitzen aber dennoch einige Unterschiede. Neben einer erhöhten Reichweite sind auch Interieur und Technik modernisiert worden.
Bundeswehr/Saskia Meike
Die drei Cougar AS-523 sind die einzigen Hubschrauber in der Flotte der Flugbereitschaft. Sie können bis zu zwölf Personen deutschlandweit oder ins nahe Ausland befördern.
Bundeswehr/Saskia Meike
Tetris-Challenge bei der Luftwaffe: Die Flugbereitschaft des BMVg zeigt, was alles zum Cougar AS532 gehört. Normalerweise transportieren die Männer und Frauen der Luftwaffe damit VIPs wie beispielsweise den Bundeskanzler.
Bundeswehr/Carsten Urban
Der Airbus A321 bei der Flugbereitschaft in Köln
Bundeswehr/Miriam Altfelder
Ein Einweiser des Bodenpersonals weist den Airbus A321 in seine Parkposition auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel ein
Bundeswehr/Jane Schmidt
Der A319 wird von der Luftwaffe für den Personentransport eingesetzt
Bundeswehr/Stefan Petersen
Eine Global 5000 im Hangar auf dem militärischen Teil der Flugbereitschaft in Köln
Bundeswehr/Stefan Petersen
Die Maschinen vom Typ Global 5000 transportieren Personen in die ganze Welt
Bundeswehr/Stefan PetersenDie Flugzeuge und Hubschrauber der Flugbereitschaft BMVg unterteilen sich in eine „graue“ und eine „weiße Flotte“:
Die „graue Flotte“, benannt nach der Lackierung der Maschinen in luftwaffengrau, besteht aus den beiden A321LR. In ihrer Grundkonfiguration wirken diese Mittelstreckenmaschinen innen fast wie klassische Verkehrsflugzeuge. Ihre Bedeutung liegt jedoch in ihrer Umrüstbarkeit. Bei Bedarf können sie als fliegende Intensivstation eingesetzt werden. Dafür lassen sich bis zu sechs Patiententransporteinheiten einrüsten, mit denen Schwerverletzte oder schwer Erkrankte unter intensivmedizinischen Bedingungen transportiert werden können. Die „graue Flotte“ wird vor allem für Passagier- und Materialtransporte der Bundeswehr sowie für den strategischen medizinischen Lufttransport (Strategic Aeromedical Evacuation, StratAE) genutzt.
Zur „weißen Flotte“ gehören die Bombardier-Global-Flotte, die Airbus-Flugzeuge A319CJ, A319 OH, A321-200, A350-900 sowie der Hubschrauber Cougar AS 532. Sie dienen vor allem zum Passagiertransport sowie für Sonderflüge zur Beförderung von Personen des politischen und parlamentarischen Bereichs. Die drei A350 sind die Flaggschiffe der Flugbereitschaft BMVg. Mit der Übergabe des dritten A350 im Jahr 2024 wurde das größte Modernisierungsprogramm in der Geschichte des Verbands abgeschlossen. Diese Maschinen haben eine weltweite Reichweite und können auch umfangreiche Delegationen zuverlässig über große Distanzen transportieren.
Die Flugbereitschaft BMVg bewegt sich zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite steht der politisch-parlamentarische Lufttransport. Regierungsmitglieder, Delegationen und Staatsgäste müssen sicher, verlässlich und oft unter hohem Zeitdruck reisen können. Auf der anderen Seite steht der militärische Auftrag. Soldatinnen und Soldaten sowie Material müssen dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden. Gleichzeitig muss die medizinische Transportfähigkeit verfügbar sein, um im Ernstfall Verwundete oder Erkrankte aus einem Einsatz- oder Krisengebiet evakuieren zu können. Die Flugbereitschaft BMVg ist damit weniger eine reine „Regierungsflotte“ als vielmehr ein Werkzeug staatlicher Handlungsfähigkeit.
Alle Flüge der Flugbereitschaft BMVg werden auf konkrete Anforderung durch berechtigte Stellen – etwa aus der Bundestagsverwaltung oder innerhalb der Bundeswehr – geplant und durchgeführt. Liegt der Startpunkt oder das Ende eines anforderten Transports dabei nicht am Flughafen Köln/Bonn, müssen die Flugzeuge mit einem sogenannten Bereitstellungsflug erst zum Startort gebracht werden. Sofern sich kein Anschlusstransport ergibt, endet der Flug mit dem Bereitstellungsflug zurück zum Heimatflugplatz.
Bereitstellungsflüge werden immer mit Blick auf einen möglichst nachhaltigen und effizienten Einsatz der Ressourcen durchgeführt. Daher werden diese Flüge stets zur Aus- und Weiterbildung von Besatzungen genutzt. Die Pilotinnen und Piloten und das Lufttransportbegleitpersonal müssen für ihren Erhalt der Lizenzen auf eine Mindestzahl von Flugstunden kommen. Generell werden Trainingsflüge eingeleitet, sobald diese Fristen erreicht werden, zum Erhalt dieser Lizenzen, um das Personal weiterhin flugberechtigt zu halten.
Die Luftfahrzeugbesatzungen der Bundeswehr müssen, wie zivile Crews auch, regelmäßig ihre Qualifikationen erhalten und nachweisen. Das können bestimmte fliegerische Abläufe sein, etwa Sichtanflüge oder spezielle militärische Verfahren, aber auch das Kabinenpersonal muss Notverfahren regelmäßig trainieren. Wann immer möglich, nutzt die Bundeswehr Simulatoren als effiziente und kostengünstige Ausbildungsmittel, um bestimmte Notverfahren, beispielsweise einen Triebwerksausfall, zu üben. Viele andere jedoch müssen im realen Flugbetrieb trainiert und nachgewiesen werden.
Das stetige Üben gewährleistet, dass die Besatzungen Standards auch unter herausfordernden Bedingungen einhalten und Notverfahren in Gefahrensituationen abrufen können. Das ist ein wesentlicher Bestandteil der Flugsicherheitskultur im Flugbetrieb der Bundeswehr.
Die Bundeswehr leistet einen erheblichen Beitrag zum Erreichen der umweltpolitischen Ziele der Bundesregierung. Der Anteil an Verbesserungen im Umweltschutz, Naturschutz und in der Nachhaltigkeit wird weiter aktiv ausgebaut und auch in Zukunft kontinuierlich weiterverfolgt. In diesem Sinne achten die Planerinnen und Planer der Flugbereitschaft BMVg genauso wie die Besatzungen der Luftfahrzeuge stets darauf, die Transportaufträge ressourcenschonend und effizient durchzuführen. Synergien und Einsparpotenziale werden, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, genutzt.
Zusätzlich kommt die Bundeswehr den gesetzlichen Vorgaben nach und kompensiert die CO₂-Emissionen der Flüge für den politisch-parlamentarischen Bereich nach dem Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz. Als Zukunftsprojekt wird zudem die Entwicklung und Nutzung klimaneutraler synthetischer Kraftstoffe angestrebt. Mit deren Einsatz leistet auch die Flugbereitschaft BMVg einen Beitrag zu Klimaschutz, Defossilisierung und Nachhaltigkeit.
Oberst Hans Gerisch
Oberst Hans Gerisch führt die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung seit dem 26. September 2025.
Hans Gerisch wurde am 18. Juli 1978 geboren.
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