Streitkräftebasis

Afrikanische Schweinepest: Amtshilfe mit Reservisten in Sachsen

Afrikanische Schweinepest: Amtshilfe mit Reservisten in Sachsen

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Datum:
Ort:
Sachsen
Lesedauer:
4 MIN

Soldaten der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie Sachsen haben vier Wochen lang im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest unterstützt. Sie halfen, entlang der polnischen Grenze Sicherheitszäune zu bauen und Fallwild zu suchen. Ihre Erfahrungen aus zahlreichen Übungen kamen den Reservisten-Kameraden dabei zugute.

Schweinepest in Sachsen: Soldat in Warnweste baut entlang einer Straße Schutzzaun.

Stabsunteroffizier Rene Enthofer ist als Reservist bei der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie. Während der Amtshilfe der Bundeswehr gegen die Afrikanische Schweinepest half er Schutzzäune zu errichten.

Bundeswehr/Anne Weinrich

Stabsunteroffizier René Enthofer spannt den Zaundraht in die Pfähle ein und zieht ihn fest. Hier in der Oberlausitz, an der Grenze Sachsens zu Polen, ist der Boden sandig. Er sichert die Zaunteile zusätzlich mit Erdnägeln. Gerade haben die Männer vom Technischen Hilfswerk neue Zaunrollen abgeladen. Mit den Begrenzungen soll verhindert werden, dass infizierte Sauen aus Polen die Afrikanische Schweinepest weiter nach Westen tragen.

Enthofer ist einer von insgesamt 40 Reservisten der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie Sachsen (RSU-Kompanie), die im Kampf gegen die Krankheit geholfen haben. Gemeinsam mit den Teams des Technischen Hilfswerks, der Freiwilligen Feuerwehr Klein Pribus, den Forstmitarbeitern des Landkreises Görlitz und Mitarbeitern des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums haben sie vor Ort im Osten Sachsens unterstützt.

Hier zwischen dem deutsch-polnischen Grenzfluss Neiße im Osten Sachsens und dem Truppenübungsplatz Oberlausitz installieren die Kameraden Schutzzäune und suchen nach Spuren von infiziertem Wild. Inzwischen ist die Lücke zwischen Brandenburg und Sachsen geschlossen, rund 270 Zaunkilometer sind insgesamt geplant. 15 Kilometer Zaun pro Woche, 60 Kilometer Zaun insgesamt, haben die Kameraden innerhalb von vier Wochen zusammen mit den zivilen Helfern aufgebaut und knapp zehn Quadratkilometer Wald durchsucht.

Reservisten bringen militärische Fähigkeiten ein

Zwei Soldaten mit Maske im planenden Gespräch

Führte die Kameraden der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie vor Ort: Hauptmann Beat Buhmann.

Bundeswehr/Anne Weinrich

Für die Soldaten der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie (RSU) Sachsen ist es eine besondere Bewährungsprobe: „Wir können hier mit wenigen Anpassungen viele unsere militärischen Fähigkeiten einbringen und so unseren Beitrag zur Amtshilfe leisten“, sagt Hauptmann Beat Buhmann, der die Kräfte der RSU-Kompanie führt. Den Amtshilfe-Antrag an die Bundeswehr hatte das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt bereits Anfang November gestellt. Im Landeskommando Sachsen in Dresden wurde die Amtshilfe geplant und die Reservisten um Hauptmann Buhmann einberufen.
Er und sein Führungspersonal haben in den letzten Wochen auch vor Ort bei der technischen Einsatzleitung geholfen. Im Lager Werdeck auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz koordinierten das Technische Hilfswerk, die Landestalsperrenverwaltung und Mitarbeiter des Landkreises Görlitz den Einsatz. „Wir beraten und unterstützen die zivile Einsatzleitung bei der Planung der Einsatzkräfte, denn Organisieren und Führen sind klassisches militärisches Handwerkszeug“, so Buhmann.

Suche nach totem Wild zusammen mit zivilen Helfern

Soldaten mit Warnwesten und Mundschutz laufen in einer Reihe durch einen Wald.

Soldaten durchkämmen in Formation ein Waldstück. Sie suchen nach verendeten Tieren.

Bundeswehr/Anne Weinrich

Rund 200 Einsatzkräfte waren insgesamt seit Anfang November am und auf dem Truppenübungsplatz beschäftigt. Gut die Hälfte kommt von der Bundeswehr: Mitarbeiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums und die Kameraden der RSU-Kompanie.
„Die Suche nach totem Wild organisieren wir wie das militärische Durchsuchen von Waldabschnitten“, beschreibt Buhmann die Arbeit seiner Kameraden. Dafür durchkämmen je 15 Soldaten zusammen mit zivilen Helfern in Formation im Abstand von fünf bis zehn Metern den Wald und halten Ausschau nach verendeten Tieren.

Die Kameraden in der technischen Einsatzleitung tragen dann tagesaktuell auf einer Karte ein, welche Waldstücke durchsucht und abgearbeitet sind. Lagefeldwebel Stabsfeldwebel Robert Haderthauer von der RSU-Kompanie zeichnet zusammen mit Paul Stengler vom THW Görlitz den Baufortschritt des Schutzzaunes ein.

Während die Reservisten außerhalb unterstützt haben, war das Personal des Truppenübungsplatzes Oberlausitz auf dem knapp 10.000 Hektar großen Ostteil des Bundeswehr-Geländes tätig. Gemeinsam mit dem Team des Bundesforsts und dem Bundeswehr-Dienstleistungszentrum haben die Kameradinnen und Kameraden Vorkehrungen gegen die Afrikanische Schweinepest getroffen. Mitte Dezember ist nun auch dieser östlich der B115 gelegene Teil des Bundeswehr-Areals komplett auf Fallwild abgesucht und mit 38 Kilometern Zaun umhegt worden.

Bewährungsprobe für die RSU-Kompanie

Ein Soldat und ein THW-Mitarbeiter zeichnen an einer Karte etwas ein.

Stabsfeldwebel Robert Haderthauer von der RSU-Kompanie und Paul Stengler vom THW Görlitz an der Lagekarte: Sie zeichnen zusammen den Baufortschritt des Schutzzaunes ein.

Bundeswehr/Anne Weinrich

Beim abendlichen Jour fixe planen Hauptmann Buhmann und seine Kameraden den Auftrag für den Folgetag. 7 Uhr morgens steht der 35-jährige Soldat dann auf dem Antreteplatz des Truppenübungsplatzes und weist seine Soldaten ein: „Die Gruppen 1 und 2 sind heute für den Zaunbau nördlich Weißkeißel zuständig. Dazu sind je 14 Mitarbeitende des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums als Helfer anzuleiten. Die Gruppe 3 unterstützt die Forstmitarbeiter bei der Fallwildsuche.“

Hauptmann Buhmann ist stellvertretender Kompaniechef der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie Sachsen. Die Reservistenkompanie wird für Wach- und Sicherungsaufgaben eingesetzt und ausgebildet. Die rund 150 Kameraden üben mehrmals pro Jahr unter Federführung des Landeskommandos Sachsen. „Bei diesem Amtshilfe-Einsatz gegen die Afrikanische Schweinepest können wir vieles von dem, was wir mit unseren Reservisten regelmäßig üben, anwenden“, erzählt Buhmann, der seit 2013 bei der Kompanie als Offizier dient. Für die spezielle Zusammenarbeit zwischen Militär und ziviler Seite und die subsidiäre Amtshilfe ist er an zivilen und militärischen Bildungseinrichtungen ausgebildet worden, unter anderem an der rheinland-pfälzischen Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz.

Amtshilfe an der polnischen Grenze

Ein Soldat und ein Arbeiter in grünen Arbeitssachen entrollen gemeinsam den Schutzzaun.

Der Schutzzaun für die Afrikanische Schweinepest wird gebaut. Kameraden der Bundeswehr und ziviles Personal arbeiten dafür Hand in Hand.

Bundeswehr/Anne Weinrich

Im Amtshilfe-Einsatz gegen die Afrikanische Schweinepest leiten nun die Erfahrensten der RSU-Soldaten auch die Mitarbeiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums an. „Die hohe Leistungsfähigkeit unserer Soldaten und unser kontinuierliches Üben in den letzten Jahren kommt uns jetzt zugute, um maßgeschneiderte Amtshilfe für Sachsen leisten zu können“, erzählt Buhmann.

Für den Erfolg des Kampfes gegen die Afrikanische Schweinepest sei jedoch eine gute Zusammenarbeit zwischen den Akteuren entscheidend. „Wir harmonisieren hier auch unterschiedliche Planungs- und Führungskulturen und passen unsere Herangehensweise an, denn unser Auftrag ist klar: An der Seite der Zivilbevölkerung im Freistaat unser Bestes geben: ´Für Sachsen!´“

von Cornelia Riedel  E-Mail schreiben

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