Streitkräftebasis

Amtshilfe: Der einzige Weg, eine Normalität zu ebnen

Amtshilfe: Der einzige Weg, eine Normalität zu ebnen

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Datum:
Ort:
Niedersachsen
Lesedauer:
2 MIN

Der Soldat der Streitkräftebasis ist eigentlich Ausbilder an der Logistikschule der Bundeswehr. Im Dezember vergangenen Jahres wurde er zum zweiten Mal für die Unterstützung im Rahmen der Amtshilfe angefordert. Seitdem leitet er ein Impfzentrum und hat dabei einiges zu organisieren.

Eine halb geöffnete Tür zu einem Büro mit einem Hinweisschild auf den Leiter Chris Knoblauch.

Der Organisationsleiter habe hier in Zeven etwas aus dem Kalten gehoben. Die Impfung sei ein Ast, an den man sich hält. Dabei unterstütze er gern.

Bundeswehr/Brian Melzer

Chris Knoblauch kommt gerade aus einer Besprechung mit Vertretern des Landkreises Rotenburg Wümme und dem Rotenburger Ordnungsamt, als ich ihn in seinem Büro treffe. Hier hat der 33-Jährige im ersten Obergeschoss des ehemaligen Zevener Krankenhauses sein Büro eingerichtet. Nicht nur das, er hat den Aufbau des Impfzentrums hier im niedersächsischen Landkreis Rotenburg Wümme koordiniert. Der Soldat leistet hier Amtshilfe in der Corona-Pandemie. Er ist organisatorischer Leiter des Impfzentrums. Als er im Dezember vergangenen Jahres hierher kam, seien alle Räume leer gewesen: Keine Kabel, keine Steckdosen, keine Computer, keine Schilder. In zwei Wochen sollten die vier Impfstraßen in Betrieb genommen werden, hieß es damals. Ein langer organisatorischer Weg lag vor Leutnant Knoblauch.

Erfahrungsschatz

Eine Thermobox, in der in Trockeneis der Impfstoff gelagert wird.

Der Impfstoff muss bei minus 70 Grad gelagert werden. In Zeven wird dafür Trockeneis genutzt. So darf dieser Impfstoff laut Hersteller fünf Tage gelagert werden. Alles wird genauestens überwacht.

Bundeswehr/Brian Melzer

Knoblauch ist Soldat an der Logistikschule der Bundeswehr, der zentralen Ausbildungseinrichtung für Logistik in der Streitkräftebasis, in Garlstedt bei Bremen. Dort ist er sogenannter SASPFStandard-Anwendungs-Software-Produkt-Familien-Ausbilder für Sanitätspersonal und Apotheker. SASPFStandard-Anwendungs-Software-Produkt-Familien ist ein Software-System der Bundeswehr. Als organisatorischer Leiter des Impfzentrums schöpft er aus einer Vielzahl an Erfahrungen: Seit 18 Jahren ist er beim Deutschen Roten Kreuz, hier inzwischen als Notfallsanitäter. Darüber hinaus ist er Zugführer des Katastrophenschutz-Einsatzzuges an seinem Wohnort Zeven. „Auch die Gefahrgutausbildung an der Logistikschule der Bundeswehr kam mir hier zugute, als auf einmal eine brennbare Stofflieferung hier ankam,„ so Knoblauch. Neben dem Aufbau des Zentrums kümmert sich der Soldat beispielsweise auch um Ausbildungspläne. So musste das Personal der fünf mobilen Teams, welche in Pflege- und Altenheimen impfen, angelernt und die Abläufe optimiert werden. Besprechungen mit Straßenbau- und Forstamt wegen neuer Zufahrtswege habe er erst kürzlich geführt. „Ich führe hier ein mittelständisches Unternehmen im medizinischen Bereich“, unterstreicht Knoblauch die Kleinteiligkeit dieser großen Aufgabe.

„Solange ich hier helfen kann, mache ich das gern„

Zwei Frauen stehen im Impfraum in Schutzkleidung und halten je eine Spritze in der Hand.

Ist der Impfstoff erst einmal verdünnt und auf Spritzen gezogen, muss er innerhalb von sechs Stunden verbraucht werden. Bevor geimpft wird, werden alle Daten überprüft und der Impfling spricht mit einem Arzt.

Bundeswehr/Brian Melzer

In seinem Team pflege man einen lockeren Umgang und die Leute seien alle motiviert. Das merke ich, als er mich durch das Impfzentrum führt. Eine der vier Impfstraßen sei bereits montags und freitags in Betrieb, erzählt er. Heute wird das Rettungspersonal geimpft. „Da noch nicht ausreichend Impfstoff vorhanden ist, nutzen wir diese Phase, um eventuelle Lücken zu schließen“, erklärt der Offizier. So habe er beispielsweise festgestellt, dass der vorgegebene Zeitplan für das Durchlaufen der Impfstraße von gehbehinderten Menschen nicht eingehalten werden kann. „Jetzt richten wir einen Raum ein, in dem der Impfling Platz nimmt und erst die Registrierung, dann das Arztgespräch und schlussendlich die Impfung durchgeführt werden„, erklärt Chris Knoblauch. Seine Kommandierung endete ursprünglich am 26, Februar. Nun hat ihm sein eine Verlängerung bis zum 19. März in Aussicht gestellt. „Solange ich hier helfen kann, mache ich das gern.“

An fünf Tagen in der Woche ist Leutnant Chris Knoblauch im Impfzentrum. „Planmäßig von sieben Uhr bis siebzehn Uhr“, erzählt der Vater eines im Oktober geborenen Kindes.

von Kathleen Riediger  E-Mail schreiben

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