Streitkräftebasis

Die Bundeswehr-Sportlerin des Jahres Emma Hinze greift nach dem Olymp

Die Bundeswehr-Sportlerin des Jahres Emma Hinze greift nach dem Olymp

  • Spitzensport
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Brandenburg
Lesedauer:
4 MIN

Die Dreifach-Weltmeisterin im Bahnradsport ist für die Olympischen Spiele in Tokio nominiert. Die talentierte Sportsoldatin aus Brandenburg gehört zu den Wettkampfstärksten ihrer Zunft. Dabei ist der Werdegang von Emma Hinze nicht nur von Höhen geprägt.

Eine Bahnradsportlerin fährt auf einer Rennbahn.

Sie ist dreifache Weltmeisterin im Bahnradsport: Emma Hinze.

Bundeswehr/Luke Craft

Die Dreifach-Weltmeisterin im Bahnradsport ist auf der Zielgeraden nach Tokio: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat Emma Hinze aus dem brandenburgischen Cottbus für die Olympischen Spiele nominiert. Kein Wunder: Die talentierte Sportsoldatin ist für Wettkämpfe auf höchstem Niveau wie geschaffen. Dabei war das Leben der 23-jährigen Athletin noch vor wenigen Jahren von so viel Schmerz geprägt, dass die Fortsetzung ihrer Sportkarriere unmöglich schien.

Angefangen hat alles im Kindesalter. Mit sechs Jahren entdeckte die gebürtige Hildesheimerin den Radsport für sich. „Meine Eltern nahmen mich damals zu einem Straßenrennen mit und ich war begeistert“, erinnert sich Emma Hinze gern. Kein Jahr später fährt sie leidenschaftlich Rad, wird entdeckt und kommt ins Sportinternat nach Kaiserslautern. Von dort aus zieht die junge Radsportlerin nach Südbrandenburg. Besonders gern trainiert sie auf der Radrennbahn in Cottbus – der Liebe ihres Lebens.

„Solche Momente beflügeln mich“

Eine Bahnradsportlerin steht auf einer Rennbahn und hält seitlich ihr Rad.

Die Athletin hat mit sechs Jahren den Radsport für sich entdeckt.

Bundeswehr/Luke Craft

Bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft 2013 schafft es Hinze aufs Podest. 2014 gewinnt sie dreimal Gold auf nationaler Bühne und wird mit Doreen Heinze Junioren-Europameisterin im Teamsprint. Bei den Weltmeisterschaften der Junioren nur wenige Tage später holen sich die beiden Bahnradsportlerinnen den Weltmeistertitel.

2015 wird Emma Hinze Junioren-Weltmeisterin im Teamsprint, im Sprint und im Keirin (Temposprint). Dabei stellt sie zusammen mit Pauline Grabosch einen neuen Weltrekord im Teamsprint auf. 2016 wird die zielstrebige Wettkämpferin deutsche Meisterin im Keirin und erringt damit ihren ersten Titel in der Elite.

„Solche Momente beflügeln mich“, sagt Emma Hinze. „Total stolz“ sei sie bei ihrer ersten Medaille gewesen. „Bestätigt“ habe sich die Sportlerin gefühlt. Gut lief es für sie auch außerhalb der Rennbahn. Hinze macht Abitur und findet ihren Förderer: die Bundeswehr, genauer: die Sportfördergruppe Frankfurt (Oder). „Die Bundeswehr gibt mir Rückhalt und sichert mich finanziell ab. Das ist super wichtig, denn von den Wettkämpfen allein kann ich nicht leben“, erklärt die Sportsoldatin.

„Ich konnte keinen Sport mehr treiben“

Eine junge Sportlerin schaut lächelnd in die Kamera.

Emma Hinze hat viel durchgemacht. Sie kämpfte sich zurück.

Bundeswehr/Luke Craft

Zugleich können sowohl Sport als auch die Bundeswehr einem viel abverlangen, weiß Emma Hinze: „Man muss fit sein, kämpfen können und Ausdauer haben.“ Hinzu kommen die Risiken. Die Gefahr einer Verletzung ist beim Bahnradsport hoch, das Tempo und die Belastungen sind enorm. Das musste auch Hinze schmervoll erfahren.

Nach ihren ersten großen Siegen kommt für die Sportlerin 2017 ein Tal der Tränen. Anhaltende Rückenschmerzen machen ihr das Leben schwer. „Ich konnte gar keinen Sport mehr treiben, mir tat alles weh“, erinnert sich Emma Hinze. Später stellen Ärzte einen falsch diagnostizierten Bandscheibenvorfall fest.

„Der Trainer formt den Sportler“

Eine Sportlerin bei der Siegerehrung – mit einer Goldmedaille in der einen Hand, und mit einem Blumenstrauß in der anderen Hand.

Emma Hinze gewinnt bei der Bahnrad-WM 2020 in Berlin dreimal Gold.

Bundeswehr/Luke Craft

Glück im Unglück: Die Radsportlerin trifft just in dieser Phase ihren alten Jugendtrainer Alexander Harisanow wieder. Zu ihm entwickelt sie ein „besonderes Vertrauensverhältnis“, mit ihm sucht sie den Weg aus dem Tal. „Der Trainer formt den Sportler“, sagt sie heute, „sportlich und menschlich“. Gemeinsam mit Harisanow kämpft sich Emma Hinze zurück an die Spitze des Bahnradsports.

Beim Weltcup 2018 im belarussischen Minsk gewinnt die Überfliegerin Gold im Teamsprint. 2019 holt sie sich beim Weltcup den ersten Platz im Keirin – und damit ihre erste Einzelmedaille im Elitebereich auf der Weltbühne. 2020 sichert sich die Athletin mit ihrem dreifachen Sieg bei den Weltmeisterschaften in Berlin einen festen Platz in der Geschichte des Bahnradsports. Sie gewinnt jeweils Gold im Sprint, im Keirin und – mit Pauline Grabosch und Lea Sophie Friedrich – im Teamsprint.

„Die Bundeswehr schätzt und unterstützt uns“

Eine Bahnradsportlerin steht auf einer Rennbahn und hält ihr Rad in der einen und ihren Helm in der anderen Hand.

Die Sportsoldatin blickt zuversichtlich auf Olympia in Tokio.

Bundeswehr/Luke Craft

Mit diesen Erfolgen ebnet sich die sympathische Sportsoldatin ihren Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio. Die Lokalmatadorin vom Track Team Brandenburg greift nach dem Olymp. Ihr Wille und ihre Leidenschaft lassen sie hart trainieren. „Die aktuelle Vorbereitung ist noch einmal intensiver“, verrät Hinze. Ihr Potenzial könne sie aber erst im Wettbewerb entfalten, wenn sie in den Wettkampfmodus wechselt, mit über 70 Stundenkilometern ihren Gegnern entflieht und das Publikum verzaubert.

Schließlich gehört Emma Hinze zu den besten Sportsoldatinnen unserer Zeit. Der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, überreichte ihr im Mai den Preis „Bundeswehr-Sportlerin des Jahres“. Hauptgefreiter Hinze zeigt sich dankbar: „Ich finde es toll, dass Sportler mit diesem besonderen Preis ausgezeichnet werden. Das zeigt mir, dass die Bundeswehr uns – die Sportler – schätzt und unterstützt“, sagt die Sportsoldatin.

von Dmitri Steiz  E-Mail schreiben

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