Streitkräftebasis
Innovative Logistik

InnoDay23: Chancen ergreifen. Zukunft gestalten.

InnoDay23: Chancen ergreifen. Zukunft gestalten.

Datum:
Ort:
Osterholz-Scharmbeck
Lesedauer:
5 MIN

Am 29. November haben der Cyber Innovation Hub der Bundeswehr und die Logistikschule der Bundeswehr zum InnoDay23 nach Garlstedt eingeladen. Der InnoDay ist die „one of a kind“ Veranstaltung des Cyber Innovation Hub zum Thema Innovation in der Bundeswehr. Nach dem ersten InnoDay21 an der Führungsakademie der Bundeswehr stand der Innoday23 im Zeichen von KIkünstliche Intelligenz im Schulterschluss zur Zeitenwende.

Vier Soldaten in Uniform stehen vor einem Plakat des Innoday´s

Im Logistischen Übungszentrum, einer über 1.000 Quadratmeter großen Halle mit Containerdorf, informierten sich die Teilnehmenden in interaktiven Workshops und an Ständen mit digitalen Innovationen

Bundeswehr/Petra Reiter

Vereint durch den Slogan „Chancen ergreifen. Zukunft gestalten.“ trafen sich zu einem Tag der Innovationen Innovationsakteure aus der Bundeswehr und dem Startup-Ökosystem im Logistischen Übungszentrum in Garlstedt ein, um ins Gespräch zu kommen. Rund 300 Teilnehmer und Teilnehmerinnen – von jungen Offizieren und Offizierinnen der Logistiktruppe bis hin zu Unternehmern und Unternehmerinnen aus dem Startup-Ökosystem - ließen sich von 3 Keynotes und in 10 Workshops inspirieren. Hauptsächlich ging es hierbei um digitale Ideen und Projekte mit dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz (KIkünstliche Intelligenz).

Gemeinsamer Diskurs ausdrücklich erwünscht

Im Logistischen Übungszentrum, einer über 1.000 Quadratmeter großen Halle mit Containerdorf, bildet die Logistikschule normalerweise Soldatinnen und Soldaten für den Einsatz aus. Nach der Begrüßung der Soldatinnen und Soldaten durch den Hausherrn Brigadegeneral Holger Draber, Kommandeur der Logistikschule der Bundeswehr, boten die Workshops zu Themen wie ChatGPT, dem Einsatz von Drohnen im Ukrainekrieg oder Design Thinking in der militärischen Ausbildung den Teilnehmenden viel Raum für Inspiration, Diskussion und die Möglichkeit selbst zu experimentieren.

Die Zusammenkunft an diesem Ort und mit diesem Publikum war kein Zufall. „Ausgangspunkt dafür, dass wir heute hier stehen, war die Innovation Challenge Logistik des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr im vergangenen Jahr. Für uns ist der Cyber Innovation Hub Enabler, also Möglichmacher, ohne den wir Vieles an Innovation nicht umsetzen könnten“ betonte der Kommandeur des Logistikkommandos, Generalmajor Gerald Funke, in seiner Keynote.

Streitkräftebasis & CIHBwCyber Innovation Hub der Bundeswehr: Möglichmacher für die Truppe

Die Streitkräftebasis und den Cyber Innovation Hub der Bundeswehr verbindet eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Die Logistik Challenge (Innovation Challenge Logistik) 2022 mit dem Logistikkommando und der Logistikschule war der Kickoff für so erfolgreiche Innovationsvorhaben wie Yarded. Die Dock- und Yardmanagement Software entstand in den Köpfen von kreativen Soldatinnen und Soldaten des Logistikbataillons 163 RSOMReception, Staging, Onward Movement und gewann gerade die NATO Innovation Challenge Military Mobility in Ljubljana. Im gesamtem Entwicklungsprozess werden die Soldaten und Soldatinnen von einem Team aus dem Cyber Innovation Hub begleitet, um ihre Ideen selbst auszugestalten und zu valideren. Die Köpfe hinter Yarded stellten beim InnoDay23 ihre Produktsoftware vor, die hilft, Material- und Fahrzeugströme effizient zu planen und zu steuern.

Yarded sorgt dafür, dass überlebenswichtiges und kampfentscheidendes Material pünktlich im Einsatzgebiet ankommt. „Das Vorhaben hat eine hohe Relevanz für die Landes- und Bündnisverteidigung“, betonte General Funke. Wie man am Beispiel Yarded sehen könne, sei es weniger ein Problem, Ideen zu generieren. „Herausforderung ist es, diese Ideen nachhaltig in die Truppe zu bringen“, resümierte Funke. Sein Appell an den Offizierlehrgang 3, der den Großteil der Teilnehmenden stellte: „Seien sie bitte so kreativ wie ihre Kameradinnen und Kameraden. Wir brauchen Sie dringend, um die Zeitenwende zu gestalten. Gerade in diesen turbulenten Zeiten.“
Hauptmann Oskar H. aus dem Logistikbataillon 163 RSOMReception, Staging, Onward Movement ist selbst Ideengeber bei Yarded und war aus Delmenhorst angereist, um das Vorhaben zu präsentieren: “Der InnoDay ist genau die richtige Plattform zwischen Startups, Rüstung und Bundeswehrebenen, um den Spirit für die Entfaltung des Innovationsökosystems in der Bundeswehr zu fördern.“

„Die Besucher des InnoDay23 sind die Führungskräfte von morgen. Sie werden einmal entscheiden, wie die Bundeswehr der Zukunft aussieht. Diese Bundeswehr muss wehrhaft sein“, betonte Sven Weizenegger, Leiter des CIHBwCyber Innovation Hub der Bundeswehr, in seiner Keynote. „Dass wir in dieser großen Zahl heute hier sind, zeigt mir, dass Innovation kein Thema für einige Wenige ist. Und das ist gut so! Für die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie darf Innovation kein Luxus mehr sein.“ Welche Rolle das Startup-Ökosystem dabei spielen kann, skizzierte Project A. Selbst Reservist und Feldnachrichtenoffizier, sieht er sich als Brückenbauer zwischen Startup Welt und Bundeswehr: „Innovation ist kein Selbstzweck. Sie muss wirklich einen Nutzen für die Soldaten und Soldatinnen bringen. Deswegen müssen wir immer die Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer im Blick habe.“

  • Blick auf die Ausstellung

    Im Logistischen Übungszentrum, einer über 1.000 Quadratmeter großen Halle mit Containerdorf, informierten sich die Teilnehmenden in interaktiven Workshops und an Ständen mit digitalen Innovationen

    Bundeswehr/Petra Reiter
  • Ein Vortragender steht an einem Rednerpult

    Sven Weizenegger, Leiter CIHBwCyber Innovation Hub der Bundeswehr, betonte in seiner Keynote die Bedeutung von Innovation und Digitalisierung für erfolgreiche Streitkräfte

    Bundeswehr/Petra Reiter
  • Zwei Soldaten auf der Messe.

    InnoDay23: Besucher probieren mit einer AR-Brille und einem i-Pad das Innovationsvorhaben TrainAR aus. Mit Hilfe der AR-Brille können Soldaten und Soldatinnen den Umgang mit Material und Fahrzeugen in einer realitätsnahen Umgebung erlernen.

    Bundeswehr/Petra Reiter
  • Blick auf die Leinwand auf der sich ein Soldat in Uniform befindet

    Der Inspekteur der Streitkräftebasis und Schirmherr der Veranstaltung, Generalleutnant Martin Schelleis begrüßte die Teilnehmenden in einer Videobotschaft

    Bundeswehr/Petra Reiter
  • Soldaten in Uniform sitzen auf Stühlen und beschriften Zettel

    Während der zahlreichen Workshops, wie Design Thinking in der Militärischen Ausbildung, wurde von den Soldatinnen und Soldaten gearbeitet, diskutiert und gelernt

    Bundeswehr/Petra Reiter

Augmented Reality verbessert Ausbildung

Neben innovativen Softwarelösungen für die Bundeswehr, wie Yarded, stellten neben dem CIHBwCyber Innovation Hub der Bundeswehr drei weitere Einheiten der Bundeswehr und elf Wirtschaftsunternehmen ihre Projekte, Ansätze und Innovationen vor. Virtual und Augmented Reality durften die Besuchenden gleich mehrfach erleben. Beides kann helfen, die Ausbildung von Soldaten und Soldatinnen in Kampf- und Unterstützungsverbänden weiter zu verbessern.

Hauptmann Josef J., der das Projekt TrainAR in einem der 10 Workshops vorstellte, hatte es nicht weit. Er lehrt an der Logistikschule und ist dort für die Ausbildung von militärischen Kraftfahrenden zuständig. Die Größe der Ausbildungsgruppen war bisher immer abhängig von der Anzahl der verfügbaren Fahrzeuge. Durch den Einsatz von Augmented Realtity und immersiven Lehrmethoden konnte Hauptmann J. die Ausbildungsgruppen vergrößern und Leerlaufzeiten ohne verfügbare Fahrzeuge überbrücken. Mit dem Intrapreneurship Programm des Zentrums für Intrapreneurship der Bundeswehr, das im CIHBwCyber Innovation Hub der Bundeswehr angesiedelt ist, unterstützt der CIHBwCyber Innovation Hub der Bundeswehr kreative Soldaten und Soldatinnen wie Hauptmann J. mit Mitteln, Know-how und allen Ressourcen, die sie benötigen, um ihre Ideen zur schnelleren Digitalisierung und nachhaltigen Modernisierung der Bundeswehr eigenständig umzusetzen. „Die Verschmelzung digitaler Medien mit einer kompetenzorientierten Bildung wird in Zukunft dazu beitragen, viele Fähigkeitslücken zu schließen“, ist Hauptmann J. überzeugt.

„Zeitenwende mit Leben füllen“

Das hierarchische System der Bundeswehr und der Satz: „Wir haben das immer so gemacht“ – müsse raus aus den Köpfen, war ein wiederkehrendes Feedback der Teilnehmenden. Veranstaltungen wie der InnoDay23 können hierbei helfen, Gleichgesinnte zusammenzubringen und Synergien aufzudecken. „Der Tag erfüllt die Erwartungen, die ich daran hatte. Sowohl auf inhaltlicher als auch auf organisatorischer Ebene,“ sagte Hauptmann H., Besucher des InnoDays23. Ihn als Führungskraft von Morgen hat dieser Tag tatsächlich begeistert: „Ich finde das Event inspirierend, weil es beweist, dass wir die Zeitenwende schon heute mit Leben füllen.“

Als besonders eindrücklich empfanden viele Teilnehmende die Liveschalte zu Drohnenpiloten der ukrainischen Armee während des Workshops der Quantum-Systems GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung. Die Mitglieder der ukrainischen Streitkräfte teilten dort ihre Erfahrungen zur hohen Schlagzahl des Verschleißes von UAVs und den Herausforderungen bei deren Instandhaltung. Für viele der Lehrgangsteilnehmenden ein „Reality Check“, wie es Matthias Lehna, selbst ehemaliger Soldat und Mitarbeiter von Quantum Systems formulierte.

Wie der Inspekteur der Streitkräftebasis und Schirmherr der Veranstaltung, Generalleutnant Martin Schelleis in seiner Videobotschaft betonte: “Dass der InnoDay23 heute hier in der Logistikschule der Bundeswehr stattfindet, ist auch eine Anerkennung der Innovationskraft Bemühungen, die wir im Logistikkommando betreiben.“ Die Streitkräftebasis als Enabler für die Wirkdimension und der CIHBwCyber Innovation Hub der Bundeswehr als Enabler für Innovation: das ist ein Erfolgsrezept!

von Presse- und Informationszentrum Streitkräftebasis   E-Mail schreiben

Mehr zum Thema