Streitkräftebasis

Mehr Multinationalität in der Logistik

Mehr Multinationalität in der Logistik

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Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN

Gäste aus europäischen und außereuropäischen Ländern, aus verschiedenen Institutionen und der NATO kamen am 24. und 25. November 2021 bei der Berliner Sicherheitskonferenz zusammen. Dort wurde über die Entwicklung sowie Fortschritt europäischer und militärischer Fähigkeiten im sicherheitspolitischen Kontext der EU und der NATO diskutiert.

Ein Soldat hält einen Vortrag.

Generalmajor Gerald Funke stellt den Gästen das PESCOPermanent Structured Cooperation-Projekt „Network of LogHubs in Europe and Support to Operations“ vor. Das Logistikkommando der Bundeswehr ist hier federführend.

Bundeswehr/Christian Wolf

Die Berliner Sicherheitskonferenz bot Generalmajor Gerald Funke, dem Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr und General Bundeswehrlogistik, die Möglichkeit, potenzielle Partner für die verschiedenen multinationalen Projekte über gemeinsame Fähigkeitsentwicklung in der Logistik zu begeistern. Das europäische Projekt „PESCOPermanent Structured Cooperation Network of LogHubs in Europe and Support to Operations“ ist dabei nur eines der erfolgreichen Beispiele des Logistikkommandos für die Entwicklung bi- und multinationaler Fähigkeiten. Dieses Projekt bildet ein europaweites Netzwerk von militärischen Logistikzentren, das für bedarfsgerechtere Verteilung, Kostensenkung und verkürzte Reaktionszeiten in der EU sorgen soll.

Nachdem vor wenigen Wochen dazu ein Experten-Meeting mit den am Projekt beteiligten und auch künftigen Partnernationen stattfand, war es Generalmajor Funke ein wichtiges Anliegen, dieses Projekt noch bekannter zu machen und für weitere Partner zu werben. „Gemeinsame EU/NATO-Ansätze sind ein wirksames zusätzliches Mittel, wenn es um die Entwicklung und Verfügbarkeit logistischer Fähigkeiten geht“, so Funke.

Verantwortung für die europäische Fähigkeitsentwicklung

Ein deutscher und ein ungarischer Soldat stehen vor einer Informationswand und unterhalten sich.

Zahlreiche Gäste der Berliner Sicherheitskonferenz nutzten die Gelegenheit, um sich über die bi- und multinationalen Projekte des Logistikkommandos zu informieren.

Bundeswehr/Christian Wolf

Der Aufbau eines logistischen Netzwerkes in Europa ist eines von insgesamt 47 PESCOPermanent Structured Cooperation Projekten. PESCOPermanent Structured Cooperation steht dabei für Permanent Structured Cooperation (deutsch: ständige strukturierte Zusammenarbeit). Mit 15 Projektnationen und vier Beobachternationen ist das „Network of LogHubs in Europe“ das zweitgrößte dieser Projekte. Das Projekt wird durch Zypern, Frankreich und Deutschland gemeinsam geführt. Auf deutscher Seite hat das Logistikkommando die Federführung. Bereits jetzt verfügt das Netzwerk über 26 logistische Knotenpunkte, die von den Projektnationen in ganz Europa gestellt werden. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Bereitstellung militärischer logistischer Dienstleistungen in Europa zu vereinfachen und zu harmonisieren“, so der General Bundeswehrlogistik. „Hier entsteht ein starkes Netz mit Andockmöglichkeiten für weitere Nationen. Daran teilzuhaben, laden wir alle ganz herzlich ein“, so Funke weiter. „Auch Drittstaaten, die der EU nicht angehören, wie zum Beispiel die USA oder Kanada, kann seit einem Jahr die Möglichkeit geboten werden, sich in dieses Projekt einzubringen.

Multinationalität stärkt Bündnissolidarität

Im Bereich der NATO engagiert sich das Logistikkommando im sogenannten „Framework Nations Concept – Cluster Logistics“. Dieses Projekt hat sich als Instrument in der Entwicklung multinationaler Fähigkeiten bereits bewährt und wird Ende dieses Jahres seine Anfangsbefähigung erreichen.
Hierbei werden der NATO logistische Fähigkeiten zur Verfügung gestellt, die in dieser Form bisher einmalig sind: An der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt wurde dazu beispielsweise ein multinationales Trainingscenter etabliert, das Joint Logistic Support Group Coordination and Training Centre. Es ist verantwortlich für die Ausbildung logistischer Kräfte.
Mit dem neu aufgestellten Logistikbataillon 163 werden als bislang einzigem derartigen Verband in der NATO Fähigkeiten für das „Reception (Aufnahme), Staging (Zusammenführung von Mensch mit dem dazugehörigen Material und Versorgung) and Onward Movement (Weitermarsch in den Einsatzraum)“ – kurz RSOMReception, Staging, Onward Movement – bereitgestellt.
Im „Framework Nations Concept – Cluster Logistics“. wird ein Rahmen geschaffen, in dem sich Bündnispartner mit entwickelten Fähigkeiten einfügen („plug in“) und von Fähigkeiten anderer Nationen profitieren können. Auch für dieses Projekt warb Generalmajor Funke auf der Berliner Sicherheitskonferenz und hofft, weitere Partner und Interessenten zu gewinnen. „Über die PowerPoint-Phase sind wir deutlich hinaus und haben bereits konkrete einsetzbare Fähigkeiten als Beitrag zur Stärkung der Europäischen Säule in der NATO vorzuweisen“, betonte Funke abschließend.

von Christian Wolf  E-Mail schreiben

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