Streitkräftebasis

Oberrheiner Reservisten üben in Hammelburg

Oberrheiner Reservisten üben in Hammelburg

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Datum:
Ort:
Hammelburg
Lesedauer:
4 MIN

Die Regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie Oberrhein hat mit Beteiligung der Schwesterkompanien Odenwald und Schwäbische Alb einen Truppenübungsplatzaufenthalt im bayerischen Hammelburg durchgeführt. Der Schwerpunkt der Ausbildung lag dieses Mal bei den Wach- und Sicherungsaufgaben sowie der Auffrischung der infanteristischen Fähigkeiten.

Die RSU Kompanie ist vor ihren Unterkünften angetreten.

Die RSU Kompanie ist im Lager Felschental vor ihren Wohncontainern angetreten. Chef der Kompanie, Major Gürtler, begrüßt die Reservisten zur Übung auf den Truppenübungsplätzen in Hammelburg.

Bundeswehr/Frank Dittrich

Nach der Anreise der Reservisten aus ganz Baden-Württemberg startete die übliche Einschleusung, die das Vorkommando optimal vorbereitet hatte. Zusätzlich wurde wegen der Corona-Pandemie gleich zu Beginn ein Schnelltest durchgeführt. Nachdem alle Teilnehmenden negativ getestet wurden, begann der geplante Übungsplatzaufenthalt. Die Übungsteilnehmer waren für die Übung im Lager Felschental - das unweit der Saleck Kaserne direkt auf dem Truppenübungsplatz liegt - untergebracht. Es ist ein Feldlager, wie man es aus den Einsatzgebieten kennt. Aneinandergereihte, mit Wellblech überdachte Unterkunftscontainer sowie die ebenfalls in Containern untergebrachten Funktions- und Sanitäreinrichtungen lagen räumlich zusammen und waren dadurch für jeden schnell erreichbar. Umschlossen war das Ganze von Wällen, Stacheldrahtzäunen und Checkpoint Schleusen für die Sicherungsausbildung. Der Kompaniefeldwebel brachte dreimal täglich die Verpflegung in das Feldlager oder auf die Ausbildungsstationen. Dort nahmen die Teilnehmer die Mahlzeiten in den klassischen „Pickpots“, dem dreiteiligen Essgeschirr, das jede Soldatin und jeder Soldat besitzt, ein.

Praxisnahe Ausbildung in Bonnland

Soldaten proben den eigentlichen Ablauf der Übung mit Hilfe von Zeichnungen auf dem Boden.

Bevor die Soldaten im Gebäude das „Durchsuchen des Raumes“ übten, wurde der Ablauf vor dem Gebäude im Tape Drill durchgegangen.

Bundeswehr/Frank Dittrich

Die Kompanieführung hatte sich für den neuntägigen Übungsplatzaufenthalt so einiges ausgedacht, im Vorfeld organisiert und in die Tat umgesetzt:

  • Der Wach- und Streifendienst in einem Feldlager
  • Die Patrouille zu Fuß und mit Kraftfahrzeugen in wechselndem Gelände
  • Das überschlagene Ausweichen im Gruppenrahmen.

Dafür wurden die Reservisten in vier Gruppen eingeteilt. Um den Soldaten eine möglichst praxisnahe Ausbildung zu bieten, wurde für vier Tage die Ausbildungsanlage „Bonnland“ des Truppenübungsplatzes angefordert. Dabei handelt es sich um ein verlassenes Dorf mit circa 120 Gebäuden, das aktuell als Ortskampfanlage verwendet wird. Dort mussten die hochmotivierten Reservisten um die leerstehenden Gebäude eine Patrouille zu Fuß durchführen. Im Rahmen von kleinen, eingespielten Lagen, wie z.B. Beschuss aus dem Hinterhalt, mussten die Übungsteilnehmenden in der Gruppe agieren und der Gefahr ausweichen. Eine andere Ausbildungsgruppe widmete sich dem Gebäudeinneren. Als Vorbereitung übten die Auszubildenden zunächst den Ablauf mit Hilfe eines Tape Drill. Beim Tape Drill erklärt der Ausbilder das Vorgehen in einem Raum, die Wände werden dabei durch Linien auf dem Boden dargestellt. So können mehrere Soldatinnen und Soldaten gleichzeitig ausgebildet und Probleme oder Fehler direkt behoben werden. Nach dieser Einweisung wurde die eigentliche Übung, das Durchsuchen von Räumen, durchgeführt.

Auf dem KfzKraftfahrzeug-Marsch in einen Hinterhalt geraten

Eine Skizze aus Kreide verdeutlicht den Auftrag.

Das benötigte Material für die Patrouille wurde empfangen. Der Auftrag wurde mit Hilfe einer Skizze aus Kreide verdeutlicht.

Bundeswehr/Frank Dittrich

Einen ganzen Tag lang übte Hauptmann Heinemann von der RSU Kompanie Odenwald mit seiner Ausbildungsgruppe die Patrouille mit Kraftfahrzeugen. Gleich zu Beginn gab er dafür einen Marschbefehl aus. Um den Auftrag zu veranschaulichen und den Teilnehmenden verständlich zu machen, hatte er die Marschwege zuvor mit Kreide auf Zeltbahnen gezeichnet und damit verdeutlicht, wie man mit einfachen Hilfsmitteln Aufträge bildlich darstellt. Im weiteren Verlauf der Ausbildungsstation übten die Soldaten dann, wie man sich optimal auf die Fahrzeuge aufteilt, wie man unter Ausnutzung des Geländes in eine Sicherung geht und wie man sich als Gruppe bei einem Hinterhalt verhält. Stück für Stück brachte Hauptmann Heinemann den Soldaten das Ausbildungsziel näher. Und die Ausbildung war erfolgreich. Im letzten Übungsdurchgang sah man - im wahrsten Sinne des Wortes - nur noch Feuer und Bewegung. Unter Nutzung von Nebelwurfkörpern verließen die Übungsteilnehmer die Fahrzeuge und der Maschinengewehr-Trupp feuerte mit kurzen Feuerstößen in Richtung des „Feindes“. Im Wald gingen die Soldaten dann aus der Bewegung in Stellung und gaben Deckungsfeuer, sodass der MG-Trupp nachgezogen werden konnte. In einer Feuerpause führten die Übungsteilnehmer an ihren Waffen nacheinander Magazinwechsel durch, um bei wieder auftretendem Feindbeschuss mit voller Feuerkraft reagieren zu können.

Motivierte Reservisten bei der Schießübung

Das Vorgehen der Soldaten wird von einem ranghohen Offizier beobachtet.

Oberst Thomas Köhring beobachtete das Verhalten der Schützen und der Sicherheitsgehilfen.

Bundeswehr/Frank Dittrich

Nach einem ausbildungsintensiven Wochenende ging es am Montagmorgen auf die Schießbahn 16 des Truppenübungsplatzes. Dort kann ein Gefechtsschießen in der Gruppe geübt werden. Dieser Tag war für viele der Teilnehmer und Ausbilder das Highlight des gesamten Übungsplatzaufenthalts. Denn es wurde hier nicht mit Manövermunition, sondern mit scharfer Gefechtsmunition geschossen. Dies ließ den Adrenalinspiegel des Einen oder Anderen in die Höhe schnellen. Der Kommandeur des Landeskommandos Baden-Württemberg, Oberst Thomas Köhring, begleitete die Ausbildung. Während der Pausen nutzte er die Zeit, um mit den RSU-Soldaten ins Gespräch zu kommen. Unter den Übungsteilnehmern waren viele, die bis vor kurzen noch in der Amtshilfe eingesetzt waren. Oberst Köhring war von der Motivation der Kameraden sehr beeindruckt: „In ihrem ´ersten und zweiten Leben´ sind viele Familienväter und gehen ihrem Beruf nach. In ihrem ´dritten Leben´ sind sie zusätzlich noch mit Leib und Seele Reservist. Das ist nicht selbstverständlich und deshalb ist es sehr bemerkenswert, was die Reservisten leisten“, erklärte Oberst Köhring. Bereits im Oktober ist eine weitere Übung, dieses Mal unter der Leitung der RSU-Kompanie Schwäbische Alb, auf dem Truppenübungsplatz in Stetten am kalten Markt, geplant. Dann werden die jungen Rekrutinnen und Rekruten vom Freiwilligen Wehrdienst Heimatschutz, die sich momentan in der Grundausbildung befinden, das erste Mal ihre neue militärische Heimat kennenlernen. Sie werden gemeinsam mit ihren neuen Kameradinnen und Kameraden die Amtshilfe sowie die Landes- und Bündnisverteidigung stärken.

von Frank Dittrich  E-Mail schreiben

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