Streitkräftebasis

Rüstungskontrolle in Russland während der Großübung KAVKAZ

Rüstungskontrolle in Russland während der Großübung KAVKAZ

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Deutsche Inspektoren des Zentrums für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr führten im September 2020 erstmals eine Inspektion nach dem Wiener Dokument unter Pandemie-Bedingungen in Russland während der Großübung KAVKAZ durch.

Inspektion der Großübung KAVKAZ aus der Luft mit einem Hubschrauber

Rüstungskontrolle unter Pandemie-Bedingungen. Impression der Großübung KAVKAZ auf dem Truppenübungsplatz Prudboy

Bundeswehr

Deutsche Inspektoren des Zentrums für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr führten im September 2020 erstmals eine Inspektion nach dem Wiener Dokument unter Pandemiebedingungen in Russland durch.

Der Zeitpunkt der Inspektion nach dem Wiener Dokument 2011 in der Russischen Föderation war so gewählt, dass Anteile der Großübung KAVKAZ 2020 inspiziert werden konnten.

Rüstungskontrollmaßnahmen unter COVID-19Coronavirus Disease 2019-Bedingungen stellen alle beteiligten im In- und Ausland vor besondere Herausforderungen. Die Vermeidung einer Infektion vor und während des Einsatzes steht hierbei stets im Vordergrund. Für die Inspektoren bedeutete dies eine siebentägige „isolierte Unterbringung“, die sich an den derzeitigen Auflagen für Einsatzkontingente vor der Verlegung ins Ausland ausrichtet.

Nach dem Ende der Isolierung mit abschließendem PCRPolymerase-Ketten-Reaktion-Test verlegten die Inspektoren zunächst in die Nähe von Moskau, dem festgelegten Punkt der Einreise. Der Begrüßung durch den Leiter der russischen Begleitgruppe folgte eine Einweisung in die landesspezifischen Abstands- und Hygieneregeln sowie noch auf dem Flugfeld der durch RUS vorgesehene PCRPolymerase-Ketten-Reaktion-Test bei Einreise.

Am nächsten Morgen erfolgte der Weiterflug in das von Deutschland festgelegte bezeichnete Gebiet um VOLGOGRAD, wo die Inspektion mit Einweisungen von Kommandeuren der Truppenteile und Truppenformationen mit Friedenstandort im Inspektionsgebiet begann.

Am Folgetag inspizierten die Inspektoren Teile des Übungsgebiets der Übung KAVKAZ 2020 mit einem Hubschrauber aus der Luft. Die Delegation landete im internationalen Feldlager auf dem Truppenübungsplatz KAPUSTIN YAR, wo weitere Einweisungen stattfanden und ein Ausschnitt einer Luftangriffsoperation beobachtet wurde. Mehr als 100 militärische Luftfahrzeuge wurden im Vorbeiflug beobachtet. Im Anschluss wurde die Inspektion aus der Luft über den Truppenübungsplätzen KAPUSTIN YAR und PRUDBOY fortgesetzt.

Am letzten Tag der Inspektion konnte ein weiterer Übungsausschnitt von KAVKAZ 2020 inspiziert werden. Vorbereitet durch den Einsatz von Kampfflugzeugen, Kampfhubschraubern und Artilleriefeuer führte der Gefechtsverband einer Brigade einen Gegenangriff durch. Im Anschluss beantwortete der Brigadekommandeur Fragen der Inspektoren. Im Feuerstellungsraum eines am Gefecht beteiligten Panzerartilleriebataillons bestand anschließend die Gesprächsmöglichkeit mit Offizieren des Verbandes. Der Leiter der deutschen Inspektionsgruppe stellte in der Abschlussbesprechung heraus, dass die Russische Föderation aus seinem im Rahmen der Inspektion gewonnenen Eindruck insbesondere mit dem umfassenden Inspektionsablauf, der Beobachtung der Gefechtsausschnitte und den zahlreichen Gesprächs- und Fotografiermöglichkeiten über die Vorgaben des Wiener Dokumentes hinausgegangen war. Dieses Vorgehen entspricht aber auch dem Verhalten Deutschlands und ist deshalb als reziproke Handlungsweise zu verstehen und zeugt von einem besonderen Grad des Vertrauens auf der Implementierungsebene.

Auf dem Rückweg zum zivilen Flughafen wurde noch ein Zwischenhalt am Mahnmal MAMAYEV KURGAN eingelegt, wo Gefallenen des 2. Weltkrieges durch eine Kranzniederlegung gedacht wurde.           

Mit dem Rückflug nach Deutschland war diese Rüstungskontrollmaßnahme für die Inspektoren des ZVBwZentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr in der derzeitigen Pandemielage jedoch noch nicht beendet. Es folgte nach erneuter PCRPolymerase-Ketten-Reaktion-Testung bei Einreise durch den Sanitätsdienst ein erneuter Aufenthalt im Isolationshotel. Die Inspektoren verblieben angesichts der in Russland sehr hohen Corona-Gefährdung für die nachfolgenden sieben Tage in der isolierten Unterbringung, bevor sie nach einem negativen Abschlusstest ihren Dienst in der Selfkant-Kaserne in Geilenkirchen wiederaufnehmen durften. Mit Rückkehr der Inspektoren im Zentrum für Verifikationsaufgaben endete nach drei Wochen die für eine Inspektion nach dem Wiener Dokument ungewöhnlich lange Abwesenheit, die aber für die Durchführung der 48-stündigen Inspektion unter Corona-Bedingungen erforderlich war.

von Siegfried Houben  E-Mail schreiben

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