Streitkräftebasis

Ungediente beim Landeskommando Rheinland-Pfalz

Ungediente beim Landeskommando Rheinland-Pfalz

  • Reserve
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Idar-Oberstein
Lesedauer:
3 MIN

Mit ihrem Feierlichen Gelöbnis in Idar-Oberstein starten 21 Rekrutinnen und Rekruten ihren Ausbildungsdurchgang für „Ungediente“ beim Landeskommando Rheinland-Pfalz. Nach erfolgreichem Abschluss werden die zukünftigen Soldatinnen und Soldaten ihre militärische Heimat in der RSU-Kompanie der Streitkräftebasis finden.

Eine Soldatin und ein Soldat der „Ungedienten“ stehen an der Truppenfahne und sprechen die Gelöbnisformel.

Hand an der Truppenfahne beim Feierlichen Gelöbnis der „Ungedienten“ in Idar-Oberstein.

Bundeswehr/Stephan Dinges

In der Artillerieschule in Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz legten 21 „Ungediente“ das Feierliche Gelöbnis ab. Die Rekrutinnen und Rekruten, die bisher keine Vordienstzeit als Zeitsoldaten, Wehrpflichtige oder Freiwillig Wehrdienstleistende haben, stehen am Beginn ihrer „Allgemeinen Soldatischen Ausbildung“. Im Rahmen eines Appells versprachen sie, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“. Das Besondere daran ist, dass die Frauen und Männer nicht für eine bestimmte Zeit hauptberuflich Wehrdienst leisten, sondern parallel zum zivilen Berufsleben Soldaten werden. Es sind Menschen unterschiedlichen Alters, die den Dienst in der Bundeswehr bisher nicht kennengelernt haben, dies aber nun nachholen wollen. Bereits zum zweiten Mal führt das Landeskommando Rheinland-Pfalz als Teil der Streitkräftebasis diese Ausbildung durch.

Die Ausbildung beinhaltet Theorie, beispielsweise Rechte und Pflichten von Soldatinnen und Soldaten. In der Praxis steht das Schießen mit Handwaffen sowie Gefechts- und Sanitätsdienst im Fokus. Auch Wachdienst und militärische Sicherheit stehen auf dem Unterrichtsplan, ebenso ein Aufenthalt auf dem Truppenübungsplatz in Baumholder. Mit dem Bestehen einer Abschlussprüfung, der sogenannten Rekrutenbesichtigung, besteht für die vormals „Ungedienten“, die Möglichkeit, sich als Reservistinnen und Reservist zu Übungen und Einsätzen heranziehen zu lassen.

Quer durch die Gesellschaft

Ein Zivilist und ein Soldat schreiten die Front ab.

Oberst Mattes, Kommandeur Landeskommando Rheinland-Pfalz, und MdL Christian Baldauf schreiten die Front ab.

Bundeswehr/Stephan Dinges

Der zivilberufliche Hintergrund der angehenden Soldatinnen und Soldaten reicht von Mechaniker über Zimmermann, Pharmaziemeister, Logistiker, Rechtsanwaltsfachangestellter und Jurastudent und bis hin zu Krankenschwester, Arzthelferin oder Versicherungsfachangestellter. 

Martina J. ist Beamtin im Bereich Rüstung und die einzige bisher Ungediente in ihrer Abteilung. „Gerne wäre ich als Soldatin zur Bundeswehr gegangen, aber der Weg stand Frauen damals noch nicht offen. Deshalb freue ich mich, dass ich jetzt auf diese Weise Reservistin werden und dann besser bei den Kollegen mitreden kann“, freut sie sich. 

Diplominformatiker Michael W. leistete bereits Zivildienst und ist nun neugierig auf die Bundeswehr. „Mir gefällt die Strukturiertheit, die Ausbildung läuft klar gegliedert ab, alles ist geregelt“, resümiert er seine ersten Eindrücke.

Andreas B. ist Lehrer und schätzt an Deutschland, „dass man in Frieden und Freiheit lebt und dass es Sicherheit und Fortschritt gibt. Dafür lohnt es sich zu dienen.“ Es ist ihm wichtig, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. 

Soldatin frontal fotografiert

Soldatin Arbnore K. ist stolz, beim Ausbildungsdurchgang der „Ungedienten“ dabei sein zu können.

Bundeswehr/Stephan Dinges

Arbnore K. ist Medizinische Fachangestellte und gerade in Elternzeit. Ihr Mann und ihr Nachwuchs sind dabei, als die Mama in Flecktarnuniform mit ihren neuen Kameradinnen und Kameraden zusammen gelobt, treu zu dienen und Recht und Freiheit tapfer zu verteidigen. Sie ist sichtlich stolz, jetzt bei der Bundeswehr zu sein. 

Michael D., ebenfalls Lehrer, will das Thema Bundeswehr in der Schule authentisch vermitteln und sich dazu selbst ein Bild vom Alltagsleben als Soldat, von der Rolle als Staatsbürger in Uniform und von den physischen bzw. psychischen Herausforderungen machen. Übereinstimmend bestätigen alle Teilnehmer, dass sie schon nach kurzer Zeit ein starkes Gemeinschaftsgefühl und kameradschaftlichen Zusammenhalt entwickelt haben. „Eine Gruppe kann gut funktionieren, wenn alle funktionieren“, fasst Michael D. seine wichtigste Erkenntnis zusammen.

„Wir danken Ihnen für Ihren Dienst in der Bundeswehr und wir zollen Ihnen Respekt und Hochachtung, dass Sie bereit sind, sich für unser Land einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen“, sagte Christian Baldauf, Mitglied im Rheinland-Pfälzischen Landtag in seiner Gelöbnisansprache.

RSU-Kompanie als militärische Heimat

Soldaten stehen stillgestanden mit einem Gewehr in einer Reihe.

Die RSU-Kompanie Rheinland-Pfalz stellt den Ehrenzug.

Bundeswehr/Stephan Dinges

Eine militärische Heimat bietet den Reservistinnen und Reservisten die Regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie, kurz RSU-Kompanie, die dem Landeskommando Rheinland-Pfalz und damit der Streitkräftebasis untersteht. Sie wurde 2013 aufgestellt und ist mittlerweile personell voll ausgestattet bzw. einsatzbereit. Sie hat in einer Vielzahl von Ausbildungs- und Übungsvorhaben mehrfach ihre Leistungsfähigkeit bewiesen, beispielsweise bei der Präsentation der Bundeswehr während der Rheinland-Pfalz-Tage, bei freilaufenden Übungen des Artillerielehrbataillons 345, bei Truppenübungsplatzaufenthalten in Baumholder und bei der Bewachung einer Absturzstelle eines Kampfjets in Trier.

„Besondere Anerkennung verdienen auch Unterstützungsleistungen wie zuletzt beim Einsatz zur Bekämpfung der Borkenkäferplage“, lobte Oberst Erwin Mattes, Kommandeur des Landeskommandos Rheinland-Pfalz die angetretenen Reservistinnen und Reservisten. „Angesichts der sehr positiven Entwicklung bei der RSU-Kompanie der Streitkräftebasis und bei den Ungedienten fällt nun folgerichtig der Startschuss für die Aufstellung einer zweiten RSU-Kompanie“, so Oberst Mattes. Diese Kräfte stehen dann auch für den Heimatschutz in Rheinland-Pfalz zur Verfügung.


von Günther Bohn  E-Mail schreiben

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