Streitkräftebasis

Verbindung halten trotz Corona: Ohne Feldpost geht es nicht

Verbindung halten trotz Corona: Ohne Feldpost geht es nicht

  • Coronavirus
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Pfungstadt
Lesedauer:
3 MIN

Die Feldpostleitstelle in Pfungstadt bildet, wenn man so will, die Brücke zwischen der Heimat und den Einsatzgebieten. Das Feldpostgeschäft läuft auch in Corona-Zeiten auf Hochtouren. Der einzige Unterschied: Maske tragen ist derzeit Pflicht in der einzigen Halle in Deutschland mit eigener Postleitzahl.

Zwei Feldpostsoldaten überprüfen hereinkommende Post.

Die Briefe und Pakete aus Deutschland werden wie andere Sendungen über den Briefkasten oder die jeweilige Verkaufsstelle eingeliefert und nach Pfungstadt befördert. Das Porto entspricht dabei dem Inlandsentgelt.

Bundeswehr/Desale Asfaha

Die Bedeutung der Feldpost kann nicht stark genug eingeschätzt werden. Fernab der Heimat ist sie ein wesentliches Element, das Einsätze zu überstehen hilft. Sie besitzt dadurch eine tiefe, persönliche Dimension. Ermöglicht wird dieser weltweite Service durch die Feldpostsoldatinnen und -soldaten, die allesamt Reservistendienstleistende und im Zivilleben Angestellte der Deutschen Post AG sind. Sie stellen sicher, dass ihre Kameradinnen und Kameraden im Einsatz pünktlich ihre Post erhalten. Das Feldpostgeschäft läuft auch in diesen besonderen Zeiten auf Hochtouren, denn Briefe schreiben und Päckchen versenden boomt nicht trotz, sondern gerade während der Corona-Pandemie.

Maske tragen ist Pflicht

„Die Transportanzahl ist gleich hoch geblieben. Die Paketmenge ist jedoch explizit seit Corona angestiegen. Das merken wir sowohl in der zivilen Post als auch hier bei der Feldpost“, erzählt Stabsfeldwebel Martin Neumann, der derzeitige Leiter der Feldpostleitstelle. An die Auflagen, die diese Pandemie fordert, halten sich hier alle akribisch. Überall stehen Desinfektionsmittel zur Verfügung und Maske tragen ist quasi Pflicht in der großen Lagerhalle. Denn den geforderten Mindestabstand von 1,50 Meter durchgehend zu halten, ist bei dieser Arbeit fast unmöglich.

Transporte kennen keine Corona-Pause

Corona-bedingte Auflockerungen, wie es sie in anderen Dienststellen der Bundeswehr gibt, sind hier nicht möglich - zu groß ist das Postaufkommen. Auch die Transporte kennen keine Corona-Pause, sie müssen trotzdem laufen. „Selbst wenn es mal zu kurzen Verzögerungen kommt, dann habe ich im Einsatzgebiet Kameraden sitzen, die dafür kein Verständnis haben. Deswegen kann ich hier nicht einen Teil der Mannschaft einsparen“, so Stabsfeldwebel Neumann, der die Feldpostleitstelle in Pfungstadt noch bis Juli leitet. Er und seine Mitstreiter arbeiten auch zivilberuflich bei der Post.

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Ein Soldat sitzt am Schreibtisch.

Stabsfeldwebel Martin Neumann leitet noch bis Juli die Feldpostleitstelle in Pfungstadt. In seinem zivilen Leben ist er, so wie alle „Postis“, Angestellter der Deutschen Post AG.

Bundeswehr/Desale Asfaha
Feldpostsoldaten bei ihrer Arbeit.

Nicht jedes Paket kann auf die Reise geschickt werden. Befinden sich beispielsweise Benzinfeuerzeuge oder Sprays darin, ist die Luftsicherheit gefährdet.

Bundeswehr/Desale Asfaha
Ein Feldpostsoldat beim Entladen von Paketen.

Alle Pakete, die per Flugzeug transportiert werden, müssen auf ihre Luftsicherheit geprüft werden. Alles, was über die Straße transportiert wird, wird nicht geröntgt.

Bundeswehr/Desale Asfaha
Drei Feldpostsoldaten bei ihrer Arbeit.

Die Postsendungen werden gestempelt oder versiegelt und anschließend nach Einsatzländern und -orten sortiert.

Bundeswehr/Desale Asfaha

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Bestellungen im Internet haben Hochkonjunktur

Einen Lagerkollaps habe er noch nicht, „wir sind alle motiviert und gut drauf“, erklärt der Feldpostleitstellenleiter die momentane Situation. Am alltäglichen Ablauf habe sich bei der Feldpost nichts geändert. Und wie erklärt er sich selbst das stark erhöhte Postaufkommen? „Viele Kameradinnen und Kameraden sind auch im Einsatzgebiet 14 Tage in Quarantäne, können das Lager oder die Unterkunft nicht verlassen. Also bestellen sie Dinge im Internet. Das ist schon wirklich Wahnsinn, was wir da an Paketen wegschicken“, so Neumann schmunzelnd.

Aufgelockerter Dienstbetrieb nicht vor halb 3

An einem normalen Tag sind gegen 14.30 Uhr alle Transporte in der Feldpostleitstelle durch. Anschließend kann Stabsfeldwebel Neumann auflockern und einige seiner Jungs auf ihre Stuben schicken. „Aber bis der letzte LKWLastkraftwagen vom Hof fährt, haben wir keine Chance, Personal einzusparen.“ Die Unterbringung erfolgt Corona-bedingt derzeit in Einzelstuben, persönliche „Nasszellen“ gibt es allerdings nicht. Daher müssen sich die Feldpostsoldaten untereinander abstimmen, wer wann das Bad nutzt. Auch hier gelten schließlich die Corona-Auflagen.
Und falls es doch einmal dazu kommen sollte, dass sich jemand mit dem Coronavirus infiziert, gibt es eine Notfallplanung mit der Deutschen Post AG. Diese sieht eine vollständig gespiegelte Ersatzmannschaft vor, die innerhalb kürzester Zeit übernehmen könnte. Denn ohne Feldpost geht es nicht – gerade in besonderen Zeiten.

Die Feldpost der Bundeswehr

Ihren ersten Übungseinsatz hatte die Feldpost der Bundeswehr im Jahr 1982 in Süddeutschland. Zehn Jahre später, 1992, erfolgte dann der erste Auslandseinsatz in Kambodscha. Das Leistungsangebot der Feldpost umfasst gewöhnliche Briefe, Einschreiben, Nachnahmesendungen, Postkarten, Pakete bis 31,5 Kilogramm sowie Päckchen bis zwei Kilogramm und Pluspäckchen bis zehn Kilogramm – alles zu Inlandstarifen. Daneben bietet die Feldpost Postbankdienste wie Überweisungen auf alle Konten, Aus- und Einzahlungen aufs Postsparbuch sowie Aus- und Einzahlungen auf das Postbankkonto an.



von Sandra Sander  E-Mail schreiben

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