Streitkräftebasis

Wer oder was ist eigentlich diese ELUSAeinsatzlandunspezifische Ausbildung?

Wer oder was ist eigentlich diese ELUSAeinsatzlandunspezifische Ausbildung?

  • Einsatzvorbereitung
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Altengrabow
Lesedauer:
4 MIN

Ende Februar führte das Logistikbataillon 171 eine einsatzvorbereitende Ausbildung auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow durch. Hierbei konnten zwei Soldaten an einem Ausbildungstag begleitet werden.

Ein Soldat in Uniform prüft in einem Zimmer seine persönlich Ausrüstung gemäß einer Liste.

Oberbootsmann Zenker prüft seine persönliche Ausrüstung und verpackt diese im Anschluss.

Bundeswehr/Janine Albrecht

ELUSAeinsatzlandunspezifische Ausbildung – die einsatzlandunspezifische Ausbildung steht dieser Tage auf dem Dienstplan der Soldatinnen und Soldaten der 3. Kompanie des Logistikbataillons 171. Die Einheit ist Teil der mobilen Logistiktruppen der Streitkräftebasis. Besonders wichtige Punkte der theoretischen und praktischen Ausbildung ist der Marsch mit Kraftfahrzeugen sowie alles rund um das Thema der improvisierten Sprengsätze sogenannte IEDImprovised Explosive Device (Improvised Explosive Device). Für Oberbootsmann Marcus Zenker und Oberstabsgefreiter Stefan Köhler ist diese Ausbildung ein weiterer Baustein für die geplante Verwendung im Einsatz. In den letzten Tagen haben die beiden die theoretischen Grundlagen am Heimatstandortort in Burg erlernt. Jetzt heißt es genau nach Verpackungsplan die persönliche Ausrüstung vorzubereiten und natürlich zu verstauen. Mit dem Verpackungsplan befehlen die Ausbilder welche Kleidung und dienstliche sowie persönliche Ausrüstung jeder Soldat mit sich führen muss. Damit ist gewährleistet, dass allen Ausbildungsteilnehmern die gleichen Voraussetzungen für die Erfüllung des Auftrages zu Verfügung stehen. Die praktische Ausbildung der Soldatinnen und Soldaten findet auf dem nahegelegenen Truppenübungsplatz Altengrabow statt.

Achtsamkeit auf jedem Meter

Fünf Soldaten bewegen sich versetzt über eine Straße und suchen diese nach gefährlichen Gegenständen ab.

Die Soldaten suchen V-Förmig einen bestimmten kritischen Abschnitt des Marschweges nach IEDs oder anderen Gegenstände ab. Damit der als kritisch eingestufte Geländepunkt im Anschluss sicher passiert werden kann.

Bundeswehr/Janine Albrecht

Nach der Befehlsausgabe sowie der Verteilung der einzelnen Aufgaben kann die Ausbildung beginnen. Die Soldaten wirken ruhig und entspannt, obwohl niemand von ihnen weiß welches Szenario sie bei der Umsetzung ihres Auftrages erwartet. Mit dem Befehl „Aufsitzen!“ nehmen alle ihre Positionen ein und die Fahrzeuge setzen sich in Bewegung. Oberbootsmann Zenker und seine Kameraden erkunden mit wachsamen Augen die Umgebung des Truppenübungsplatzes. Denn überall könnten sich verdächtige Personen oder Sprengfallen befinden, aber die Lage bleibt ruhig. Die Soldaten erreichen ohne Zwischenfälle ihr Ziel. Doch lange Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht. Oberstabsgefreiter Köhler ist eingesetzter Waffenbediener an der Fernbedienbaren Lafettierten Waffenstation 100, kurz: FLW 100, und sorgt sofort mit weiteren Soldaten für eine 360 Grad Sicherung. Von seinem Fahrzeug aus kann er so in geschützter Deckung gegen mögliche Bedrohungen oder Angriffe wirken. Denn die Waffe befindet sich außerhalb oben auf dem Fahrzeug.

Ein Soldat sitzt in einem Fahrzeug und hält in seiner Hand einen Joysticks fest und schaut dabei auf einen Monitor.

Oberstabsgefreiter Köhler ist der Bediener der Fernbedienbaren Lafettierten Waffenstation 100. Von seinem Fahrzeug aus kann er so in geschützter Deckung gegen mögliche Bedrohungen oder Angriffe wirken.

Bundeswehr/Robert Bäker

Weiterhin wird die Durchführung eines 0-5-25 Checks befohlen. Bei dem 0-5-25 Check handelt es sich um eine Umkreissuche rund um das Fahrzeug. Kabel oder beispielsweise frische Erdarbeiten können Hinweise auf IEDs geben. So soll der Schutz des haltenden Fahrzeuges und der ausgestiegenen Soldaten gewährleistet werden. Der Check läuft wie folgt ab, der Punkt 0 ist die Absuche des unmittelbaren Umkreises aus dem haltenden Fahrzeug auch unter der Nutzung von optischen Hilfsmitteln. Dann erst steigen die einzelnen Soldaten aus. Der Blick ist auf den Boden gerichtet und das Schließen der Fahrzeugtür ist zu beachten. Nach einem Blick unter das Fahrzeug folgen die Punkte 5 und 25, dabei handelt es sich um die Absuche im Umkreis von fünf Metern und 25 Metern um das eigene Fahrzeug oder die Kolonne. Bei Oberbootsmann Zenker und seinen Kameraden ist alles „sauber“, nun kann der eigentlich Auftrag ein sogenannter VP-Check durchgeführt werden. Bei einem VP-Check handelt sich um das vorgestaffelte Durchsuchen von kritischen Geländepunkten (VP = Vulnerable Point), an denen die Gefahr von Sprengfallen oder ähnlichen als besonders hoch eingestuft wird. Dabei suchen die eingeteilten Soldaten V-Förmig einen bestimmten kritischen Abschnitt des Marschweges nach IEDImprovised Explosive Device oder anderen Gegenstände ab, bevor dieser passiert werden kann. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt jedoch gerade auf der richtigen Durchführung des VP-Checks und endet ohne einen gefährlichen Fund.

Übung macht den Meister

Ein Soldat steht an einer geöffneter Fahrzeugtür und hält den Hörer eines Funkgerätes in der Hand.

Ständiger Kontakt zur Operationszentrale ist für ein aktuelles Lagebild für beide Seiten wichtig. Oberbootsmann Zenker steht in der Tür eines Gefechtsfahrzeuges und gibt Informationen über das Funkgerät weiter.

Bundeswehr/Robert Bäker

Vor dem nächsten Szenario wurden die Funktionen durchgetauscht, dadurch soll sichergestellt werden, dass besonders das Führungspersonal immer wieder in unterschiedlichen Verantwortungsbereichen ausgebildet wird. Für das neue Szenario sollen die Soldaten einen bestimmten Bereich beziehen, den sogenannte Verfügungsraum. Unter der Führung von Oberbootsmann Zenker setzen sich die Fahrzeuge wieder in Bewegung. Nach kurzer Fahrt klärt Oberstabsgefreiter Köhler mit Hilfe der FLW 100, im Vorfeld eine Panzerabwehrmine auf. Der Oberbootsmann lässt sofort die Fahrzeuge stoppen und befielt die ersten taktischen Maßnahmen, als zwei Zivilisten auf die Fahrzeuge der Soldaten zu kommen. Zenker nutzte die Kommunikationsbereitschaft der Zivilisten, um im Rahmen seiner Gesprächsaufklärung alle relevanten Informationen über die Panzerabwehrmine und eventuelle weitere versteckte Sprengfallen zu erhalten. So war es ihm zügig möglich, präzise Informationen über die Sprengfalle zu erhalten und alle Details an die Operationszentrale zu melden. Mit einem lauten „Übungsende“ endet dieses Szenario und die Soldaten um Oberbootsmann Zenker und Oberstabsgefreiter Köhler kommen zu einer Lageauswertung zusammen. Ein wichtiger Punkt der Auswertung ist, nicht alles kann geübt werden aber das Geübte ist im Einsatz lebensrettend.

von Christoph Vietzke  E-Mail schreiben

Mehr zum Thema

Nutzen Sie bitte nachfolgend die Pfeiltasten (links/rechts) um zum vorherigen/nächsten Slide zu springen. Nutzen Sie die Tabtaste um innerhalb des aktiven Slides Elemente (wie Links) anzuspringen.

Sie verlassen jetzt das Slide Modul. Drücken Sie die Tabtaste zum Fortfahren oder navigieren Sie andernfalls einfach weiter mit den Pfeiltasten.