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Unterstützungsbereich
Spezialisten auf vier Pfoten

Diensthunde der Bundeswehr

Sie beschützen Menschen, finden Sprengstoff und wittern Rauschgift – die Diensthunde der Bundeswehr. Im Einsatz fliegen sie im Helikopter oder durchqueren Schluchten. Die Tiere erfüllen Aufgaben, die Mensch und Maschine nicht leisten können. Die multitaskingfähigen Kameraden auf vier Beinen zu züchten, auszubilden und zu versorgen, gehört zu den Aufgaben des Unterstützungsbereichs der Bundeswehr.

Ein maskierter Soldat steht mit seinem Diensthund auf einer Wiese

Bundeswehr/Jana Neumann

Kontrollieren von Veranstaltungsräumen, Aufspüren von Kampfmitteln oder Rauschgift oder der Schutz von Personen: Diensthunde kommen vielseitig zum Einsatz. Früh werden sie spielerisch an ihre zukünftigen Aufgaben herangeführt. Nach der Ausbildung bleibt das stetige Training ein grundlegender Bestandteil für Hund und Diensthundeführer oder -Führerin.

Die Ausbildungsmethoden aber auch die Anforderungen an Diensthunde haben sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Diensthunde und ihre Führerinnen und Führer müssen in der modernen Bundeswehr viele Aufgaben übernehmen. Mit Ausnahme der Spürhunde der Pioniere, die als hochspezialisierte sogenannte Monohunde ausschließlich im Kampfmittel- und Minensuchdienst geführt werden, sind alle Diensthunde der Bundeswehr dual ausgebildet: als Schutz- und Spürhund – gerade im Auslandseinsatz und in bestimmten Szenarien der Landes- und Bündnisverteidigung eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.

Nur im Team erfolgreich

Drei bewaffnete Soldaten laufen mit einem Diensthund durch den Wald.

Der Unterstützungsbereich der Bundeswehr stellt über die Schule für Diensthundewesen Tiere für alle Truppengattungen bedarfsgerecht zur Verfügung. Hier arbeiten Fallschirmjäger des Heeres mit einem Diensthund.

Bundeswehr/Mario Bähr

Diensthundeführer und -Führerinnen der Bundeswehr werden nicht nur sorgfältig ausgewählt, sondern müssen sich kontinuierlich fort- und weiterbilden. So wachsen sie mit ihrem Diensthund in gemeinsamen Lehrgängen zu einem Team zusammen. Nach Abschluss der Ausbildung lebt der Diensthund nicht in der Kaserne, sondern in der Familie von Hundeführerin oder -Führer. Die sorgfältige Auswahl und Aufzucht der Junghunde, idealerweise aus der bundeswehreigenen Zucht, die hundeorientierte Ausbildung und Führung sowie die Betreuung und gegebenenfalls Vermittlung alternder Diensthunde in geeignete Hände haben einen entsprechend hohen Stellenwert im Diensthundewesen der Bundeswehr.

Fürsorge gilt auch für Diensthunde

Die umfassende medizinische Betreuung und Versorgung der Diensthunde ist ebenfalls ein fester Bestandteil des Diensthundewesens der Bundeswehr. Im Ersthelferlehrgang lernen Diensthundeführerinnen und -Führer, ihre Diensthunde bei Verwundungen und Verletzungen im Auslandseinsatz zu versorgen, bis ein Tierarzt die Weiterbehandlung übernehmen kann: Kameradenhilfe für Diensthunde. Zudem verfügt die Bundeswehr über die einzige Diensthundeklinik Deutschlands. Sie ist an der Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr in Ulmen beheimatet.

 Ein Polizist hält einen Hund im Arm während ein Soldatin ihn mit dem Stethoskop untersucht.
Veterinärmedizin

Gesundheitsschutz für Mensch und Tier

Tierärztinnen und Tierärzte bei der Bundeswehr: Ihre Fähigkeiten schützen die Gesundheit der Diensttiere und der Menschen in der Truppe.

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Antworten auf häufig gestellte Fragen

Wie viele Diensthunde hat die Bundeswehr? Wo kommen die Tiere her und welche Voraussetzungen müssen sie erfüllen? Das und mehr beantworten wir in diesem FAQ.

Welche Rassen sind als Diensthunde in der Bundeswehr vertreten?

Der Malinois ist eine Varietät des Belgischen Schäferhundes und die am häufigsten im Diensthundewesen eingesetzte Rasse. Auch die Schule für Diensthundewesen züchtet diese Hunde selbst.
 

Malinois eignen sich besonders gut für den Dienst, weil sie leistungsstark, lernwillig, belastbar und vielseitig einsetzbar sind. Aufgrund ihrer hohen Arbeitsbereitschaft und Ausdauer bewähren sie sich in unterschiedlichsten Einsatzbereichen.

Neben dem Malinois werden beispielsweise auch Deutsche Schäferhunde eingesetzt. Für die Spürarbeit kommen zudem Labradore als spezialisierte Spürhunde zum Einsatz.
 

Woher kommen die Diensthunde der Bundeswehr?

Ein Teil der Diensthunde stammt aus der eigenen Zucht der Schule Diensthundewesen der Bundeswehr in Ulmen. Dort werden Schäferhunde vom Welpenalter an aufgezogen und ausgebildet. Mithilfe von Dienstleistern kauft die Bundeswehr in ganz Europa Hunde an, die für den Dienst geeignet sind. Zum Zeitpunkt des Ankaufs sind die Hunde in der eineinhalb bis zwei Jahre alt.

Welche Voraussetzungen muss ein Diensthund der Bundeswehr erfüllen?

Ein Diensthund der Bundeswehr muss unter unterschiedlichsten Bedingungen zuverlässig arbeiten können. Wichtig sind deshalb unter anderem ein ausgeprägter Spieltrieb und eine hohe Umweltsicherheit. Das bedeutet, dass der Hund auch in lauter, belebter oder ungewohnter Umgebung sicher agiert und sich nicht leicht verunsichern lässt. Ebenso wichtig ist seine Trittsicherheit: Ein Diensthund muss sich auf unterschiedlichen Untergründen sicher bewegen können – zum Beispiel auf dem schwankenden Boden eines Schiffs.

Wie viele Diensthunde gibt es in der Bundeswehr?

Derzeit gibt es 270 Diensthunde in der Bundeswehr. Hier inbegriffen sind nur die Tiere, die als Spür- und Schutzhunde ausgebildet sind; Therapiehunde sind nicht mitgezählt. Nach bestandenem Training folgt eine jährliche Zertifizierung an der Schule Diensthundewesen der Bundeswehr. Grundsätzlich wird nach Lehrgangsende mit einer „Dienstzeit“ von fünf Jahren gerechnet. Gesundheitliche Einschränkungen des Hundes können diese Zeit verkürzen. In der Regel bleibt der Hund länger im Einsatz.

Wie lange bleibt ein Diensthund bei der Bundeswehr?

Mit etwa zweieinhalb Jahren sind die Hunde fertig ausgebildet und arbeiten in der Regel bis zu sechs Jahre als Diensthund. Ihre Dienstfähigkeit wird jährlich anhand ihrer gesundheitlichen Verfassung beurteilt. Somit kann eine Zertifizierung noch im Alter von elf Jahren erfolgen.

Nach ihrer Dienstzeit können Diensthundeführerinnen und Diensthundeführer ihren Hund über einen Pflegevertrag mit der Schule Diensthundewesen der Bundeswehr in Ulmen übernehmen. Auch andere Bundeswehrangehörige sowie Zivilpersonal können sich für die Übernahme bewerben. Findet sich niemand, wird der Hund in der Altersanlage in Ulmen versorgt. 

Wo werden Diensthunde der Bundeswehr eingesetzt?

Diensthunde werden in der Regel dual ausgebildet: als Schutzhund sowie als Spürhund für Rauschgift oder Sprengstoff. Zum Einsatz kommen sie unter anderem bei der Luftwaffe – dort etwa zum Objektschutz – sowie bei den Feldjägern und Spezialkräften.

Eine Besonderheit bilden die Pioniere: Dort werden ausschließlich Spürhunde zum Auffinden von Minen und Sprengstoff eingesetzt. Damit entfällt die Ausbildung zum Schutzhund.

Welche Voraussetzungen müssen Soldaten erfüllen, um Diensthundeführer oder Diensthundeführerin zu werden?

Es gibt keine festen Voraussetzungen. Diensthundeführer werden in den unterschiedlichsten Bereichen der Bundeswehr eingesetzt. Die Qualifizierung erfolgt erst nach der Einstellung und ist eine zusätzliche Ausbildung – man kann sich also nicht direkt als Diensthundeführer oder Diensthundeführerin bewerben.

Darf man einen Diensthund der Bundeswehr streicheln?

Der jeweilige Diensthundeführer oder Diensthundeführerin entscheidet bei dieser Frage individuell – grundsätzlich sollte um Erlaubnis gefragt werden. Aus Sicherheitsgründen kann dies vorerst abgelehnt werden. Wird das Streicheln erlaubt, müssen bestimmte Verhaltensregeln beachtet werden, da Diensthunde bei Fehlverhalten abwehrend reagieren können:

  • nicht über den Hund beugen
  • den Hund nicht direkt anschauen (kann als Provokation wahrgenommen werden).
Warum heißt die Diensthunde-Einheit K-9?

K-9 leitet sich von ,,canis'', lateinisch für Hund, ab. Englisch ,,canine'' bedeutet zum Hund gehörend. Daraus wurde dann K-9. Der Begriff wird international verstanden.

Berichte

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