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Pitch Black

Zwei deutsche Eurofighter und ein Flugzeug in der Luft.

Bundeswehr/Christian Timmig

Multinationales Manöver

Pitch Black

Deutsche Eurofighter mit rund hundert anderen Flugzeugen in einem großen Szenario – das ist Pitch Black, die größte Luftwaffenübung Australiens.

Die Luftwaffenübung Pitch Black findet alle zwei Jahre im Luftraum über dem Northern Territory Australiens statt. Die Royal Australian Air Force (RAAF) lädt regelmäßig Luftstreitkräfte befreundeter Nationen zur Teilnahme ein. Pitch Black ist eine großangelegte Übung für realistische Luftkampfszenarien mit Tag- und Nachtflügen. Die teilnehmenden Nationen üben gemeinsam, um ihre Fähigkeit zur militärischen Zusammenarbeit zu verbessern.

Warum nimmt die Luftwaffe an Pitch Black teil?

Für die Luftwaffe bietet Pitch Black einen enormen Mehrwert: Pilotinnen und Piloten sowie Technikpersonal trainieren realistische Luftkampfszenarien auf höchstem Niveau, knüpfen Kontakte zu ausländischen Luftstreitkräften, testen die Lufttüchtigkeit und Wartung ihrer Eurofighter unter Bedingungen der südlichen Hemisphäre und lernen Verfahren von Partnernationen kennen.

Die Übung testet auch die Interoperabilität verschiedener Luftfahrzeugsysteme unterschiedlicher Hersteller und Länder. Dabei geht es um die Fähigkeit verschiedener militärischer Systeme, Einheiten und Nationen, nahtlos zusammenzuarbeiten. Bei Pitch Black trainieren Kampfpiloten und -pilotinnen verschiedener Länder, ihre Flugzeuge mit unterschiedlichen Radarsystemen zu koordinieren, Daten auszutauschen und gemeinsam Luftkampfszenarien zu bewältigen – als würden sie unter einem einheitlichen Kommando operieren. Dies ist essenziell für NATO-Einsätze und wichtig für multinationale Operationen außerhalb des Bündnisses.

Seit wann gibt es die Übung Pitch Black?

Die erste Pitch-Black-Übung fand im Juni 1981 an der RAAF Base Williamtown in New South Wales statt. Sie begann als dreitägige Luftverteidigungsübung zwischen verschiedenen australischen Jagdstaffeln. Nach und nach entwickelte sich die Übung zum großen multinationalen Ereignis. Seit 1988 findet Pitch Black jedes zweite Jahr statt, lediglich 2020 musste sie wegen der Covid-19-Pandemie abgesagt werden. Die Luftwaffe nimmt seit 2022 an Pitch Black teil.

Warum heißt die Übung Pitch Black?

Pitch Black bedeutet so viel wie pechschwarz oder stockdunkel. Der Name bezieht sich darauf, dass die ersten Übungen den Fokus auf Nachtflüge legten, die über großen, kaum besiedelten Flächen stattfanden. Oder, wie ein beteiligter deutscher Soldat sagt: „Da ist ziemlich viel nichts, es ist sehr dunkel und man kann viel üben, ohne dass man jemanden stört.“

Wie groß ist der Übungsluftraum?

Der Übungsluftraum bei Pitch Black über dem Northern Territory variiert von Ausgabe zu Ausgabe, je nachdem, wie die Szenarien aufgebaut werden. Aber er ist immer riesig. Bei Pitch Black 2024 übten die Soldatinnen und Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“ in zwei Lufträumen, die zusammen etwa die Größe von Deutschland ergaben, bei Pitch Black 2022 waren die Übungslufträume anders aufgebaut, aber ähnlich groß.

Warum ist Pitch Black strategisch wichtig?

Pitch Black stärkt die militärische Zusammenarbeit zwischen westlichen und Indo-Pazifik-Verbündeten. Die Übung demonstriert: 

  • Die NATO und ihre Partner können schnell weltweite Präsenz aufbauen.
  • Alliierte Luftstreitkräfte sind hochgradig kompatibel und können gemeinsam operieren.
  • Die Stabilität im Indo-Pazifik wird durch diese Zusammenarbeit unterstützt. Deutschland signalisiert mit seiner Teilnahme, dass die Luftwaffe ein verlässlicher NATO-Partner ist, nicht nur an der NATO-Ostflanke, und zudem global einsatzbereit.

Pitch Black 2026

2026 findet Pitch Black vom 20. Juli bis zum 7. August statt. Dabei ist die erste Woche eine sogenannte Fighter Integration Week, die dem gegenseitigen Kennenlernen dient. Das gilt nicht nur für die verschiedenen Nationen, die an der Übung teilnehmen. Auch Wartung, Funk, Missionsplanung und anderes müssen aufeinander abgestimmt werden. Und natürlich unterscheidet sich auch der australische Luftraum erheblich von den gewohnten europäischen Bedingungen: Topographie, Fauna, ziviler Luftverkehr – alles anders in Down Under.

Die Übung wird hauptsächlich von den Basen Darwin und Tindal der Royal Australian Air Force im Northern Territory Australiens aus durchgeführt. Insgesamt werden rund 2.500 Teilnehmende aus 20 Ländern mit rund 100 Flugzeugen in Australien erwartet. Die Luftwaffe beteiligt sich mit sechs Eurofightern und rund 185 Soldatinnen und Soldaten vom Taktischen Luftwaffengeschwader 74 aus Neuburg an der Donau.

Rückblick

2022 verlegte die Luftwaffe bei Rapid Pacific erstmals in ihrer Geschichte einen Verbund aus Kampf-, Tank- und Transportflugzeugen in den indo-pazifischen Raum – und das in weniger als 21 Stunden. Im Anschluss nahm die Luftwaffe an zwei Übungen in Australien teil: Pitch Black und Kakadu.

Insgesamt etwa 250 Soldatinnen und Soldaten, sechs Eurofighter vom Taktischen Luftwaffengeschwader 74, vier Transportflugzeuge A400M des Lufttransportgeschwaders 62 in Wunstorf und drei Tankflugzeuge A330 MRTT der Multinational Multirole Tanker Transport Unit in Eindhoven und Köln waren beteiligt. Zum Abschluss von Rapid Pacific 2022 besuchten drei Eurofighter, ein A330 MRTT und ein A400M erstmals Japan. Gleichzeitig flog ein A400M nach Südkorea und drei weitere Eurofighter trainierten mit der Republic of Singapore Air Force gemeinsam Luftoperationen.

Die zweite Teilnahme an Pitch Black folgte direkt 2024 – diesmal mit fünf Eurofightern vom Taktischen Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ aus Wittmund, zwei A400M sowie Tankflugzeugen der Multinational Multirole Tanker Transport Unit. Die Übung erstreckte sich über ein Trainingsgebiet von 30.000 Quadratkilometern, was den 20 teilnehmenden Nationen ermöglichte, Tiefflüge und taktische Verfahren zu üben. Dabei war Pitch Black 2024 für die Deutschen Teil des Luftstreitkräfte-Übungskomplexes Pacific Skies 2024, an dem sich neben der Luftwaffe auch die französischen und spanischen Luftstreitkräfte beteiligten. Pacific Skies 2024 bestand aus fünf Übungsteilen an fünf unterschiedlichen Orten der Welt.

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