Kampfjet Eurofighter
Rund 140 Kampfjets des Typs Eurofighter hat die deutsche Luftwaffe
- Gerätetyp:
- Flugzeuge
- Streitkräfte:
- Luftwaffe
Vom 20. Juli bis 7. August 2026 nimmt die Luftwaffe zum dritten Mal in Folge an der multinationalen Übung Pitch Black in Australien teil.
Auf fast kitschige Sonnenuntergänge folgen im Norden Australiens – deutlich früher als in Deutschland – pechschwarze Nächte. Daher der Name der Übung: „Pitch Black“, pechschwarz. Rund 2.500 Soldatinnen und Soldaten mit gut 100 Luftfahrzeugen aus 21 Nationen treffen sich – aus europäischer Sicht – auf der anderen Seite der Erdkugel, um gemeinsam Luftkampfszenarien zu trainieren, und das häufig auch bei Nacht.
Pitch Black demonstriert auch in diesem Jahr die fortgesetzte Stärke der Bündnisbeziehungen im Indo-Pazifik, besonders vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen. Für Deutschland ist es ein Zeichen der Präsenz als verlässlicher Partner in einer strategisch wichtigen Region. Der große Umfang der Übungsinhalte ermöglicht es den Teilnehmenden, moderne Luftkampfszenarien auf höchstem Niveau zu trainieren.
Die europäischen Teilnehmenden aus Deutschland, Spanien, Frankreich und Großbritannien legten auf ihrem Weg zu Pitch Black 2026 mehr als 13.000 Kilometer zurück. Die sechs Luftwaffen-Eurofighter flogen die Strecke mit Zwischenlandungen in Ägypten und Malaysia. Bei der längsten der drei Etappen saßen die Kampfjet-Piloten zehneinhalb Stunden im Cockpit – eine nicht alltägliche Belastung.
Etwas weniger beengt als in einem Kampfjetcockpit hatten es die Unterstützungskräfte aus Finnland und Schweden, die zwar keine eigenen Flugzeuge mit nach Australien brachten, aber für den reibungslosen Einsatz der Jets vor Ort sorgen.
Das Taktische Luftwaffengeschwader 74 aus Neuburg an der Donau ist nach 2022 zum zweiten Mal mit einem Kontingent von 180 Soldatinnen und Soldaten und fünf Zivilangestellten bei der Übung vertreten. 2024 war das Taktische Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ mit fünf Eurofightern bei Pitch Black. Diese insgesamt dritte Teilnahme der Luftwaffe an der Übung in Folge zeigt Deutschlands Verlässlichkeit und Kontinuität im Engagement in der Region. So wird „European Air Power“ weltweit sichtbar.
Neuburg - Darwin mit nur zwei Stopps: Die Luftwaffe hat sechs Eurofighter über Ägypten und Malaysia zur Übung Pitch Black 2026 nach Nordaustralien verlegt
Bundeswehr/Leon Belz
Auf der Südhalbkugel tragen die deutschen Soldatinnen und Soldaten den sandfarbenen Tropenanzug, dazu das obligatorische Übungspatch
Bundeswehr/Christian Timmig
Freundlicher Empfang durch die Royal Australian Air Force: Bei der dritten Teilnahme der „Germans“ an Pitch Black kennen sich einige der Teilnehmenden inzwischen
Bundeswehr/Christian Timmig
Bayerischer Eurofighter trifft australische F-35: Beide Jets werden bei Pitch Black 2026 miteinander und – übungshalber – gegeneinander fliegen
Bundeswehr/Christian TimmigRund 80 Container mit Material wurden für Pitch Black 2026 auf dem Seeweg nach Darwin an der australischen Nordküste transportiert. Das musste schon Monate vor Übungsbeginn geplant werden. Dabei gab es strenge Vorgaben der „Bio Security“. Diese Spezialeinheit der australischen Zollbehörden kontrolliert das gesamte Material, das eingeführt werden soll, auf mögliche biologische Verunreinigungen wie Grassamen oder Insekten.
Intensive Abstimmungen im Vorfeld erforderten auch die Luftbetankungen der Eurofighter, die von der Multinational Multi Role Tanker Transport Unit (MMU) sichergestellt wurden. Die MMU ist in Eindhoven und Köln stationiert und wird multinational unter anderem auch mit einem großen deutschen Anteil betrieben.
Die seit 45 Jahren bestehende Übungsserie Pitch Black stellt nicht nur eine militärische Übung dar, sondern dient auch dem Austausch mit Wertepartnern in der Indo-Pazifik-Region. Deswegen war es auch der ausdrückliche Auftrag des Kontingentführers und Neuburger Geschwader-Kommodore, Oberst Jürgen Schönhöfer, an seine Männer und Frauen, mit den Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Nationen ins Gespräch zu kommen. So könne man voneinander lernen und gemeinsam für den Einsatz von morgen trainieren – gemäß dem Leitspruch des Inspekteurs der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann: „Ready. Fight. Win. Together.“
Pitch Black 2026 findet vom 27. Juli bis zum 7. August 2026 statt, mit einer vorgeschalteten Fighter Integration Week vom 20. bis 24. Juli 2026. Die Übung wird hauptsächlich von den Basen Darwin und Tindal der Royal Australian Air Force (RAAF) im Northern Territory Australiens aus durchgeführt. Das Northern Territory bietet ideale Bedingungen für Luftkampfübungen in einem großen Luftraum über weiten, dünn besiedelten Gebieten. Die für die Übung unerlässlichen Tankflugzeuge operieren von der Luftwaffenbasis Amberley in Queensland aus.
An Pitch Black 2026 nehmen 20 alliierte und befreundete Nationen teil – mit Australien insgesamt 21 Länder. Dies macht die Übung zu einem der größten internationalen Luftwaffenmanöver weltweit. Neben Australien sind folgende Länder bei Pitch Black 2026 vertreten: Brunei, Deutschland, Fidschi, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Japan, Kanada, Malaysia, Neuseeland, Papua-Neuguinea, die Philippinen, Schweden, Singapur, Spanien, Südkorea, Thailand und die USA.
Die Luftstreitkräfte von Fidschi, Finnland, Kanada, Malaysia, Neuseeland und Schweden sind zwar ohne eigenes Fluggerät, aber mit Unterstützungspersonal vor Ort.
An Pitch Black 2026 sind über 100 Luftfahrzeuge beteiligt. Dazu gehören Kampfjets wie die F/A-18 Super Hornet, die F-35, der Eurofighter, die Rafale und die F-16, aber auch Transport- und Luftbetankungsflugzeuge wie der A400M, die C-130J Hercules und andere. Je nach Übung variiert die Zahl der beteiligten Flugzeuge. Für die deutsche Luftwaffe sind die F-35-Kampfjets der U. S. Air Force sowie der japanischen und australischen Luftstreitkräfte als Übungspartner besonders interessant. Denn in diesem Jahr erwartet die Bundeswehr die erste deutsche F-35 bei der Luftwaffe.
Die Luftwaffe trainiert bei Pitch Black 2026 Luftkampfszenarien im multinationalen Verbund. Hierbei können durch den zur Verfügung stehenden riesigen Luftraum sehr realitätsnahe Szenarien im gesamten Spektrum geübt werden – eine Gelegenheit, die im deutschen Luftraum nur sehr eingeschränkt zur Verfügung steht: Nachtflüge, Tiefflüge und Luftbetankungen gehören zu den ganz grundsätzlichen Bestandteilen der Übung. Ein weiterer Übungsschwerpunkt ist die Zusammenarbeit mit anderen Luftstreitkräften und die Fähigkeit, schnell und flexibel weltweit einsatzbereit zu sein. Die Luftwaffe übt mit ihren Eurofightern sowohl in der Luftangriffs- als auch in der Luftverteidigungsrolle. Die Teilnahme an Pitch Black 2026 ist zudem ein strategischer Beitrag zur Präsenz Deutschlands im Indo-Pazifik und zur NATO-Bündnisfähigkeit.
Ein Trainingstag beginnt mit Planungs- und Briefingrunden. Dann fliegen Staffeln von Kampfjets in realistischen Missionen – von Luftüberlegenheitsflügen über Luftverteidigung bis zu Jagdbombereinsätzen. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich über die zwei Wochen hinweg, von anfangs einfachen Missionen bis zu sehr komplexen am Ende der Übung. Nacht- und Tagflüge wechseln ab. Nach den Einsätzen folgen intensive Nachbesprechungen der Flüge, sogenannte Debriefings, um Erkenntnisse darüber zu sammeln, ob die Taktiken und Verfahren erfolgreich waren oder diese in der nächsten Mission optimiert werden müssen. Sie dienen aber auch der individuellen Aus- und Weiterbildung der einzelnen Pilotinnen und Piloten. Die Eurofighter fliegen dabei mehrmals am Tag. Somit sind die Cockpits mehrfach besetzt: Während die einen fliegen, planen die anderen bereits ihre nächste Mission.
Die Teilnehmenden nutzen moderne Sensoren wie Radar und Infrarot-Tracking-Systeme, satellitengestützte Kommunikation, taktische Datenverbindungen wie Link 16 für den Datenaustausch zwischen Flugzeugen und Bodenstation sowie moderne Luftkampfsimulatoren.
Mit sechs Eurofightern aus Neuburg an der Donau, zwei Transportflugzeugen A400M aus Wunstorf sowie mehreren A330-MRTT-Tankflugzeugen der Multinational Multirole Tanker Transport Unit zeigt die Luftwaffe Präsenz im Indo-Pazifik.
Rund 140 Kampfjets des Typs Eurofighter hat die deutsche Luftwaffe
Der Airbus A400M ist Transporter, Tank- und Rettungsflieger zugleich.
Der MMU-Flieger betankt die NATO und transportiert Material und Personal.