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Medic Quadriga 2026

Militärmusiker helfen bei Versorgung Verwundeter

Landes- und Bündnisverteidigung

Militärmusikerinnen und -musiker der Bundeswehr zeigen zu protokollarischen und gesellschaftlichen Anlässen ihr Können. Doch sie beherrschen nicht nur ihre Instrumente. In der Landes- und Bündnisverteidigung sind die Frauen und Männer mit derselben Leidenschaft als Sanitätshelfer im Einsatz. Geprobt wird das während der Übung Medic Quadriga.

Soldaten transportieren Verletzte auf Rolltragen. Im Hintergrund ein ziviles Rettungsfahrzeug.

Helfende Hände: Militärmusikerinnen und -musiker unterstützen bei Medic Quadriga 2026 als Helfer im Pflege- und Funktionsdienst

Bundeswehr/Christopher Preloznik


Es muss schnell gehen: Wie am Fließband werden Patientinnen und Patienten zur Medical Task Force (MTF) in Berlin verbracht. Sie kommen aus Litauen, wo ihre an der Front erlittenen Verletzungen und Verwundungen versorgt und ihre Transportfähigkeit hergestellt wurden. „Allein heute sind es 200“, erklärt Frau Hauptfeldwebel Lisa H. Die Soldatin managt mit ihrer Kameradin, Frau Hauptfeldwebel Stefanie E., die Einschleusung in die unterschiedlichen Behandlungszelte. „Das richtet sich nach der Schwere der Verletzung und ist nicht immer ganz einfach zu händeln“, so die Soldatin. 

Die Zelte und deren Besatzungen der MTF bilden das Herzstück des Hubs in Berlin. Hier wird entschieden, wie es für die rückkehrenden Soldatinnen und Soldaten weitergeht. Zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus, in die Einheit oder vielleicht sogar nach Hause. Rot, gelb und grün – ein Ampelsystem zur Beurteilung der Verletzungsmuster hilft bei der Verteilung. „Wir führen hier auch die Übersicht, welche und wie viele Patienten aktuell in den jeweiligen Zelten sind. Rot markierte – die „schweren Fällen“ – sind jeweils maximal zwei im entsprechenden Zelt. Bei mir erfährt das Sanitätspersonal, was sie erwartet.“

Ungewohnt und ungewöhnlich

Lisa H. hat sich rasch in ihre Aufgabe eingefunden. „Die Profis der zivilen Rettungsdienste unterstützen uns“, erzählt sie und ist schon beim nächsten Patienten. Ungewohnt ist der heutige Auftrag für die Soldatin. Denn im täglichen Dienst – im Hauptberuf, wenn man so will – ist sie Militärmusikerin beim Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr in Hilden. Dort betreut und unterrichtet die Profi-Flötistin Studierende im Militärmusikdienst. „Und ich bin für alle Instrumente meiner Einheit verantwortlich: Lagerung, Instandhaltung und so weiter.“ Ähnlich erlebt auch Hauptfeldwebel Stephan W. seinen Alltag im Heeresmusikkorps Hannover: „Ich spiele Posaune und Bassgitarre, leite die Jazz-Combo und bin nebenbei der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr-Feldwebel sowie der Bekleidungsbeauftragte.“ Zum Dienst der beiden gehören in erster Linie die zahlreichen Auftritte bei Appellen, Konzerten und vielen verschiedenen Anlässen, bei denen meist mehr als nur Marschmusik gefragt ist.

Zivil-militärische Zusammenarbeit

Die beiden organisieren während der zivil-militärischen Übung Medic Quadriga in Berlin gemeinsam mit Mitarbeitenden ziviler Behörden und Rettungskräften die Verteilung der Patientinnen und Patienten. Diese werden von ebenfalls zivilen Kranken- und Rettungswagen in Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen gebracht. „Teilweise ist da auch einfach nur Muskelkraft gefragt“, schildert W. seine neuen Erfahrungen. „Die Menschen kommen auf Tragen zu uns in die Zelte.“ Mal packen militärische helfende Hände mit an, mal beispielsweise welche der Johanniter Unfallhilfe, dann sieht man wieder gemischte Teams arbeiten. 

Ein Bild, das Jens U. besonders freut. Der hauptamtliche Rettungssanitäter aus dem Landkreis Dahme / Spreewald ist im Hub am Flughafen BER der Assistent des Bereitschaftsführers und als Teamleiter für die Betreuung der Ankommenden zuständig. „Es ist sehr gut, dass wir diese gesamtstaatliche Aufgabe einmal in diesem Umfang und Szenario üben können“, sagt er und ist überzeugt, dass Bundeswehr und Rettungsdienste viel voneinander lernen können. „Reibungslos und unkompliziert“, lautet sein Fazit. Die Aufgaben sind klar verteilt: Der ASB koordiniert die Transporte, das DRKDeutsches Rotes Kreuz übernimmt die Behandlung der Patientinnen und Patienten und die Johanniter Unfallhilfe die Betreuung.

Medizinische Zusatzausbildung

Die Militärmusikerinnen und -musiker sind aufgrund ihres militärischen Werdegangs darauf vorbereitet, in einem solchen Szenario tatkräftig zu unterstützen. Die beiden Hauptfeldwebel durchliefen wie die meisten ihrer Kameradinnen und Kameraden eine sanitätsdienstliche Grundausbildung und einen Feldwebellehrgang an der Sanitätsakademie der Bundeswehr. Nach einem entsprechenden Ausbildungsgang sind Militärmusiker schließlich auch Helfer im Pflege- und Funktionsdienst. „Mal etwas ganz Anderes, Interessantes und Neues“, freuen sich die beiden und sprechen dabei auch für die anderen Militärmusikerinnen und -musiker bei Medic Quadriga 2026 in Berlin.

von Ralf Wilke  E-Mail schreiben

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