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Flexibel und lageabhängig

Verpflegung bei Bundeswehr-Großübungen wie Steadfast Dart und Quadriga

Großübungen bringen Bewegung in die Bundeswehr – im wahrsten Sinne des Wortes. Tausende Soldatinnen und Soldaten verlegen innerhalb kurzer Zeit, Einheiten wechseln Standorte, Einsatzlagen ändern sich. Mitten in diesem dynamischen Umfeld muss eines jederzeit funktionieren: die Verpflegung der Truppe.

Soldaten stehen Schlange an der Essensausgabe im Gelände

Verpflegung im Gelände: Auch hier wird Wert auf frisch zubereitete Lebensmittel und ausreichend Kalorienzufuhr für hohe Belastungen gelegt

Bundeswehr/Andrea Bienert

Bei nationalen und multinationalen Großübungen wie Quadriga und der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Übung Steadfast Dart ist die zuverlässige Versorgung der Truppe ein zentraler Erfolgsfaktor. Die Verpflegung der Soldatinnen und Soldaten wird während der Übung lageabhängig geplant und flexibel bereitgestellt, um jederzeit die Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Truppe zu gewährleisten.

Verpflegung der Truppe: Lageabhängig und flexibel

Für die Versorgung der Truppe mit Verpflegung ist das Verpflegungsamt der Bundeswehr (VpflABwVerpflegungsamt der Bundeswehr) des Organisationsbereiches Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen (IUDInfrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen) mit seinen über 270 Truppenküchen bundesweit zuständig. Das Personal des Verpflegungsamtes und das Küchenpersonal der Truppenküchen sorgen dafür, dass die Soldatinnen und Soldaten zuverlässig mit Essen und Getränken versorgt werden. Die Lösungen dafür sind dabei so unterschiedlich wie die Übungsszenarien selbst – sei es beim Transit größerer Verbände durch Deutschland oder beim Einsatz in verschiedenen Übungsräumen.

Steadfast Dart und die Übungsserie Quadriga sind jährlich stattfindende Übungsvorhaben, bei denen unter anderem die kurzfristige Aktivierung und Verlegung der Allied Reaction Force durch Europa geübt wird. Deutschland ist dabei zentrale Transitnation dieser schnellen Eingreiftruppe und unterstützt verbündete Streitkräfte während ihres Aufenthalts – auch mit Verpflegung. Der Übungsschwerpunkt liegt in Norddeutschland, das heißt, die Truppenküchen in diesem Gebiet leisten während der Übung Host Nation Support und versorgen deutlich mehr Verpflegungsteilnehmende als im Grundbetrieb.

Voller Einsatz für die Truppenküche Ostenholz

Wie diese Leistung konkret aussieht, zeigt sich an der Truppenküche Ostenholz während Steadfast Dart 2026. Regulär werden hier rund 900 zivile und militärische Verpflegungsteilnehmende versorgt. Während der Übung steigt die Kapazität auf bis zu 1.600 Teilnehmende. Neben deutschen Kräften werden hier auch Soldatinnen und Soldaten aus Italien, Tschechien, Griechenland und Spanien verpflegt. Für das Verpflegungsamt der Bundeswehr und die Truppenküchen bedeutet das einen erheblichen Mehraufwand bei der Verpflegungsplanung, der Lebensmittelbeschaffung, der Organisation der Speisenausgabe und beim Personaleinsatz. Zusätzlich läuft der „normale“ Grundbetrieb der Küche weiter.

Hans-Georg H., Küchenmeister in der Truppenküche Ostenholz, und sein Team von 25 Mitarbeitenden sind dafür im Schichtbetrieb von früh bis spät in den Abend im Einsatz. Eine anspruchsvolle Phase für das Team:

„Es ist schon eine besondere Herausforderung. Insbesondere bei multinationalen Übungen wie Steadfast Dart müssen sich die verschiedenen Nationalitäten in der Truppenküche zurechtfinden. Da kommt es schon mal zu Sprachbarrieren. Und zudem gibt es unterschiedliche Essgewohnheiten. Wir versuchen, das alles bestmöglich zu berücksichtigen“, resümiert der Küchenmeister, dessen Küche zum Zuständigkeitsbereich des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Bergen gehört.

Nach der Mahlzeit ist vor der Mahlzeit

Nach dem Frühstück bleibt dem Küchenpersonal nicht viel Zeit für die Zubereitung der Mittagsverpflegung, die entweder in der Truppenküche eingenommen oder in Thermobehältern verpackt an die Truppe geliefert und direkt im Gelände an die Soldatinnen und Soldaten ausgegeben wird.

Darüber hinaus können Mahlzeiten auch direkt von der Truppe durch Soldatinnen oder Soldaten in Feldküchen zubereitet werden. Auch hier ist das Verpflegungsamt ein wichtiges Glied in der Kette, denn es prüft die Anforderungen der Truppe immer auf die nötige Kalorienzufuhr für den jeweiligen Zweck. Erst dann erfolgt die Freigabe für die Bestellung und Auslieferung aus dem Verpflegungslager an die Truppe in Form von Rohverpflegung.

Ist keine Küche vor Ort verfügbar oder werden Streitkräfte weit verteilt eingesetzt, werden sie individuell mit der Einpersonenpackung verpflegt. Diese ist ein fertig gepacktes Tagesverpflegungspaket mit Hauptmahlzeiten, Energieriegeln, Getränkepulver und weiteren Grundnahrungsmitteln, womit sich die Soldaten und Soldatinnen selbst verpflegen können. Es deckt den Energiebedarf für einen Tag und lässt sich ohne Aufwand verzehren. Einzelne Komponenten lassen sich mit einem einfachem Kocher erwärmen.

Bundeswehr Verpflegung: Vielfältig und ausgewogen

Verpflegung ist für die Truppe nicht nur eine Frage des Komforts, sondern Voraussetzung für Leistungsfähigkeit und Moral. Körperlich und geistig anspruchsvolle Aufgaben können nur mit ausreichender und ausgewogener Ernährung dauerhaft erfüllt werden. Ob Verpflegung in der Truppenküche oder in einer Feldküche im Gelände von militärischem Personal zubereitet wird – das Verpflegungsamt sorgt dafür, dass die Menüpläne immer ausgewogen sind und den ernährungsphysiologischen Ansprüchen entsprechen.

Leistung im Hintergrund, Wirkung im Einsatz

Die Arbeit des Amtes und der Truppenküchen findet meist im Hintergrund der Übungsszenarien statt. Sie trägt jedoch entscheidend zum Erfolg der Übungsreihe bei. Durch die flexible, zuverlässige und lageangepasste Verpflegung leistet der Organisationsbereich IUDInfrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen einen wesentlichen Beitrag zur Einsatzfähigkeit der Truppe bei Quadriga und Steadfast Dart 2026.

von Melanie Schneider  E-Mail schreiben

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