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Schneller Lufttransport

Venezuela: Bundeswehr flog Rettungskräfte und Hilfsgüter in Erdbebengebiet

Venezuela: Bundeswehr flog Rettungskräfte und Hilfsgüter in Erdbebengebiet

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Nach 22 Tagen hat die Bundeswehr am 17. Juli 2026 ihren Hilfseinsatz in Venezuela beendet. Katastrophale Erdbeben hatten das Land am 24. Juni 2026 erschüttert – mit Tausenden Toten und Verletzten. Die venezolanische Regierung bat international um Hilfe. Am 26. Juni hoben die ersten Flieger mit Hilfsgütern und Rettungskräften Richtung Caracas ab.

Mehrere Transportflugzeuge stehen in einer Reihe auf dem Rollfeld.

Hilfe für Venezuela: Die A400M-Transportflugzeuge des Lufttransportgeschwaders 62 bei einem Stopp auf der Azoren-Insel Terceira im Atlantik

Bundeswehr/Marc Tessensohn

Insgesamt bis zu sechs A400M der Luftwaffe brachten in der Folgezeit etwa 131 Tonnen Hilfsgüter und Einsatzmaterialien sowie 300 Einsatzkräfte nach Venezuela. Hinzu kamen 19 Such- und Rettungshunde. Durch den schnellen Transport konnten das zivile medizinische Fachpersonal sowie die Rettungsteams verschiedenster Hilfsorganisationen zügig Hilfe leisten. Insgesamt gab es 63 Flüge während des humanitären Einsatzes.

Nachdem nun die erste Phase der schnellen Hilfeleistung zu Ende geht, beendet die Bundeswehr nach 22 Tagen die Bereitstellung ihrer militärischen Transportmaschinen. Ein weiterer A400M, der für die medizinische Evakuierung von Erdbebenopfern zur Verfügung gestellt worden war, konnte bereits am 4. Juli aus der Bereitschaft genommen werden. 

Ablauf des Hilfseinsatzes

Die Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten am 24. Juni vor allem den Nordwesten und das Zentrum von Venezuela erschüttert. Besonders betroffen sind die Region La Guaira an der Karibikküste und die Hauptstadt Caracas. Die Regierung Venezuelas rief den nationalen Notstand aus und bat um internationale Hilfe.

Nach der Entscheidung der Bundesregierung, Hilfe in das etwa 8.200 Kilometer entfernte Katastrophengebiet zu senden, hatten die Soldatinnen und Soldaten des Lufttransportgeschwaders 62 gemeinsam mit Hilfsorganisationen die ersten Transportfüge innerhalb von 24 Stunden vorbereitet. Bereits in der Nacht des 27. Juni landeten vier A400M-Maschinen nach 13 Stunden Flugzeit in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Dort wurden die Hilfsgüter entladen und die Rettungsteams abgesetzt. 

Anschließend flogen die Transporter zurück über den Atlantik und hielten sich am Heimatstützpunkt im niedersächsischen Wunstorf bereit. Hier wurde auch der deutsche Logistikhub für den Einsatz eingerichtet. Von Wunstorf aus starteten die A400M immer wieder, sobald genügend Hilfsgüter und Kräfte – unter anderem vom Technischen Hilfswerk, der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Deutschen Roten Kreuz – zusammengezogen waren. Auch NATO-Partner wie Litauen konnten die Transportkapazitäten der Bundeswehr zur Hilfeleistung in Venezuela nutzen.

Am 13. Juli erfolgte der letzte Flug eines A400M-Transporters. Dieser brachte Rettungskräfte sowie ihre Ausrüstung zurück nach Deutschland und Litauen. Bis zu 120 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr waren in der Spitze am Hilfseinsatz beteiligt. Die Transportkapazitäten hielt die Luftwaffe bis zum 17. Juli bereit, allerdings wurden diese nicht mehr abgerufen.

Lufttransportgeschwader 62: Erfahrung in schneller Hilfe

Das Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf hat bereits viel Erfahrung mit Hilfseinsätzen. So war der Verband bereits 2023 beim Transport von Hilfsgütern in das Erdbebengebiet in der Türkei und 2024 sowie 2025 beim Abwurf von Hilfsgütern über dem Gazastreifen beteiligt. Dank dieser Erfahrung haben die Soldatinnen und Soldaten den Logistikhub in Wunstorf schnell einrichten und routiniert betreiben können.

Mit ihren Soldatinnen und Soldaten sowie der Ausrüstung kann die Bundeswehr sehr schnell auf akute Krisen und Katastrophen reagieren und so insbesondere die Anfangsphase eines Hilfseinsatzes entscheidend unterstützen. Sobald die zivilen Rettungsmaßnahmen Fahrt aufgenommen haben, müssen sich die Streitkräfte aber wieder auf ihren militärischen Auftrag fokussieren. Mehr zum Thema Internationale Katastrophenhilfe finden Sie hier.

von Ole Henckel

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