Cyber- und Informationsraum

Oberstleutnant Brune – Der Dezernatsleiter

Oberstleutnant Brune – Der Dezernatsleiter

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Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
4 MIN

Oberstleutnant Brune leitet die Außenstelle des Zentrums für Softwarekompetenz der Bundeswehr (ZSwKBw) in Munster. Er führt und koordiniert, über vier Sachgebiete aufgeteilt, ein Team aus Experten, das ITInformationstechnik-Systeme und Prototypen auf ihre Einsatzreife testet.

Frontale Portraitaufnahem des Herrn Oberstleutnant Brune vor dem Wappen seiner Dienststelle.

Oberstleutnant Brune leitet das Dezernat 6 mobile Führungssysteme, das zum ZSwKBw gehört.

Bundeswehr/Stefan Uj

Oberstleutnant Oliver Brune freut sich. Gerade wurde ihm von einem Mitarbeiter der DEKRA offiziell eine Zertifizierungsurkunde überreicht. Dafür war sogar sein Kommandeur, Oberst Peter Hillermann, extra aus Euskirchen angereist. Brunes Dezernat 6 mobile Führungssysteme hat erfolgreich das Qualitätsmanagement nach ISOInternational Organization for Standardization 9001:2015 eingeführt. „Mit der ISOInternational Organization for Standardization-Zertifizierung weisen wir nach, dass wir nach internationalen Standards arbeiten. Wir dokumentieren, was wir wann, wie und mit wem getestet und zertifiziert haben“, erläutert Brune. Durch die Einhaltung von standardisierten Regelarbeitsprozessen wird außerdem die Einbindung externer Projektpartner vereinfacht. Das sei wichtig, betont er, denn: „Unser Dezernat ist zuständig für Test und Zertifizierung von ITInformationstechnik-Diensten. Das bedeutet, dass wir immer auch die Schnittstelle zu vorherigen bzw. nachfolgenden Arbeitsschritten sind. Deswegen rechnet sich der Arbeitsaufwand für die ISOInternational Organization for Standardization-Zertifizierung schon nach kurzer Zeit.“

Ideale Bedingungen für Systemtest unter realen Bedingungen

Zurzeit testet Brunes Team das digitale Führungssystem Battle Management System (BMS), dessen Testung zur Einsatzreife im Laufe des Jahres abgeschlossen sein soll. Dann soll das BMS von der Panzergrenadierbrigade 37 genutzt werden, die die Führung für die Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ) 2023 übernehmen wird. Am Standort Munster sind die Übungsmöglichkeiten für Testungen optimal, die Infrastruktur ideal für Integrations- und Testvorhaben bis hin zur Ebene Brigade. „Für unsere Tests unter realen Bedingung verfügen wir hier über ein weitläufiges Gelände, Straßen, Testhallen, Abstellplätze und rund 40 militärische Fahrzeuge“, führt Brune aus. Mit einer kompletten Heeresbrigade am Standort sind zudem alle potentiellen Nutzer verfügbar.

„Wir betrachten immer das Gesamtsystem und harmonisieren es“, so Brune. Nicht nur Software und Hardware werden geprüft, sondern auch die Kommunikation. Bei den Tests sind immer Soldatinnen und Soldaten vom Heer oder anderer Organisationsbereiche als Nutzer eingebunden. Deren Feedback wird bei der Entwicklung miteinbezogen. „Wir sind sozusagen die letzte Stufe vor der Freigabe vom Nutzungsleiter im BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, das heißt, wir geben dem Projektleiter dort eine Empfehlung“, erklärt Brune.

Ein Team von 44 Leuten verteilt auf vier Sachgebiete

Der 55-Jährige Oberstleutnant hat eine für die Bundeswehr nicht gerade typische Karriere gemacht. Der Offizier ohne Hochschulstudium trat 1986 als Zeitsoldat in die Bundeswehr ein. Als Panzeraufklärer wurde er schon in seinem vierten Dienstjahr zum Berufssoldaten, später durch diverse Lehrgänge zum ITInformationstechnik-Stabsoffizier. Seit 1999 ist Brune mit kleinen Unterbrechungen im Rüstungsbereich tätig. Schon damals hatte er den ersten Kontakt zu Führungssystemen, auch die Einführung des Spähwagens Fennek hat er begleitet. Seit Anfang 2017 leitet er das Dezernat 6 mobile Führungssysteme, das aus dem Stab Feldversuch, einer ehemaligen Testeinrichtung für militärische Führungssysteme des Heeres, entstanden ist.

Ein leicht gepanzertes, besonders flaches und wendiges militärisches Fahrzeug in voller Fahrt auf einem Truppenübungsplatz.

Der Spähwagen Fennek ist eines der 40 militärischen Fahrzeuge, die für die Tests unter Realbedingungen in Munster zur Verfügung stehen.

Bundeswehr/Stefan Uj

Als Dezernatsleiter führt er ein Team von 44 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich auf insgesamt vier Sachgebiete verteilen: Testmanagement, Technik, Test und Unterstützung. Sie sind unter anderem zuständig für Planung, Koordinierung und Unterstützung von Integrationsuntersuchungen, Abnahmen und Systemnachweisen nationaler und multinationaler ITInformationstechnik-Services. „Unser Dezernat führt bundeswehrübergreifend einsatzorientierte Systemtests in direkter Zusammenarbeit mit den jeweilig beteiligten Organisationen und Bereichen durch“, erläutert Brune. „Dabei arbeiten wir mit den Entwicklern und Testern in Euskirchen, wo der Hauptsitz des ZSwKBw angesiedelt ist, zusammen und sind in die dortigen Prozesse eng eingebunden.“

Agiles Arbeiten ist hier Alltag

Brune hebt die Kreativität und die Flexibilität hervor, die mit seiner Tätigkeit verbunden ist: „Ich kann Ideen umsetzen und den Bereich weiterentwickeln.“ Dasselbe gilt für sein Team. Es gibt keine starre Projektgliederung und die Teams arbeiten mit Zielvereinbarungen, die in kurzen Machbarkeits-Workshops definiert werden. „Wir arbeiten hier sehr frei. Eine wichtige Voraussetzung ist allerdings, dass man Spaß an seiner Arbeit hat“, so Brune. Und den haben die Angehörigen seines Dezernats.

Brune setzt als Dezernatsleiter eine aktive Personalpolitik um, er wirkt an der Personalauswahl aktiv mit. Für ihn zählt dabei nicht nur das Fachwissen, sondern er berücksichtigt auch den menschlichen Faktor. „Es gibt immer ein Bewerbungsgespräch, bei dem ich natürlich schaue, ob die Bewerberin oder der Bewerber ins Team passt“, sagt er. Allerdings sei es schwierig, alle ITInformationstechnik-Stellen in seinem Dezernat zu besetzen – Schwierigkeiten, mit denen auch die freie Wirtschaft zu kämpfen hat. Um der Personalknappheit zu begegnen, werden Redundanzen gebildet, sodass eine Person mehrere Expertisen in sich vereinigt, damit bei krankheits- oder urlaubsbedingten Ausfällen der Testbetrieb weiterlaufen kann. Brune hebt hervor: „Das ist auch ein Aspekt, warum Weiterbildung bei uns ein so wichtiges Thema ist. Und natürlich die gezielte Spezialisierung durch Industrielehrgänge.“  

von Martina Pump  E-Mail schreiben
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