Streitkräftebasis

„Unser Team will es jetzt wissen“

„Unser Team will es jetzt wissen“

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  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Warendorf
Lesedauer:
3 MIN

Beim 5. Military Fitness Cup an der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf stellen 110 Soldatinnen und Soldaten ihre individuelle Einsatzfähigkeit unter Beweis. Es geht um militärische Fitness, Kameradschaft und geistige Beweglichkeit in Stresssituationen.

Ein Soldat beißt die Zähne zusammen und schleppt eine 50 Kilo schwere Puppe über den Platz.

Zähne zusammenbeißen: Stabsbootsmann André Hergenröder, 45, ist als Minentaucher an körperliche Extrembelastungen gewöhnt. Die Sportschule der Bundeswehr in Warendorf sucht bereits zum fünften Mal das „Fitteste Team der Bundeswehr“.

Bundeswehr/Pascal Pottmeier

Stabsbootsmann André Hergenröder, 45, ist als Minentaucher einiges an körperlichen und psychischen Herausforderungen gewöhnt. Als ihn die Leitung der Marineschule Mürwik nach einem Offiziersanwärterlehrgang fragte, ob er nicht Lust auf einen kleinen Wettkampf hätte, sagte er ohne zu zögern zu. Gemeinsam mit einer Kameradin und drei Kameraden reiste er jetzt aus Flensburg nach Warendorf an. Die Mission: Beim 5. Military Fitnesscup (MilFitCup) an der Sportschule der Bundeswehr, einer Dienststelle der Streitkräftebasis, möglichst abzuräumen. „Unser Team will es jetzt wissen.“ Doch die Konkurrenz ist groß. Insgesamt 22 Mannschaften wollen „Fittestes Team der Bundeswehr“ werden und dafür zwei Tage lang alles rausholen, was Körper und Geist hergeben.

Robustheit im Wettkampf und im Einsatz

Oberst Michael Maul eröffnet den Military Fitness Cup

Oberst Michael Maul, Kommandeur der Sportschule, erinnert beim ersten Antreten in Warendorf an die gefallenen Kameraden in Afghanistan. Der gerade beendete Einsatz zeige, wie wichtig die individuelle Einsatzfähigkeit für Soldaten ist.

Bundeswehr/Pascal Pottmeier

Pandemiebedingt war der MilFitCup im vergangenen Jahr ausgefallen, in diesem Jahr konnte wegen der strengen Hygieneauflagen keine Einzelwertung genommen werden, nur die Hälfte der sonst üblichen Starter durfte anreisen. Oberst Michael Maul, Kommandeur der Sportschule in Warendorf, freute sich dennoch über jeden einzelnen Teilnehmenden – schließlich ist der MilFitCup der erste Wettkampf nach langer Coronapause. Bei aller Freude über die sportlichen Herausforderungen, erinnerte der Oberst allerdings auch an den ernsten Hintergrund militärischer Fitness. „Wenn es um Erfolg im Einsatz geht, müssen sie sich auf ihre eigene Leistungsfähigkeit und die ihrer Kameradinnen und Kameraden verlassen können“, so der Oberst. Beim morgendlichen Antreten gedachte er daher auch der gefallenen Soldaten in Afghanistan wie auch der im Einsatz verwundeten Soldaten, von denen viele in Warendorf engmaschig betreut werden.

Durchbeißen, auch wenn´s weh tut

Eine Soldatin stemmt einen schweren Wasserkanister

Oberfeldwebel Monika Glinka vom Kommando Streitkräftebasis gibt alles, um zwei schwere Wasserkanister zu bergen. Jedes Team muss mindestens eine Frau und einen Soldaten über 35 stellen, um auch die realen Einsatzbedingungen abzubilden.

Bundeswehr/Pascal Pottmeier

Oberfeldwebel Monika Glinka und ihr Team vom Kommando Streitkräftebasis aus Bonn gehört zu den ersten, die sich im Wettbewerb „Militärische Fitness“ beweisen müssen: Nach einem 800-Meter-Lauf müssen Munitionskisten gestemmt, eine 50-Kilo-Puppe geschleppt und ein möglichst genauer Zielwurf absolviert werden. Schweißtreibend. „Aber man steht es durch“, sagt Glinka anschließend. Stabsbootsmann André Hergenröder will mehr als nur durchstehen. Der Minentaucher möchte mit seiner Gruppe zeigen, was Marine schaffen kann. Nach dem ersten Wettkampfteil ist er zufrieden. „Jetzt wissen wir, wie es läuft, die Nervosität ist weg.“ Er habe gespürt, dass alle im Team das gleiche Mindset haben: „Jeder gibt alles für jeden.“ Dass eine ehemalige Deutsche Meisterin im Hammerwurf und ein Ex-Boxer mit von der Partie sind, mag auch helfen.

Auch im Wettkampf zählt die Kameradschaft

Am Nachmittag trennen sich langsam die guten von den richtig guten und durchtrainierten Teams. Es geht um die „Funktionale Fitness“. Die Soldaten müssen zwei mindestens 15 Kilo schwere Wasserkanister tragen, heben, schieben und mit ihnen über einen Balken balancieren. Mehrfach und immer unter den strengen Augen der Schiedsrichter, die am Ende des Tages selbst ordentliche Laufkilometer hinter sich gebracht haben. Sie sind unbestechlich und lassen jede falsch ausgeführte Wiederholung wiederholen. Dennoch schallt das aufpeitschende „Go, los, du schaffst das, du bist gut“ immer wieder durch das Sportstadion. Die harten Rhythmen der Musik aus den Lautsprecherboxen tut ihr Übriges: Adrenalin liegt in der Luft, Siegeswillen und Kameradschaft. Jede Leistung wird beklatscht, auch die Teams auf den Nachbar-Bahnen bekommen hier und da ein anerkennendes „Nicht schlecht“ zugerufen.

Das Gewicht eines Wasserkanisters wird mit einer Federwage überprüft.

Jeder Wasserkanister muss mindestens 15 Kilo wiegen. Beim Abfüllen müssen die Soldaten schätzen, anschließend wird gewogen.

Bundeswehr/Pascal Pottmeier
Ein Soldat und ein Schiedsrichter laufen über den Rasen im Sportstadion

Im Wettkampf „funktionale Fitness“ dreht sich alles um zwei schwere Wasserkanister. Die Aufgabe verlangt auch von den Schiedsrichtern alles: Sie kontrollieren jeden Schritt der Soldatinnen und Soldaten.

Bundeswehr/Andrea Hilscher

Es geht um wenige Minuten

Ein Soldat sitzt auf dem Boden und schüttet sich Wasser über den Kopf

Erschöpfung pur: Am Ende eines langen Wettkampftages ist auch die beste Kondition erschöpft.

Bundeswehr/Andrea Hilscher

Abends gegen 19.00 Uhr werden die Ergebnislisten des ersten Tages ausgehängt. Das Team der Marineschule Mürwik liegt demnach auf Rang fünf. Ganz vorn auf den Plätzen eins bis drei rangieren das Informationstechnikbataillon 381 aus Storkow, eine Gruppe vom VN-Ausbildungszentrum aus Hammelburg und das Panzerbataillon 393 aus Thüringen. André Hergenröder und seine Truppe schauen sich die Zeiten der Konkurrenten kurz an. „Das sind nur fünf Minuten. Die holen wir morgen raus“, sagt der Minentaucher. Die Kameradin und die Kameraden nicken. Das gleiche Mindset, keine Frage.

von Andrea Hilscher  E-Mail schreiben

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