Streitkräftebasis

Amtshilfe in einem der größten Corona-Hotspots

Amtshilfe in einem der größten Corona-Hotspots

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  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Thüringen
Lesedauer:
3 MIN

Rasant stieg in den letzten Novembertagen der Inzidenzwert im Landkreis Hildburghausen, bis schließlich der höchste Wert in Deutschland von bis dato 526,9 überschritten war. Hildburghausen wurde zu dem Corona-Hotspot in Deutschland. Die Bundeswehr hilft nun vor Ort.

Eine Person nimmt mit einem Stäbchen in der Nase einer anderen Person eine Probe

Testsituation in der Sporthalle des Berufsschulzentrums Hildburghausen Vor allem Schülerinnen und Schüler werden hier auf COVID-19Coronavirus Disease 2019-Erreger getestet

Bundeswehr/Steffen Krämer

Dass sich innerhalb eines Wochenendes Lagen nahezu dramatisch zuspitzen können, wurde kürzlich der südthüringischen Bevölkerung bewusst. Rasant stieg in den letzten Novembertagen der Inzidenzwert im Landkreis Hildburghausen, bis schließlich der höchste Wert in Deutschland von bis dato 526,9 überschritten war. Hildburghausen wurde zu dem Corona-Hotspot in Deutschland.

Die täglichen Fallzahlen lagen zuletzt in dem Landkreis mit etwa 63.000 Einwohnern im hohen zweistelligen Bereich. Nahezu alle Bereich sind inzwischen von positiven Corona-Fällen betroffen: Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen, Pflegeheime, Behörden und Ämter. Unterstützende Kräfte würden laut Landratsamt äußerst dringend benötigt, die zivilen Kräfte seien erschöpft. Der Landrat von Hildburghausen, Thomas Müller, entschied schließlich, einen Antrag auf Hilfeleistung durch die Bundeswehr zu stellen.

Schnelle Unterstützungskräfte bei Massentestung

Menschen sitzen an Tischen bei einer Besprechung, darunter Bundeswehrsoldaten und Sanitäter

Zivil-Militärische Zusammenarbeit im Corona-Hotspot. Aus den Helfern in Hildburghausen ist schnell ein gutes Team geworden

Bundeswehr/Steffen Krämer

Es dauert nicht lang, bis sich nach entsprechender rechtlicher Prüfung 15 Soldaten als schnelle Unterstützungskräfte in mobilen Abstrichteams auf den Weg in den Hotspot machen. Die Kameraden vom Panzergrenadierbataillon 122 sowie Sanitätssoldaten aus Bad Frankenhausen, Bad Salzungen und Erfurt unterstützen aktuell die zivilen Organisationen DRKDeutsches Rotes Kreuz und THW vor allem bei der Massentestung in Schulen und Kindertagesstätten. Bei dem großangelegten Test mit einer Kapazität für 11.000 Freiwillige sollen Überträger identifiziert werden. Die angeforderten Bundeswehrsoldaten nehmen zum Teil selbst die Abstriche bei Pädagogen, Erziehern, Kindergarten- und Schulkindern und helfen bei der administrativen Dokumentation. Anhand der Ergebnisse soll entschieden werden, wie es in den derzeit geschlossenen Einrichtungen weitergehen kann. Fünf weitere Kameraden unterstützen bei der Kontaktnachverfolgung im Gesundheitsamt.

Hand auf‘s Herz – Wie läuft’s?

Ein Soldat steht vor der Kamera, dahinter eine Journalistin

Zu Beginn des Einsatzes war das Medieninteresse im größten Hotspot Deutschlands groß. Oberstleutnant Greb, Leiter des Kreisverbindungskommandos Hildburghausen, steht den Journalisten Rede und Antwort

Bundeswehr/Katrin Saalbach

Einige Tage nach Beginn des Einsatzes fällt das Zwischenfazit größtenteils positiv aus. Mehrere hundert Zivilpersonen wurden getestet, es gab positive Fälle. Man sei noch lange nicht an der Kapazitätsgrenze, die Nachmeldungen der Freiwilligen steige, gleichzeitig sinke die Inzidenz auf knapp 400. Die Bevölkerung habe teilweise Vorbehalte gegen die Durchführung mit Teststäbchen im Nasenraum. Eltern meinen, dies ihren Kindern ersparen zu wollen. Die helfenden Soldaten vor Ort versuchen, diese Angst zu nehmen. Sie lassen sich teilweise selbst testen, um zu wissen, wie es ist. „Selbst mein fünfjähriger Sohn hat das mit einem kleinen Zwinkern weggesteckt. Dann schaffen wir das doch auch“, so Leutnant Fleischhauer vom Kreisverbindungskommando Hildburghausen.


Zivil-Militärische Zusammenarbeit at it’s best

Zwei Menschen im Schutzanzug und zwei Zivilpersonen

Die helfenden Kräfte versuchen, einfühlsam und sorgfältig zu testen

DRK/Dirk Bley

Die Zusammenarbeit mit den zivilen Behörden laufe nach Einschätzung der Kameraden reibungslos ab. Sowohl die Soldaten, die die Teams leiten als auch die des Kreisverbindungskommandos treffen sich morgens zu den täglichen Koordinierungsabsprachen mit dem Krisenstab des Landkreises. Auch in den Führungsstab des DRKDeutsches Rotes Kreuz sind die Kräfte immer eingebunden. „Es sind alle zufrieden, auch der Landrat spiegelt uns täglich, dass wir einen guten Job machen. Es gibt für uns Brötchen und Kaffee, die Unterkünfte sind gut.“, so der Leutnant weiter. Die Expertise der DRKDeutsches Rotes Kreuz-Mitarbeiter sei unschlagbar, wovon alle profitieren würden. Ein Mitarbeiter des DRKDeutsches Rotes Kreuz-Landesverbandes Thüringen drückt wiederum seinen Dank an die unterstützenden Kräfte aus: „Es ist schön zu sehen, wie einfühlsam die Helfer auf die zu testenden Personen, vor allem die Kinder, eingehen“.


Es weihnachtet trotz Corona

Ein Corona-Schnelltest

Die Schnelltests geben rasch Aufschluss über das Infektionsrisiko der getesteten Freiwilligen

Bundeswehr/Steffen Krämer

Dass hier alles in einem wertschätzenden Umfeld abläuft, ist zu spüren. Vielleicht liegt es auch an einer trotz allem vorweihnachtlichen Stimmung im verschneiten und adventlich geschmückten Hildburghausen.  Die zivilen Kräfte sind rücksichtsvoll, motivieren sich gegenseitig. „Besonders unsere Kameraden in der Kontaktnachverfolgung, die eindeutig den schwereren Job haben, machen das hier alles wirklich klasse.“, lobt der Leutnant.  Aber auch die Kräfte, die nun viel mit Kids und Jugendlichen zu tun hätten, entwickeln ganz eigene Mechanismen, um den Test so angenehm wie möglich zu machen. „Bei den kleinen Kindern helfen uns, kleine Verweise und Anekdoten zum Thema Weihnachten, um sie nicht zu sehr zu ängstigen“. Trotz Maske im Gesicht und Vollschutzanzug über der Uniform ist eine verschmitzte Mimik zum Glück ein hilfreiches Kommunikationsmittel in diesen besonderen Zeiten.

von Katrin Saalbach  E-Mail schreiben

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