Streitkräftebasis
Ringtausch mit Panzern

Ausbildung auf Leopard 2 – wichtig für den Ringtausch

Ausbildung auf Leopard 2 – wichtig für den Ringtausch

  • Ausbildung
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
3 MIN

Als erste Nation wird die Tschechische Republik im Zuge des Ringtauschs mit dem Leopard 2A4 ausgerüstet. Der NATO-Partner erhält die deutschen Kampfpanzer, weil er seine Systeme aus ehemals sowjetischer Produktion an die Verteidigungskräfte der Ukraine liefert. Die Streitkräftebasis bildet die tschechischen Kraftfahrer aus und weiter.

Ein Kampfpanzer mit speziellem Turm zur Fahrerausbildung im Gelände

Der Leopard 2 gehört zu den weltweit leistungsfähigsten Kampfpanzern. Beeindruckend ist selbst die Fahrschulvariante des Modells A4.

Bundeswehr/Susanne Hähnel

Der Ringtausch wird von den westlichen Bündnispartnern als direkte Hilfe für die Ukraine organisiert. Ukrainische Soldatinnen und Soldaten können beispielsweise den weit verbreiteten Kampfpanzer T-72 ohne weitere Ausbildung und besondere logistische Herausforderungen einsetzen. Sie kennen dieses Waffensystem aus eigenen Beständen und verwenden es in ihrem Abwehrkampf. Osteuropäische NATO-Partner stellen darum der Ukraine ihre noch vorhandenen T-72 zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten die beteiligten Bündnisarmeen Ersatz durch westliche Waffensysteme. Dadurch findet NATO-standardisiertes Gerät zügig Eingang in den Bestand der osteuropäischen Partner, wie zum Beispiel der Tschechischen Republik. Besonders im Fokus steht in diesem Zusammenhang der deutsche Kampfpanzer Leopard 2. 

Der Leopard 2A4

Ab Dezember gehen insgesamt 14 Leopard 2 in der Version A4 und ein Bergepanzer aus Industriebeständen an eine Mechanisierte Brigade nach Práslavice. Im Kraftfahrausbildungszentrum der Bundeswehr im niedersächsischen Munster (KfAusbZ Sim Munster) schlossen soeben die ersten acht tschechischen Militärkraftfahrer ihre Ausbildung auf dem „Leo2“ ab. An dieser Dienststelle der Streitkräftebasis werden regelmäßig die Panzerfahrerinnen und Panzerfahrer aus Deutschland und den Niederlanden trainiert. Im Zuge des Ringtauschs werden nun auch die beteiligten NATO-Partner in Deutschland ausgebildet. Das Schulungsfahrzeug entspricht technisch dem Leopard 2A4, der unter anderem zum Beispiel auch in Österreich verwendet wird. Weltweit sind rund 3.500 Leoparden im Einsatz. Dieser Kampfpanzer verdankt seine Leistungsfähigkeit einer optimalen Kombination aus Schutz, Mobilität, Führbarkeit und Feuerkraft. 1.500 PS treiben den 55 Tonnen schweren Koloss auch durch schwieriges Gelände.

Ein Kampfpanzer klettert über einen Graben

Zügig, sicher und gewandt sollen die Militärkraftfahrerinnen und -fahrer ihre Gefechtsfahrzeuge bewegen können. Das wird in Munster trainiert.

Bundeswehr/Susanne Hähnel

Erfahrene Panzerfahrlehrer

Genau dort liegt auch der Schwerpunkt der Ausbildung für die Militärkraftfahrer aus der Tschechischen Republik. „Zuhause nehmen wir nur in Ausnahmefällen mit Panzerfahrzeugen am öffentlichen Straßenverkehr teil“, erzählt Obergefreiter Stanislav I., einer der Lehrgangsteilnehmer in Munster. So sind Straßenfahrten Neuland für ihn und seine Kameraden. Er stellt fest, dass „ich als Fahrer über deutlich mehr Bewegungsfreit, Übersicht und Komfort verfüge, als in einem T-72.“ Das sind aber nicht die einzigen Unterschiede. Weitere finden sich in der Antriebstechnik und den Bedienelementen. Im Leopard 2A4 sitzen Fahrende vorne rechts, im tschechischen T-72 M4 CZ in der Mitte der Fahrzeugfront. Dies und vieles mehr, lernen die künftigen Leopard-Fahrer ebenfalls während der vierwöchigen Ausbildungsmaßnahme kennen. Leutnant Gunnar A. koordiniert sie mit einem Team aus Militärkraftfahrlehrern: „Die angereisten Kameraden sind allesamt erfahrene Panzerfahrer. Daher lernen sie den Umgang mit dem ‚Leo2‘ recht schnell. Vor allem, was die Blickführung und das Bewegen im Gelände betrifft. Da sind wir uns schon sehr ähnlich.“ Die routinierten Ausbilder des Kraftfahrausbildungszentrums geben ihren Schülern natürlich auch den einen oder anderen Tipp im Umgang mit dem Kampfpanzer. Die Bundeswehr nutzt den Leopard 2 schließlich seit 1979. Trotz ihrer guten Vorkenntnisse absolvieren die Tschechen dasselbe Trainingsprogramm wie die Fahrschülerinnen und Fahrschüler der Bundeswehr. Dazu gehört auch der technische Dienst, wie zum Beispiel die Kontrolle von Flüssigkeiten und Ölen oder Arbeiten am Kettenlaufwerk.

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Ein Soldat weist einen Panzer ein

Einheitliche und standardisierte Zeichen zur Einweisung stehen ebenfalls auf dem Dienst- und Ausbildungsplan.

Bundeswehr/Susanne Hähnel
Ein Soldat nimmt Wartungsarbeiten vor an einem Panzer

Bis ins Detail: Die tschechischen Lehrgangsteilnehmer lernen viele Handgriffe und Kniffe im Umgang mit ihren künftigen Kettenfahrzeugen.

Bundeswehr/Susanne Hähnel
Theoretischer Unterricht an einem Kettenlaufwerk

Technischer Dienst ist ein wichtiger Aspekt für die Besatzungen militärischer Fahrzeuge. Insbesondere Fahrerinnen und Fahrer von Kettenfahrzeugen müssen sich zu helfen wissen. Ein Schwerpunkt im Unterricht.

Bundeswehr/Susanne Hähnel
Leopard 2A4 im Einsatz.

Die Bundeswehr setzt den Leopard 2 bereits seit dem Herbst des Jahres 1979 ein. Die Version A4 entspricht derzeit den Schulungsfahrzeugen in Munster. Die Panzertruppe des Heeres nutzt inzwischen den Leopard 2A7.

Bundeswehr/Detmar Modes
Zwei Ärmel in Uniform mit jeweils einem Wappen.

Schulterschluss: Die NATO-Partner halten zusammen. Sie unterstützen mit dem Ringtausch die Ukraine und statten sich zugleich gegenseitig aus.

Bundeswehr/Susanne Hähnel
Gruppenfoto

Die Ersten: Acht Militärkraftfahrer aus der Tschechischen Republik erlernten das Fahren auf dem Leopard 2A4. Die Sprachbarriere wurde durch Dolmetscher und einheitliche Kommandos schnell überwunden.

Bundeswehr/Susanne Hähnel

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Zügig, sicher und gewandt 

Die Streitkräftebasis führt mit dem Zentrum für Kraftfahrwesen der Bundeswehr (ZKfWBw) 20 Kraftfahrausbildungszentren im gesamten Bundesgebiet, an denen jährlich rund 13.000 Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer ausgebildet werden. Sie ist somit für die Kraftfahrgrundausbildung aller Bedarfsträger der Bundeswehr verantwortlich. Zu dieser Struktur zählt auch das auf Kettenfahrzeuge spezialisierte KfAusbZ Sim Munster, welches auch über Simulatoren zur Unterstützung des Fahrtrainings verfügt. Neben der „Leo-Fahrschule“ bilden die Fachkräfte unter anderem auch auf dem neuen Schützenpanzer Puma aus. Darüber hinaus stehen in einer Ausbildungshalle Schnittmodelle der eingesetzten Gefechtsfahrzeuge. Hier können schon vor den ersten echten Kettenkilometern Handgriffe und Verfahrensabläufe trainiert werden. Militärkraftfahrlehrer Stabsfeldwebel André M. formuliert das zwar altmodisch klingende, aber stets aktuelle, Ausbildungsziel aus der Vorschrift: „Der Militärkraftfahrer soll sein Kettenfahrzeug zügig, sicher und gewandt bewegen.“ Dieses Ziel haben die acht Lehrgangsteilnehmer erreicht und geben ihr Wissen zu Hause auch an ihre Kameradinnen und Kameraden weiter. Die Tschechische Republik plant mittelfristig ihre gesamte T-72-Flotte gegen den Leopard 2 - in der in Deutschland gebräuchlichen Version A7 - auszutauschen.

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von Ralf Wilke  E-Mail schreiben

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