Streitkräftebasis
Safety Fuel 2022

Binationale Übung geht in die zweite Phase

Binationale Übung geht in die zweite Phase

  • Logistik
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Schleswig-Holstein
Lesedauer:
3 MIN

In der ersten Phase hat die deutsch-ungarische Übungstruppe ein bestehendes Feldtanklager übernommen, dessen Einsatzbereitschaft überprüft und instandgesetzt. In Phase zwei galt es, den reibungslosen Betrieb und die Realversorgung des Taktischen Luftgeschwaders 51 „Immelmann“ am Flugplatze Jagel auch unter erschwerten Bedingungen sicherzustellen.

Eine schadhafte Pumpe wird mittels Krans aus der Verteilerstation gehoben, um Platz für die Ersatzpumpe zu schaffen.

Eine schadhafte Pumpe wird ausgetauscht

Bundeswehr/Sebastian Sänger

Dazu wurde das Feldtanklager in volle Bereitschaft versetzt und über neun Tage lang betrieben. Ziel war es, die operationelle Einsatzfähigkeit (in Englisch: „Full Operational Capability“) basierend auf einem anspruchsvollen Kriterienkatalog unter Belastung zu testen. Dieser Kriterienkatalog wurde in Anlehnung an Vorgaben der NATO gemeinsam durch das deutsch-ungarische Projektmanagement für die Zertifizierung des binationalen Feldtanklagerzuges entwickelt, um die „Full Operational Capability“ (FOCFull Operational Capability) im Rahmen der Übung zu überprüfen.

Durch ein binationales Übungskoordinierungselement wurden verschiedene Szenarien und Lagen für die deutschen und ungarischen Soldatinnen sowie Soldaten eingespielt. Anhand einer Checkliste für jede einzelne Aufgabe wurde dabei die fachgerechte Bearbeitung durch das Feldtanklagerpersonal überprüft. Überwacht wurde die Aufgabenerfüllung durch ein binationales Evaluationsteam, das den genauen Ablauf der Problemlösung beobachtete und bezogen auf das Erreichen der FOCFull Operational Capability bewertete.
Eine Lageeinspielung simulierte den Fall einer Erhöhung der Gefährdungsstufe. Dabei müssen die zur Sicherung eingesetzten Kräfte bei der Absicherung des Feldtanklagers unterstützt werden. Dazu wurde eine Zugangskontrolle mittels eines Checkpoints vor dem Feldtanklager eingerichtet, eine Rundumsicherung ausgelegt und Absicherungsmaßnahmen gegen irreguläre Informationsgewinnung, wie beispielsweise durch Ausspähversuche oder durch verdächtige Telefonanrufe, befohlen.

Betrieb unter Belastung

Ein Soldat füllt im Labor Kraftstoff mittels einer Spritze in ein Messgerät zur Überprüfung der Qualität.

Der Betriebsstofffeldwebel überprüft die Qualität des Kraftstoffs

Bundeswehr/Sebastian Sänger

Ein weiteres Kriterium zum Erreichen der FOCFull Operational Capability war die Fähigkeit, die erforderliche Qualität des einzulagernden Flugkraftstoffes gemäß der NATO-Vorgaben sicherzustellen. Dazu wurde die Leistungsfähigkeit des im Laborcontainer eingesetzten Betriebsstofffachpersonals anhand von nicht für die Nutzung freigegebenen Kraftstoffproben aus dem Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe überprüft. Der zuständige Betriebsstofffeldwebel hatte die Aufgabe, die gelieferten Kraftstoffproben zu untersuchen und das Ergebnis hinsichtlich der Verwendungsfähigkeit für den Flugbetrieb zu bewerten. Abhängig vom Ergebnis darf der Flugkraftstoff gegebenenfalls nicht eingelagert werden, um eine Verunreinigung des Feldtanklagers zu verhindern. Auch dieser Prozess wurde durch das gemeinsame Evaluationsteam begleitet und überwacht.

Abschließend stand der Betrieb bei eingeschränkter Sicht (nachts) auf dem Plan, dazu wurde der deutsch-ungarische Feldtanklagerzug mit dem Ziel der Schichtfähigkeit (24 Stunden, sieben Tage die Woche) in zwei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe wurde für zwölf Stunden im Tanklagerbetrieb eingesetzt. Auch das Ein- und Auslagern des Kraftstoffs, fand rund um die Uhr unter Beobachtung des Evaluationsteams statt.
Ein Feldtanklager ist auf unterschiedliche Geräte (zum Beispiel Hochdruckpumpen und Straßentankwagen) angewiesen. Deshalb ist es notwendig, diese auch bei Ausfall schnellstmöglich ersetzen zu können. Dies sollte bei einem simulierten Pumpenausfall geübt werden. Hier ersetzte das reale Leben die zuvor geplante Übungseinlage, da es zu einem tatsächlichen Pumpenausfalls kam. So konnte dieses Szenario real geübt und „life“ evaluiert werden. Diese Herausforderung wurde fachgerecht ohne weitere Zwischenfälle durch die Soldatinnen und Soldaten gelöst und somit ein weiteres Kriterium für das Erreichen FOCFull Operational Capability erfüllt.

Kommandeure zu Besuch im Feldtanklager

Eine Übung, die das Ziel der FOCFull Operational Capability-Zertifizierung einer binationalen logistischen Fähigkeit hat, wird auch durch die übergeordnete Führung mit großem Interesse verfolgt. Der stellvertretende Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr (LogKdoBw), Brigadegeneral Robert Wilhelm – der auch der Co-Präsident der deutsch-ungarischen Strukturierten Partnerschaft in Logistik ist – besuchte mit dem Kommandeur des Spezialpionierregiments 164 „Nordfriesland“ (SpezPiRgt 164), Oberst Hans Martin Gieseler, die übende Truppe. Beide zeigten sich beeindruckt von der Professionalität und sehr guten Zusammenarbeit der Soldatinnen und Soldaten beider Nationen.

Ein Soldat zeigt auf eine Instrumententafel am Straßentankwagen, während er mit einem Soldaten über die Funktion spricht.

Brigadegeneral Wilhelm (l.) im Gespräch mit einem Soldaten beim Befüllen des Straßentankwagens

Bundeswehr/Sebastian Sänger
Sicht von oben: Zwei Straßentankwagen werden durch Soldaten an der Betankungsstelle mit eingelagertem Kraftstoff befüllt.

Sicht von oben: Zwei Straßentankwagen werden betankt

Bundeswehr/Sebastian Sänger

Und so geht es weiter …

Sobald die Übungsphase zwei, in der die Belastbarkeit unter erschwerten Bedingungen festgestellt werden soll, beendet ist, nimmt der deutsch-ungarische Feldtanklagerbetriebszug in einem Regelbetrieb weiter seinen Auftrag wahr. Das Evaluationsteam wertet die gewonnenen Erkenntnisse aus und meldet diese am Ende der Übung in Form eines formalen Reports an die Co-Präsidenten der deutsch-ungarischen Strukturierten Partnerschaft in Logistik. In Woche drei erfahren wir dann, ob alle notwendigen Kriterien für die FOCFull Operational Capability erfüllt wurden und ob die angestrebte Zertifizierung erreicht wird.

von Sebastian Sänger  E-Mail schreiben

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