Streitkräftebasis

Corona: Bundeswehr beliefert Senioren in Wilhelmshaven

Corona: Bundeswehr beliefert Senioren in Wilhelmshaven

  • Coronavirus
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Wilhelmshaven
Lesedauer:
3 MIN

Bundeswehr-Amtshilfe in Corona-Krise: Soldaten und Soldatinnen der Einsatzflottille 2 beliefern Wilhelmshavener Senioren und Seniorinnen mit Lebensmitteln - und verhindern so, dass sich Personen der Risikogruppe einer Ansteckungsgefahr aussetzen.

Zwei Soldaten stehen an einer Supermarktkasse, packen Sachen in einen Einkaufswagen

Haben sich freiwillig gemeldet: Obermaat Mohamad Khodr (links) und Obermaat Nodari Labadze

Bundeswehr/Christoph Loose

Bürgerinnen und Bürger können sich auf ihre Bundeswehr verlassen: In Wilhelmshaven, am größten Standort der Truppe, erledigen Marine-Soldatinnen und -Soldaten Einkäufe für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger. Um Seniorinnen und Senioren während der Corona-Krise keiner Ansteckungsgefahr auszusetzen, besorgen die freiwillig Helfenden der Einsatzflottille 2 Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Auch Personen in Quarantäne werden auf Wunsch versorgt. Ins Leben gerufen wurde die Initiative vom Kommandeur der Flottille und dem Oberbürgermeister der Stadt. Möglich ist die erweiterte Nachbarschaftshilfe im Rahmen der Amtshilfe: Städte, Behörden, Landesregierungen können die Bundeswehr in Krisenzeiten um subsidiäre Unterstützung bitten. Koordiniert wird diese im Lagezentrum des Landeskommandos Niedersachsen - dem verlängertem Arm der federführenden Streitkräftebasis. 

„Es macht Spaß, zu helfen!”

„Seid ihr shoppen, oder was?”, begrüßt eine Bekannte Obermaat Nodari Labadze verwundert auf dem Parkplatz eines Wilhelmshavener Supermarktes. Dann fällt ihr Blick auf seine Armbinde. „Bundeswehr hilft” steht darauf. Labadze gehört zu den fast 50 Soldatinnen und Soldaten der Einsatzflottille 2., die sich freiwillig gemeldet haben. Mit seinem Kameraden, Obermaat Mohamad Khodr, steuert er heute mehrere Supermärkte an. „Meistens reicht einer nicht aus”, sagt Khodr, „irgendwas ist immer ausverkauft. Mehl zum Beispiel oder natürlich Klopapier!” Wasser, Kartoffeln, Butter, Zwieback, Waschmittel - heute sind nach Supermarkt drei alle Dinge auf den Einkaufslisten abgehakt. „Es macht Spaß etwas beizutragen und zu helfen”, sagt Labadze. Zuspruch kommt von einer Kundin: „Ich finde es wirklich super, was ihr hier macht!”

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Zwei Soldaten in einem Supermarkt

Auftrag “Einkaufsliste abarbeiten”: Die beiden Obermaate sind gut gelaunt in guter Sache unterwegs

Bundeswehr/Christoph Loose
Ein Soldat lädt Einkäufe in einen Kofferraum

Zehn Fahrzeuge stehen derzeit für die Aktion zur Verfügung: Obermaat Mohamad Khodr lädt den Einkauf in sein Auto ein

Bundeswehr/Christoph Loose
Zwei Soldaten stehen mit je einem Einkaufswagen in einer Supermarktschlange

Schlange stehen, aber Abstand halten: Die Soldaten der Einsatzflottille 2 warten an der Kasse

Bundeswehr/Christoph Loose

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„Wir haben noch weitere Personalkapazitäten!”

Flottillenadmiral Andreas Kuchler ist stolz auf seine Soldatinnen und Soldaten. Der Kommandeur der Einsatzflottille 2: „Ich sprach mit Oberbürgermeister Carsten Feist, sagte ihm, dass wir als Bundeswehr einen Beitrag leisten wollen, die Krise zu meistern.” Die Idee entstand dann gemeinsam. Da der Service nicht durch einen zivilen Dienstleister abbildbar war, war der Weg für einen offiziellen Antrag auf Amtshilfe frei. Über das koordinierende Landeskommando in Hannover erfolgte wenig später die Genehmigung. Neben Personal werden zehn Fahrzeuge der Bundeswehr vorgehalten. Die Stadt stellt Handgeld, um die Einkaufskosten erst einmal auszulegen. „Das Angebot wird immer mehr in Anspruch genommen”, sagt Kuchler, „wir haben auch noch Personalkapazitäten in Reserve!”

Immer dabei: Desinfektionsmittel

Koordiniert werden die Einsätze von Leutnant zur See Armin Urbanski. Er nimmt die Bestellungen der Bürgerinnen und Bürger auf und teilt ein, wer aus der Projektgruppe welche Einkäufe erledigt. „Die Rückmeldung der Leute ist sehr positiv”, sagt er, „sie freuen sich sehr über die Unterstützung.” Über die Hotline der Stadt Wilhelmshaven bekommen die Seniorinnen und Senioren die Durchwahl von Koordinator Urbanski. In der Regel werden die Erledigungen in 2er-Teams erledigt. Nach einem Blick in die Karte geht es dann in die zu den Seniorinnen und Senioren nächstgelegenen Supermärkten. So ist jeder Markt mal an der Reihe. Zur Standard-Ausrüstung der Soldatinnen und Soldaten gehört dieser Tage natürlich Desinfektionsmittel. Nach jedem Einkauf und bevor die Tüten vor den Türen abgestellt werden, kommt es zum Einsatz. 

Aktion läuft bis auf Weiteres

„Hier ist Obermaat Labadze. Wir bringen jetzt Ihren Einkauf vorbei”, kündigt der Soldat die Lieferung an. Kamerad Khodr parkt das Dienst-KfzKraftfahrzeug wenige Minuten später vor einem Einfamilienhaus. Vor der Eingangstür steht ein Wäschekorb. Auf dem Briefumschlag darin hat die Hausherrin mit Kugelschreiber einen Gruß hinterlassen: „Danke für Ihre Hilfe und bleiben sie gesund!” Die beiden Obermaate tauschen den Umschlag gegen die Einkaufstüten und zählen das Geld im Umschlag. Passt! Durch den Spalt eines Kippfensters ruft die Frau: „Ich danke ihnen wirklich für diesen Service! Sie sind eine große Hilfe!” Auftrag ausgeführt! In der Kaserne warten schon die nächsten. Die Aktion läuft bis auf Weiteres. Wilhelmshavener Bürgerinnen und Bürger, die das Angebot in Anspruch nehmen möchten, können sich unter Telefon 04421 - 16 16 16 melden.

von Christoph Loose, Jasmin Henning  E-Mail schreiben

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