Streitkräftebasis

Crawl-Walk-Run! Einsatzbereit für NATONorth Atlantic Treaty Organization Response Force

Crawl-Walk-Run! Einsatzbereit für NATONorth Atlantic Treaty Organization Response Force

Datum:
Ort:
Osterholz-Scharmbeck
Lesedauer:
4 MIN

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Premiere an der Logistikschule der Bundeswehr und in der Streitkräftebasis: Unterstützungsverband nach Meisterprüfung einsatzbereit für NRFNATO Response Force.

Zwei Soldaten stehen nebeneinander und halten ein Zertifikat in den Händen.

Gelungene Premiere: Der Stab Unterstützungsverband unter der Führung von Oberstleutnant Roland Bögel erhält nach bestandener Meisterprüfung sein Zertifikat Combat Ready von Generalmajor Gerald Funke, Kommandeur Logistikkommando der Bundeswehr.

Bundeswehr/Kathleen Riediger

Deutschland stellt ab Januar 2022 für den Zeitraum von drei Jahren einen wesentlichen Anteil der schnellen Eingreiftruppe der NATONorth Atlantic Treaty Organization, der sogenannten NATONorth Atlantic Treaty Organization Response Force kurz NRFNATO Response Force und im Jahr 2023 den schnell verlegbaren Eingreifverband oder die Speerspitze der NATONorth Atlantic Treaty Organization, die Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ). Für diese mehr als 16.000 Männer und Frauen starke Truppe braucht es eine umfassende logistische Unterstützung. Diese wird durch den Unterstützungsverband NRFNATO Response Force 2022 - 24 geleistet, der aus bis zu 2.650 Soldatinnen und Soldaten bestehen wird. Die Führung dieser Truppe erfolgt durch den sogenannten Stab Unterstützungsverband NRFNATO Response Force 2022 - 24, dessen Kern durch das am Standort Burg im September 2020 neu aufgestellte Logistikregiment 1 gestellt wird. Dieser Stab führt im Ernstfall sämtliche nationalen Unterstützungskräfte. Neben Logistikern gehören hierzu auch Feldjäger, Sanitäter, Panzergrenadiere, ITInformationstechnik-Kräfte und die Einsatzwehrverwaltung. Wenn die NRFNATO Response Force alarmiert wird, müssen unmittelbar nach der strategischen Verlegung logistische Leistungen für die Truppe im Gefecht zur Verfügung stehen. Das alles in einem unbekannten Raum und einem unbekannten Szenario.

Vom Crawl über den Walk zum Run

Ein Soldat steht an einem Pult und erzählt etwas.

Oberst Kai Häußermann, Kommandeur mobile Logistiktruppen der Streitkräftebasis, erklärte kurz den Dreiklang des Crawl-Walk-Run, der den Verband schnell einsatzbereit machte.

Bundeswehr/Petra Reiter

Um diesen komplexen Verband schnell einsatzbereit zu bekommen, wurde durch das Logistische Übungszentrum an der Logistikschule der Bundeswehr eine umfassende Ausbildungsplanung erstellt: Ein Dreiklang, der sogenannte Crawl-Walk-Run. So wurde der Stab des Unterstützungsverbandes und die ihm unterstellten Unterstützungskräfte zunächst in einem Grundlagenworkshop, dem „Crawl“, und später in einem Handlungstraining, dem „Walk“, auf die jetzt durchgeführte Zertifizierungsübung, den „Run“, vorzubereiten. Die Truppe sollte also das Laufen lernen, um jetzt ihre Meisterprüfung, die Zertifizierung für NRFNATO Response Force, erfolgreich zu absolvieren. „Für uns ist das die komplexeste Übung, die wir bisher im Logistischen Übungszentrum durchgeführt haben“, beschreibt Oberst Andreas Bock, Leiter des Logistische Übungszentrum, diese Zertifizierungsübung.

„Bislang wurden solche Zertifizierungen nur durch die NATONorth Atlantic Treaty Organization durchgeführt, wenn Kräfte als Truppe oder Stäbe für die NATONorth Atlantic Treaty Organization bereitgestellt werden. Doch auch bei den nationalen Unterstützungskräften der Bundeswehr sollte eine formelle „nationale“ Überprüfung der Einsatzbereitschaft durchgeführt werden. Diese wurde nun erstmalig in der Streitkräftebasis, im Logistischen Übungszentrum durchgeführt“, erklärt Oberst Kai-Ingmar Häußermann, Kommandeur der mobilen Logistiktruppen der Streitkräftebasis, den Grund der Zertifizierungsübung.

Die Wirklichkeit im Gefecht

Zwei Soldaten stehen in einem Gefechtszelt an einer Landkarte. Einer der beiden Soldaten zeigt etwas auf der Karte.

Das Versorgungsbataillon 131 hat hinter dem Logistischen Übungszentrum seinen Gefechtsstand unter Tarnnetzen aufgebaut. Ein wichtiger Player in dem fiktiven Szenario, denn hier werden Bedarfe für die Folgeversorgung der Truppe erzeugt.

Bundeswehr/Kathleen Riediger

Wie bereits im Handlungstraining wurden alle Zellen und Zentralen des Stabes Unterstützungsverband NRFNATO Response Force 2022 - 24 unter der Führung von Oberstleutnant Roland Bögel, Kommandeur Logistikregiment 1 und zugleich designierter Kommandeur Unterstützungsverband NRFNATO Response Force 2022 - 24, im Logistischen Übungszentrum eingerichtet. Zudem haben unweit des Logistischen Übungszentrums das Logistikbataillon 171 als sogenanntes Logistikbataillon Land und das Versorgungsbataillon 131 der Panzergrenadierbrigade 37 ihre mobilen Gefechtsstände aufgebaut. Letztgenanntes Bataillon erfüllt durch Nachschub, Transport und Instandsetzung die logistischen Bedarfe der Einsatzkräfte Land. Neben dem Logistikbataillon Land nahmen weitere unterstellte Einheiten und Verbände des Unterstützungsverbandes NRFNATO Response Force 2022 - 24 teil und hatten die Aufgabe so realitätsnah wie möglich mit dem Stab in Interaktion zu treten. Rahmen für diese Interaktionen ist ein fiktives Szenario in einem fiktiven Zweistaatenkonflikt auf Pandora. Die Player: Altraverdo, Mitglied der NATONorth Atlantic Treaty Organization, und der Aggressor Wislanien. Das Logistischen Übungszentrum hat hierfür ein komplexes Szenario, eine sogenannte Lage, erarbeitet.

60 Stunden im fiktiven Einsatzraum

Eine Soldatin steht an einer Landkarte und berichtet etwas.

Lagevorträge der einzelnen Abteilungen des Stabes gehören auch in einer fiktiven Lage zum Dienstalltag: Beschreiben der Lage oder deren Entwicklung und Vortragen der Ergebnisse nach Auswertung oder Erkundung.

Bundeswehr/Petra Reiter

Die Übung setzt taktisch dort an, wo das Handlungstraining endete: In Altraverdo wurde der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bündnisfall nach Artikel 5 des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Vertrages ausgerufen. Dieser besagt, dass ein Angriff auf einen oder mehrere verbündete Partner in Europa oder Nordamerika als Angriff gegen alle Partner angesehen wird. Zu diesem Zeitpunkt fand dort eine Übung der NRFNATO Response Force zur Abschreckung feindlicher Kräfte statt. Diese wurde daraufhin abgebrochen. Die Truppen vor Ort mussten über weite Entfernungen in die Einsatzorte verlegen und rasch Einsatzbereitschaft herstellen. Dazu gehört auch das Auffüllen von Vorräten aller Art und das Instandsetzen von Fahrzeugen und Waffensystemen. Der Unterstützungsverband hat diese logistische Herausforderung gemeistert. Jetzt hat Bögels Truppe die Aufgabe, die kämpfende Truppe bei der Durchführung einer komplexen Verzögerungsoperation logistisch zu unterstützen. „Schwerpunkt dieser Übung ist hier nicht die konkrete Durchführung der logistischen Aufträge, sondern insbesondere die Planung, Steuerung und Koordinierung aller notwendigen Abläufe durch den Stab“, betont der Kommandeur des Unterstützungsverbandes NRFNATO Response Force 2022 - 24. Kommunikation und ein gutes Informationsmanagement seien hierfür ebenso Schlüssel zum Erfolg wie die Kenntnis der Fähigkeiten aller Beteiligten.

Zertifikat „Combat ready“

Soldatinnen und Soldaten sitzen an Bildschirmarbeitsplätzen. Im Hintergrund stehen Wände mit verschiedenen Karten.

„Der neue Auftrag der Landes- und Bündnisverteidigung erfordert ein Umdenken“, so Bögel. Die Dimension der eingesetzten Truppenteile sowie die Komplexität im Zusammenwirken seien deutlich anspruchsvoller als in den bekannten Auslandseinsätzen.

Bundeswehr/Petra Reiter

Neben dieser Hauptaufgabe hatte die übende Truppe weitere Planungsaufgaben zu erfüllen: Um ein spanisches Pionierbataillon zu seinem Einsatzort zu bringen und auf dem Weg dorthin logistisch versorgen zu können, musste kurzerhand eine Art Autohof geplant, eingerichtet und betrieben werden. Was und insbesondere wie der Unterstützungsverband NRFNATO Response Force 2022 - 24 in diesem fiktiven Szenario seine Aufgaben erfüllte, bewertete ein Evaluationsteam. Ein Zertifizierungskatalog der Landstreitkräfte bildete hierfür die Grundlage. „Die Übungsanlage des Logistischen Übungszentrums wurde zuvor mit den Prüffragen des Zertifizierungskatalogs synchronisiert. Nur so können Prüffragen entsprechend des beübten Szenarios abgefragt werden“, erklärt Oberstleutnant Gerd-Uwe Filip, Leiter des siebenköpfigen Evaluierungsteams. Filip gab am Ende der Übung eine klare Empfehlung. Generalmajor Gerald Funke, Kommandeur Logistikkommando der Bundeswehr, der sich während der Übung ebenfalls ein klares Bild von den Fähigkeiten des übenden Verbandes machen konnte, folgte dieser Empfehlung:
Der Stab Unterstützungsverband NRFNATO Response Force 2022 - 24 unter der Führung von Oberstleutnant Roland Bögel erreichte den höchsten Grad der Einsatzbereitschaft „Combat ready“ und ist somit voll einsatzfähig für NRFNATO Response Force 2022-24.

von Kathleen Riediger  E-Mail schreiben

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