Streitkräftebasis
Präzise Kommunikation im Panzer

Fahrtraining auf dem "Legopard"

Fahrtraining auf dem "Legopard"

  • Logistik
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Osterholz-Scharmbeck
Lesedauer:
2 MIN

Ungewöhnliche Ausbildungshilfsmittel beim Fahrtraining zukünftiger Militärkraftfahrlehrer und -lehrerinnen an der Logistikschule der Bundeswehr: Durch Legosteine soll die Kommunikation mit den Fahrschülerinnen und Fahrschülern präziser und die Ausbildung effektiver werden.

Ein Soldat baut ein Modell aus Legosteinen auf dem Fahrersitz eines Panzers.

Unter Luke Lego bauen: hier muss die Kommunikation auf engem Raum funktionieren

Bundeswehr/Brian Melzer

60 Tonnen Panzerstahl mit 12 Zylindern und 1.500 PSPferdestärken wollen bewegt werden - das dürfen nun elf neue Fahrlehrende der Bundeswehr. Die Ausbildung zum Militärkraftfahrlehrer beziehungsweise zur Militärkraftfahrlehrerin (MKL) für Kettenfahrzeuge dauert neun Wochen und befähigt die Teilnehmenden, ihrerseits Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer der Klasse F (Kette) auf dem Kampfpanzer Leopard II auszubilden. Um eine sichere Mobilität der Truppe zu gewährleisten, müssen die Besatzungen sehr gut ausgebildet werden. Diese Verantwortung liegt bei den Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern der Bundeswehr – die Logistikschule bildet sie aus. 

Blindes Vertrauen

Zwei Soldaten bauen, räumlich getrennt, in einem Panzer ein Modell aus Legosteinen.

Lego bauen via Sprechfunk: Nur mit einem „gemeinsamen Zeichenvorrat“ und präzisen Anweisungen kann das gemeinsame Ziel erreicht werden

Bundeswehr/Brian Melzer

Die angehenden MKL-F müssen eine spezielle Art der Kommunikation trainieren. Schon bei offener Luke ist das Sichtfeld des Fahrers stark begrenzt. Bei geschlossener Luke und Sicht durch die Winkelspiegel wird es noch weiter eingeschränkt. Beim Panzerfahren muss ein Fahrer sich auf die Information seiner Kommandantin verlassen können, damit er nicht vom Weg abkommt. Die Kommandantin wiederum muss sicher sein, dass ihre Kommandos unten auf dem Fahrersitz richtig und präzise ankommen und entsprechend umgesetzt werden. Hier ist absolutes Vertrauen erforderlich.

Das Gespür hierfür erlangten die elf Teilnehmenden durch eine besondere Übung mit Legosteinen. 



Legosteine in der Ausbildung

Ein Soldat erklärt anderen Soldaten in der Dämmerung die Funktionen eines Restlichtverstärkers.

Stabsfeldwebel Wolfgang L. erklärt den Lehrgangsteilnehmern die Einrichtung des Restlichtverstärkers

Bundeswehr/Brian Melzer

Was im ersten Moment wie Spielen aussieht, hat einen sehr ernsten Hintergrund: Die Kommandantin hat einen Bauplan und muss nun per Sprechfunk dem Fahrer, der vor einer Kiste mit Bausteinen sitzt, mitteilen, was er, mit welchen Steinen, wie zusammenstecken soll. Es ist erstaunlich, was bei dieser Übung am Schluss rauskommt! Das fertige Modell macht deutlich, wie groß der Unterschied zwischen gesendeter Information und dem ist, was tatsächlich ankommt. Weil die Teilnehmenden mal anweisen und mal Lego bauen mussten, lernten sie beide Seiten kennen – die des Fahrers und der Kommandantin.

„Wir wollen die Trainingsteilnehmer sensibilisieren, dass ein gemeinsamer Zeichenvorrat gerade bei der Besatzung eines Ketten-Fahrzeugs unumgänglich ist. Kommandant und Kraftfahrer müssen sich blind verstehen, um ihren Auftrag zu erfüllen. Ohne eine gemeinsame Sprache ist das nicht möglich. Legosteine bieten die optimale Möglichkeit, diesen Zeichenvorrat zu verdeutlichen. Und sind wir mal ehrlich, wie oft passiert es uns, dass wir aneinander vorbeireden?“, erklärt Hauptmann Silvio H. die Herausforderungen.

Neben den Kommunikationsübungen gab es natürlich auch Fahrübungen, unter anderem bei Nacht. Hier ist nicht nur das Fahren selbst wichtig, sondern auch das Einrüsten des Fahrzeugs mit dem Nachtsichtgerät. Hier geht es sprichwörtlich um blindes Verstehen. Das Fahren bei eingeschränkter Sicht erforderte von den Trainingsteilnehmenden höchste Konzentration plus erfolgreiche Kommunikation – und den gemeinsamen Zeichenvorrat.

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Ein Fahrschulpanzer der Bundeswehr steht auf einem Übungsgelände in der Dämmerung.

Der Fahrschulpanzer wird schon in der Dämmerung für die Nachtfahrausbildung vorbereitet. Dazu gehört auch die Funktionsprüfung des sogenannten Tarnlichts

Bundeswehr/Brian Melzer
Ein Soldat erklärt anderen Soldaten wie sie ihre Kommunikation im Fahrbetrieb eines Kettenfahrzeugs verbessern können.

Kommunikation als Herausforderung: Hauptmann Silvio H. erklärt die Fallstricke und gibt den Lehrgangsteilnehmern wertvolle Hinweise

Bundeswehr/Brian Melzer
Ein Kommunikationsdiagramm auf einem Whiteboard.

Informationen visualisieren: Auch das Erstellen von Infografiken und Doodle Diagrammen war ein Bestandteil des Lehrgangs

Bundeswehr/Brian Melzer

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von Brian Melzer/ Wilfried Heckmann  E-Mail schreiben

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