Streitkräftebasis

Gemeinsame Standards zum gemeinsamen Nutzen

Gemeinsame Standards zum gemeinsamen Nutzen

  • Logistik
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Erfurt
Lesedauer:
3 MIN

Generalmajor Zoltán Schmidt, Inspekteur Logistik des ungarischen Defence Force Command in Szekeshfehevar, und Brigadegeneral Robert Wilhelm, Stellvertretender Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr in Erfurt, unterzeichneten am vergangenen Dienstag das „Conceptual Framework Paper“ der Strukturierten Partnerschaft in der Logistik.

Ein Soldat in deutscher Uniform sitzt an einem Tisch und unterschreibt im Beisein eines ungarischen Soldaten die Vereinbarung.

Brigadegeneral Wilhelm unterzeichnet die Rahmenvereinbarung zur Strukturierten Partnerschaft in der Logistik.

Bundeswehr/Michael In der Au

Welche Anforderungen stellt die gemeinsame Fähigkeitsentwicklung in der Strukturierten Partnerschaft in der Logistik an das Projektmanagement und wie sind die jeweiligen nationalen Strukturen, Verfahren und Prozesse zu koordinieren?

Die „Strukturierte Partnerschaft in der Logistik“ mit Ungarischen Verteidigungskräften verfolgt das Ziel, vorhandene nationale Fähigkeiten synergetisch zu verbinden und zu gegenseitigem Nutzen weiterzuentwickeln. Hierzu wurde ein kontinuierlicher Wissens- und Erfahrungsaustausch etabliert und gemeinsame funktionale sowie doktrinäre Standards erarbeitet. Durch gemeinsame integrierte Ausbildungs- und Übungsvorhaben werden diese erprobt und kontinuierlich weiterentwickelt. Ziel ist es, die Durchhaltefähigkeit und Interoperabilität beider Streitkräfte für Übungen und Einsätze im gesamten Aufgabenspektrum der NATO durch gemeinsame logistische Leistungserbringung zu steigern.

Gemeinsam üben – gemeinsamer Erfolg

Transportfahrzeuge stehen als Kolonne in einer Reihe zur Abfahrt bereit.

Der Ausbau der bilateralen logistischen Fähigkeiten bei Übungen wird durch die Vereinbarung zielgerichtet unterstützt.

Bundeswehr/Roland Alpers

Bereits seit 2012 üben und trainieren Soldaten des Spezialpionierregiments 164 und der ungarischen Material Storage Supply Base in der jährlichen Übungsserie „SAFETY FUEL“ ihre gemeinsamen Fähigkeiten zum schicht- und durchhaltefähigen Aufbau, Betrieb und Abbau eines binationalen Feldtanklagers orientiert an NATO-Standards. Die Initial Operating Capability (IOC), also Anfangsbefähigung, konnte bereits 2020 durch Nachweis der logistischen Leistungserbringung in verschiedenen multinationalen Übungen wie „CAPAPLE LOGISTICIAN“ oder „TRIDENT JUNCTURE“ festgestellt werden. 2022 wird die volle Einsatzbereitschaft, oder auch Full Operational Capability (FOCFull Operational Capability), für diese Kräfte erreicht werden. In der jährlichen Übungsserie „SAFETY TRANSPORT“ üben die Transportkräfte des Logistikbataillons 472 und des ungarischen Logistikregiments 64 seit 2014 zusammen. Ziel dieser Zusammenarbeit ist eine an NATO-Standards orientierte deutsch-ungarische mittlere Transportkompanie, die unter der Nutzung des Wechselladesystems MULTI, Container- und Flachbetttransport militärische Güter transportieren soll. Die IOC wird für dieses Jahr angestrebt. 2022 wird die FOCFull Operational Capability für diese Kräfte erreicht werden.

Wie ein Räderwerk

Drei Soldaten arbeiten zusammen an einer Tankanlage.

Hand-in-Hand arbeiten ungarische und deutsche Soldaten bei der Übung Safety Fuel zusammen.

Bundeswehr/Alyssa Bier

Damit diese gemeinsamen Fähigkeiten auch unter den Bedingungen eines Einsatzes wie ein Räderwerk ineinandergreifen und ihr logistische Leistung erbringen können, bedarf es neben gemeinsamen Ausbildungs- und Übungsvorhaben auch einer Projektorganisation, die unter anderem Organisationsstrukturen entwickelt und abstimmt, die Entwicklung gemeinsamer Vorschriften und Regelungen vorantreibt, gemeinsame Übungen plant beziehungsweise Übungsvorhaben in ohnehin geplante Großvorhaben integriert. Als Rahmenvorgabe und gemeinsame Grundlage wurde hierzu ein „Conceptual Framework Paper“ erstellt.

Die Fragen: Wer trägt zur gemeinsamen Fähigkeitsentwicklung bei? Welche nationalen und multinationalen Vorschriften und Regelungen sind zu berücksichtigen? oder Wie sind gemeinsame logistische Verfahrensregelungen festzuhalten? wurden damit beantwortet und als weitere Arbeitsgrundlage verabschiedet. Beide Generale hoben dies als einen wichtigen Meilenstein hervor, der dazu beiträgt, den weiteren Ausbau bilateraler logistischer Fähigkeiten in den Fähigkeitsbereichen Transport - „Safety Transport“ - und Tanklagerbetrieb - „Safety Fuel“ zielgerichtet zu unterstützen.

Weitere Partner für die Zukunft gewinnen

Ein Soldat schließt eine Probenentnahmestelle an einer Pipeline.

Beim Tanklagerbetrieb muss jeder Handgriff sitzen.

Bundeswehr/Christian Thiel

In diesem Jahr sind die Übungen „Safety Fuel“ und „Safety Transport“ in Ungarn vorgesehen. Die Planung unter den Bedingungen der COVID-19Coronavirus Disease 2019 Pandemie erfordert hierbei hohe Flexibilität und die enge Einbindung medizinischer Fachexpertise, um Ausbildung und Übung bei größtmöglichem Gesundheitsschutz zu ermöglichen. Die Initiative ist grundsätzliche auch für andere Nationen offen. Neben der Teilnahme der deutschen und ungarischen Logistiker wird sich auch in diesem Jahr Kroatien mit logistischen Kräften beteiligen. Derzeit nimmt Kroatien im Status eines Beobachterstaates am Informations- und Expertenaustausch sowie ausgewählten Vorhaben teil. Ab dem nächsten Jahr beabsichtigt Kroatien als aktiver Teilnehmer an der Strukturierten Partnerschaft in der Logistik mitzuwirken. Dies stellt den nächsten Entwicklungsschritt, um logistische Durchhaltefähigkeit und Interoperabilität für Übungen und Einsätze im Aufgabenspektrum der NATO weiter zu steigern.

von Christian Wolf  E-Mail schreiben

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