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Truppenübungsplatz Oberlausitz: Mehr als nur Schießen

Truppenübungsplatz Oberlausitz: Mehr als nur Schießen

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Datum:
Ort:
Sachsen
Lesedauer:
3 MIN

Normalerweise durchqueren befreundete Streitkräfte Deutschland und die Bundeswehr leistet logistische Unterstützung. Bei „Defender Europe 2022“ erweitert der Truppenübungsplatz Oberlausitz diesen „Host Nation Support“ um die Komponente „Gefechtsschießen“: Deutsche Panzergrenadiere üben mit einem USUnited States-Bataillon erstmals auf diesem Übungsplatz.

Zwei Soldaten beim Schießen in der Dünenlandschaft des Truppenübungsplatzes Oberlausitz.

Der Truppenübungsplatz Oberlausitz: Flache Ebenen, geschlossene, sehr sandige Dünenlandschaften. Hier haben der Schießführer und seine Schützin das Ziel klar vor Augen.

Bundeswehr/Ralf Heberer

Der Truppenübungsplatz Oberlausitz: Auf den Schießbahnen findet die Übungstruppe hier, neben flachen Ebenen, ebenfalls geschlossene, sehr sandige Dünenlandschaften vor, die teilweise durch steile Hänge begrenzt werden. Ein guter Platz für die Panzer- und Panzergrenadiertruppe. Bereits seit ein paar Jahren gehört nicht nur „Schießen“ zum Angebot des Übungsplatzes: Spätestens seit der USUnited States-Verlegeübung „Atlantic Resolve“ ist mit der östlichen Lage des Platzes auch der „Host Nation Support“ (HNSHost Nation Support) ein fester Bestandteil des Portfolios des Dienstleisters „Truppenübungsplatz Oberlausitz“ geworden. Mit HNSHost Nation Support bezeichnet man übrigens in der NATO die zivile und militärische Unterstützung alliierter sowie befreundeter Streitkräfte durch ein Gastland. Neu ist dabei die Kombination von HNSHost Nation Support und Gefechtsschießen. Diese hat nun bei der Übung „Defender 2022“ in der Oberlausitz Anwendung gefunden. Und diese Verknüpfung funktioniert. Das zeigen die sehr ansprechenden Schießergebnisse der gemischten, deutsch-amerikanischen Kompanien. 

Was geht – was geht nicht

Mit Oberstleutnant René Pierschel führt ein sehr erfahrener Kommandant die Truppenübungsplatzkommandantur Oberlausitz. Angesprochen auf die wesentliche Aufgabe stellt er fest: „Wir prüfen, in enger Zusammenarbeit mit der Übungstruppe, was geht und was möglich gemacht werden kann. Und wo, in der Regel bei der Schießsicherheit bzw. den Schießbahnbegrenzungen, etwas nicht geht.“

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Deshalb verwundert es nicht, dass der deutsche Anteil der Übungstruppe von „Defender 2022“ bereits im November zur Erkundung auf dem Platz war. Zusammen mit den Profis der Kommandantur wurden gedachte Übungsverläufe besprochen und geprüft, ob sie so umsetzbar sind. Mit einer Breite von circa 2.500 Metern und einer Vorgehtiefe von ungefähr 5.500 Metern führte man dann als „Ergebnis“ die Schießbahnen „2“ und „3“ als das neue gewünschte Gefechtsfeld zusammen.

Zwei Nationen, ein Leitverband

Das Panzergrenadierbataillon 212, beheimatet im ostwestfälischen Augustdorf, war als Leitverband der binationalen Übung „Defender 2022“ früh festgelegt. Somit liefen alle Absprachen über die „212-er“, was die Zusammenarbeit zwischen Übungsplatz und -truppe in der Form erleichterte, dass es für beide Seiten nur einen Ansprechpartner gab. Selbstverständlich wurden auch die Vorstellungen der USUnited States Army berücksichtigt. Soldatinnen und Soldaten waren zur Erkundung zusammen mit den deutschen Kameradinnen und Kameraden mit vor Ort. So wurde beispielweise auf Wunsch der Amerikaner ein Stellungssystem im hinteren Teil des Gefechtsfeldes neu ausgehoben. Das notwendige Material und Werkzeug zum Aufbau brachte die Army selber mit – im Training nutzten anschließend auch die deutschen Panzergrenadiere die Möglichkeit, hier den Einbruch in vorbereitete Stellungen zu üben.

Was macht den Übungsplatz besonders?

Zwei Kampfhubschrauber TIGER mit Bodenpersonal.

Die Heeresflieger schätzen für den Kampfhubschrauber Tiger ebenfalls die Besonderheiten des Platzes auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz.

Bundeswehr/Marco Dorow
Ein Soldat kniet neben dem Maschinengewehr M3M auf der Rampe des Transporthubschraubers CH-53.

Auch möglich auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz: Ein Doorgunner trainiert für den Einsatz den Umgang mit dem Maschinengewehr M3M auf der Rampe des Transporthubschraubers CH-53.

Bundeswehr/Philipp Rabe

Dass der Truppenübungsplatz über ein paar Besonderheiten verfügt, soll nicht verschwiegen werden. Zunächst die Lage und Ausrichtung: Der „klassische“ Truppenübungsplatz hat, grob gesprochen, die Form eines Kreises. So sind alle Schießbahnen auf die Mitte ausgerichtet. Der Platz in der Oberlausitz ist im Gegensatz dazu wie ein Rechteck geschnitten. Die Ost-West-Ausdehnung beträgt circa 40 Kilometer, Nord-Süd ungefähr 10 Kilometer. Diese rechteckige Form resultiert aus einer nördlichen sowie einer südlichen Begrenzung: In der Region gibt es einen aktiven Tagebau, jeweils an den Grenzen des Truppenübungsplatzes. Somit kann zwar nicht von überall „in die Mitte“ geschossen werden, aber 40 Kilometer bieten eine extrem lange Vorgehtiefe für gepanzerte Verbände. Einen weiteren Vorteil hat die Oberlausitz: Die Heeresflieger schätzen für den Kampfhubschrauber Tiger ebenfalls die Besonderheiten des Platzes. Ebenso erfolgt in der Oberlausitz die Ausbildung der „Doorgunner“ (MG-Schützen von Transporthubschraubern).

Drohnen sind willkommen

Zwei getarnte Soldaten im Wald.

Kooperation: Dem Technologiestützpunkt „Tarnen und Täuschen“ aus Storkow bietet das Gelände der Oberlausitz optimale Voraussetzungen.

Bundeswehr/Jana Neumann

Die Oberlausitz bietet auch für neueste Bundeswehrtechnik die notwendigen Übungs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Der Platz eignet sich hervorragend für einen weiträumigen Drohneneinsatz bzw. zur Luftbildauswertung der entsprechenden Drohnenbilder. Das Ausbildungszentrum für abbildende Aufklärung der Luftwaffe (AZAALw) nutzt die vielfältigen Möglichkeiten in der Oberlausitz häufig. Im AZAALw ist nämlich die Ausbildung für den Luftbilddienst der Bundeswehr angesiedelt. Die enge Kooperation von AZAALw und Truppenübungsplatz unterstützt eine weitere Dienststelle der Bundeswehr: Die Außenstelle des Ausbildungszentrum „Munster“, genauer der Technologiestützpunkt „Tarnen und Täuschen“ aus Storkow. Deren Modelle ergeben in Kombination mit dem Gelände des Truppenübungsplatzes Oberlausitz optimale Voraussetzungen, um Bediener an allen Drohnenmuster auszubilden.

von Ralf Heberer  E-Mail schreiben

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