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Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Logistikbataillon 172

Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Logistikbataillon 172

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Seit wenigen Tagen im Amt, hat Verteidigungsministerin Christine Lambrecht heute erstmals die Truppe besucht. Im Logistikbataillon 172 in Beelitz würdigte sie die Einsatzbereitschaft und Motivation der Soldatinnen und Soldaten, kündigte eine Reform des Beschaffungswesens an und hob die Bedeutung der Bundeswehr als Parlamentsarmee hervor.

Ministerin Lambrecht, General Schelleis und Frau Oberstleutnant Buresch-Hamann im Gespräch

Die neue Verteidigungsministerin lässt sich von der Kommandeurin, Frau Oberstleutnant Anja Buresch-Hamann, und General Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis, die logistischen Fähigkeiten des Bataillons zeigen

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Am Vormittag hatte sich die Ministerin bereits im Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Schwielowsee einen Überblick über die aktuellen Auslandseinsätze und die Lage in den Einsatzgebieten informiert. Dass der erste Truppenbesuch seit ihrer Amtseinführung in ein Logistikbataillon führte, war kein Zufall. „Die Logistik ist das A und O dafür, dass überhaupt gearbeitet werden kann, sowohl im Inland als auch im Ausland“, sagte die Ministerin. 

In Beelitz führte Lambrecht Gespräche mit Soldatinnen und Soldaten und ließ sich die logistischen Fähigkeiten des Bataillons zeigen und erklären. Die Verteidigungsministerin betonte, wie wichtig ihr persönliche Gespräche gerade zu Beginn ihrer Tätigkeit seien: „Ich bin die Neue. Das kam für viele überraschend. Aber ich stelle mich der Herausforderung, für 260.000 Menschen verantwortlich zu sein. Es wird viel über Sie geredet, aber mir ist es wichtig, auch mit Ihnen zu reden.“

Lambrecht würdigt Einsatzbereitschaft und Motivation

Im Logistikbataillon 172 dienen derzeit rund 875 Frauen und Männer. Neben ihrem Kernauftrag, als logistische Basis im Inland Nachschub und Versorgung der Truppe im Einsatz zu gewährleisten, unterstützten in den vergangenen Monaten zahlreiche Soldatinnen und Soldaten des Bataillons im Kampf gegen die Corona-Pandemie und bei der Bewältigung der Flutkatastrophe im Ahrtal

Ihnen zollte die Verteidigungsministerin großen Respekt: „Ihre hohe Motivation und Einsatzbereitschaft werden wahrgenommen.“ Zugleich verwies Lambrecht darauf, dass sie sich in der Verantwortung sehe, dass diese Einsätze, ob in der Amtshilfe, im alltäglichen Dienst oder im Ausland, überhaupt geleistet werden können: „Die Voraussetzungen müssen stimmen. Das fängt mit der Infrastruktur und der Ausrüstung an. Hier müssen wir im Beschaffungswesen neue Wege überlegen und auch gehen.“

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Ein Truppenbesuch führte die neue Verteidigungsministerin Christine Lambrecht zum Logistikbataillon 172 nach Beelitz. Dort tauschte sie sich mit Soldatinnen und Soldaten aus und verabschiedete einige Kameradinnen und Kameraden in den Einsatz.

Hohe Belastung durch Amtshilfe und NRFNATO Response Force-Vorbereitung

Bei ihrem Besuch in Beelitz sprach Christine Lambrecht auch mit Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis und Nationaler Territorialer Befehlshaber der Bundeswehr, und Frau Oberstleutnant Anja Buresch-Hamann, seit Anfang 2021 Kommandeurin des Logistikbataillons 172. In beiden Gesprächen bildeten die umfassende Amtshilfe der Truppe in der Pandemiebekämpfung einen Themenschwerpunkt.

Zugleich wurde über das Spannungsfeld zum Kernauftrag der Bundeswehr, insbesondere die anstehende einsatzgleiche Verpflichtung in der schnellen Eingreiftruppe NATO Response Force (NRFNATO Response Force) 2022 bis 2024, gesprochen. Auch das Logistikbataillon 172 stellt in großem Umfang nationale Unterstützungskräfte für die NRFNATO Response Force bereit.

Buresch-Hamann sagte: „Die Aufgaben meiner Soldatinnen und Soldaten sind vielfältig und fordernd, nicht erst seit es das Coronavirus gibt, aber besonders unter Pandemiebedingungen.“ Gegenüber der Ministerin sprach die Kommandeurin neben der hohen Arbeitsbelastung auch Ausrüstungsmängel an: „Ein moderner Arbeitgeber braucht moderne Infrastruktur. Wir haben hervorragende Ausrüstung. Aber sie kommt in homöopathischen Dosen. Das hemmt den Auftrag.“ 

In Formation angetretene Soldatinnen und Soldaten in der Dämmerung

Verabschiedungsappell für Teile des Bataillons in den Auslandseinsatz: Hierbei würdigte die Ministerin auch den Einsatz der rund 200 Soldatinnen und Soldaten, die ab Jahresanfang 2022 als nationale Unterstützungskräfte für die NRFNATO Response Force geplant sind

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Einsätze: „Sie sind dort im Namen unseres Landes“

Zum Abschluss ihres Besuchs nahm die Verteidigungsministerin am Verabschiedungsappell des Logistikbataillons 172 für 14 Soldaten teil, die in Kürze ihren Auslandseinsatz in Irak, Kosovo, Libanon und Mali antreten werden. Hierbei würdigte sie auch den Einsatz der rund 200 Soldatinnen und Soldaten, die ab Jahresanfang 2022 als nationale Unterstützungskräfte für die NRFNATO Response Force geplant sind: „Ab Januar werden Sie für drei Jahre das logistische Rückgrat der NATO Response Force sein.“ Die Beteiligung an der NRFNATO Response Force sei sichtbares Zeichen und Ausdruck der Verantwortung Deutschlands seinen Partnern und Verbündeten gegenüber.

Dabei hob Ministerin Lambrecht die Bedeutung der Bundeswehr als Parlamentsarmee hervor. Zu den angetretenen Soldatinnen und Soldaten sagte sie: „Egal, welcher Einsatz, Sie sind dort im Namen unseres Landes. Sie sind dort, weil der Deutsche Bundestag diesem Einsatz zugestimmt hat.“ Die Zustimmung des Parlamentes begründe aber nicht nur den Auftrag der Bundeswehr, aus ihr erwachse zugleich die Verpflichtung der Politik, die Soldatinnen und Soldaten bestmöglich vorzubereiten und auszustatten. Dazu zählen aus Sicht der Ministerin nicht nur eine solide finanzielle Grundlage und ein besseres Beschaffungswesen, sondern vor allem auch Wertschätzung und Respekt für die Leistungen der Bundeswehr in der Breite der Gesellschaft. 

Zugleich richtete sie einen Appell an die Truppe, gegenüber jeder Art von Extremismus in der Bundeswehr „eine klare Kante“ zu zeigen: „Denn auch das gehört zur Bundeswehr. Mit beiden Beinen fest auf dem Boden des Grundgesetzes zu stehen. Dass man die Werte lebt, für die man kämpft.“

von Simona Boyer

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