Im Einsatz für die Kriegsgräberfürsorge in Litauen

Im Einsatz für die Kriegsgräberfürsorge in Litauen

Datum:
Ort:
Litauen
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3 MIN

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Ein Jahr lang musste aufgrund der Einschränkungen durch die Coronapandemie pausiert werden. Doch jetzt ist ein Team des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr (EFK) wieder für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.eingetragener Verein im Einsatz gewesen. Dieses Jahr ging es für die neun Soldatinnen und Soldaten unter der Leitung des Kommandoführers Stabsfeldwebel Jens Schulze nach Litauen. Nahe der Grenze zu Weißrussland haben sie Soldatenfriedhöfe aus dem Ersten Weltkrieg gepflegt und teilweise restauriert.

Eine Gruppe von Soldaten in Uniform steht im Halbkreis auf einem Friedhof

Der Kommandoführer aus dem Einsatzführungskommando, Stabsfeldwebel Jens Schulze, weist in die Arbeiten auf dem Friedhof ein

Bundeswehr/Norman Ulrich

Die Vorbereitungen für den diesjährigen Einsatz begannen bereits im Juni. Nach einem Jahr Pause aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Verordnungen hat der Kommandoführer für die Teilnehmenden des EFK, Stabsfeldwebel Jens Schulze, mit einem Vorkommando die Örtlichkeiten des Einsatzes erkundet. Aufgrund der regional sehr unterschiedlichen Corona-Verordnungen waren langfristige Planungen kaum möglich.

Noch zwei Wochen vor der geplanten Reise war nicht sicher, ob der diesjährige Einsatz überhaupt stattfinden kann. Glücklicherweise ist es aber möglich. So geht es für das EFK-Team in diesem Jahr in den östlichsten Teil Litauens. Unmittelbar an der Grenze zu Weißrussland sind Gräber gefallener deutscher Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg aufzubereiten. Für Deutschland ist die Unterstützung des Volksbundes von besonderem staatlichen Interesse.

Mit Gottes Segen auf die lange Reise

Ein großes Holzkreuz lehnt an einem Baum. Daneben stehen zwei Pfarrer

Die Militärseelsorger des Einsatzführungskommandos segnen das Kreuz vor der Fahrt und geben ihren Reisesegen

Bundeswehr/Florian Sorge

Auch in diesem Jahr gehört es zur Vorbereitung ein großes Holzkreuz anzufertigen. Diese Kreuze wurden in vergangenen Einsätzen nach feierlichen Zeremonien auf dem hergerichteten Soldatenfriedhof hinterlassen. In diesem Jahr übernimmt ein Teilnehmer den Bau des Kreuzes. Noch im EFK segnen der evangelische Militärpfarrer Michael Schröder und sein katholischer Kollege Stephan Frank bei einer feierlichen Zeremonie das Kreuz und geben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihren Reisesegen.

Mit Kraftfahrzeugen der Bundeswehr geht es mit reichlich Werkzeug und Gerät ausgestattet zum Zwischenziel nach Polen. Aufgrund der Distanz von ungefähr 1.300 Kilometern steht in Sorkwity nach etwa der Hälfte der Strecke eine Übernachtung an. Ausgeruht und gestärkt werden am folgenden Tag auch die restlichen Kilometer der Wegstrecke bis zum Ort der Unterkunft in Šventa in Litauen gemeistert.

Unterstützung aus Ostfriesland

Zwei Soldaten legen einen Grabstein frei

Vorsichtig werden über Hundert Grabsteine freigelegt, gereinigt und teilweise repariert

Bundeswehr/Thomas Hufnagel

Novum bei diesem Einsatz für die Kriegsgräberfürsorge ist das gemeinsame Bearbeiten der Grabstellen mit einem weiteren Kommando der Bundeswehr. Außerdem hat die Schulleitung des örtlichen Gymnasiums Besuche von Schulklassen organisiert. Die Schülerinnen und Schüler sollen aber nicht nur bei der Arbeit zusehen, sondern ebenfalls mit anpacken. Dabei werden den Gymnasiasten die praktischen Arbeiten nähergebracht und sie können sich mit dem Auftrag des Volksbundes vertraut machen. Auf diese Weise wird auch das Interesse an der Geschichte geweckt. Für die beiden Kommandos der Bundeswehr aus Leer und Schwielowsee ist das eine willkommene Abwechslung – und die Arbeiten können schneller als geplant erledigt werden.

Mit feierlicher Zeremonie endet der Einsatz

Mehrere Reihen von flachen Grabsteinen, auf denen jeweils ein Glas mit einer Kerze steht

Kein Vergleich zu vorher: Am Ende des Einsatzes sind alle Grabsteine ausgerichtet und deutlich erkennbar

Bundeswehr/Thomas Hufnagel

Insgesamt werden über 160 Grabstellen gereinigt, begradigt, überwiegend angehoben, unterfüttert und teilweise auch repariert. Das in Deutschland gebaute Kreuz wird wie geplant aufgestellt. Es findet auf einem kleinen Friedhof nach einer kurzen Zeremonie mit Kranzniederlegung seinen dauerhaften Platz.
Auf dem Hauptfriedhof wird am Ende des Einsatzes eine Zeremonie durchgeführt. Neben örtlichen Vertretern der Gemeinde, der Schule, dem Beauftragten des Volksbundes für Litauen sowie einem Vertreter des Kulturministeriums aus Vilnius sind weitere interessierte Gäste vor Ort. Nach mehreren Reden, großem Dank der Offiziellen, Musikstücken mit einem landestypischen Musikinstrument, der Kantele, sowie dem Vortrag zum Totengedenken ist der Einsatz in diesem Jahr zur Zufriedenheit aller beendet.





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von Thomas  Hufnagel

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