Zwei Radpanzer fahren hintereinander auf einer Straße.

Auftrag des Territorialen Führungskommandos

Heimatschutz, Amtshilfe, aber auch die Unterstützung alliierter und befreundeter Streitkräfte: Für diese Aufgaben der Bundeswehr in Deutschland gibt es nun das Territoriale Führungskommando in Berlin. Denn schnelle und kurze Wege und vor allem die Reduktion auf nur eine feste Ansprechstelle können in Krisen und Katastrophen entscheidend sein.

Was macht das Territoriale Führungskommando?

Das Territoriale Führungskommando ist insbesondere für die Führung und Koordination von Einsätzen der Bundeswehr im Heimatschutz zuständig. Dahinter verbirgt sich in Friedenszeiten zum Beispiel die Amts- und Katastrophenhilfe wie im Falle der Flutkatastrophe an der Ahr oder der umfänglichen Unterstützungsleistungen in der Corona-Krise. Aber auch der Aufbau und die Ausbildung von Reservistinnen und Reservisten des Heimatschutzes und der territorialen Reserve sind wichtige Bestandteile der Aufgaben des Territorialen Führungskommandos.

Über den Heimatschutz hinaus nimmt es die Aufgaben des aufmarschführenden Kommandos wahr. Sprich, es ist für die Zusammenführung von Material und Personal verschiedener Bereiche der Bundeswehr in Deutschland verantwortlich, um diese dann an den jeweiligen Einsatzort zu bringen. Diese Gesamtkoordination übernimmt das Territoriale Führungskommando.

Gleiches gilt für die Unterstützung von alliierten und befreundeten Nationen bei ihrem Transit oder Aufenthalt in Deutschland. Dieser Host Nation Support ist ebenso wie der Heimatschutz eine Aufgabe, die in enger Abstimmung und Absprache mit den Bundesländern erfolgt. Kommt es beispielsweise zum Bündnisfall mit Spannungsfall (Glossar), liegen die Aufgaben des Territorialen Führungskommandos in der Nationalen Territorialen Verteidigung.

Frieden – Krise – Krieg – Hybrid

Neben dem Heimatschutz in Friedenszeiten gilt es auch, in Krisenzeiten oder im Falle der Landes- und Bündnisverteidigung wichtige Aufgaben innerhalb Deutschlands zu erfüllen. Eine funktionierende Führungsstruktur, die schnell und zielführend in allen Spektren arbeiten kann, ist dafür unumgänglich. Bevor in Deutschland beispielsweise der Spannungsfall aufgerufen würde, kann es auch dazu kommen, dass zwar ein Fall der Bündnisverteidigung besteht, Deutschland aber wie auch jetzt im Friedenszustand ist. Dann gilt es vor allem im Host Nation Support, in der Sicherung verteidigungskritischer Infrastruktur oder auch in der Organisation der Verlegung deutscher Anteile, die jeweiligen Länder- und Bundeszuständigkeiten in die Planungen zu integrieren. Eine Fachexpertise, die beim Territorialen Führungskommando liegt.

Es gilt heute, die Grundlagen zu schaffen, um möglichst schnell für verschiedene Szenarien aufgestellt zu sein. Schon jetzt müssen die Schnittstellen zu Bund und Ländern etabliert, Bewusstsein aufgebaut und Beziehungen vertieft werden, um bei einer veränderten Lage schnell und zielbewusst handeln zu können. An den Grenzen zwischen äußerer und innerer Sicherheit und der Zuständigkeiten der einzelnen Akteure für die Sicherheit Deutschlands, machen vor allem hybride Bedrohungen die enge Abstimmung und die Fähigkeit zur schnellen Reaktion in einem guten Netzwerk besonders bedeutsam.

Nationaler Territorialer Befehlshaber

Hinter den nationalen territorialen Aufgaben der Bundeswehr verbergen sich Aufgaben wie der Heimatschutz, die Unterstützung von Partnernationen während ihrer Verlegung durch Deutschland (Host Nation Support) oder auch die Koordination des Aufmarsches von Kräften in Deutschland. Diese Aufgaben liegen in der Verantwortung des Nationalen Territorialen Befehlshabers. Diesem sind neben den regulären 22 Dienststellen des Kommandobereichs bei Bedarf auch Soldatinnen und Soldaten anderer Bereiche der Bundeswehr unterstellt.

Wird also beispielsweise bei einer Naturkatastrophe Unterstützung der Bundeswehr benötigt, führt der Nationale Territoriale Befehlshaber alle in der Amtshilfe eingesetzten Soldatinnen und Soldaten, auch jene beispielsweise aus dem Heer oder der Luftwaffe. Diese koordiniert er dann, um schnell und effektiv die richtigen Menschen und das richtige Material dorthin zu bringen, wo die Hilfe angefordert wurde. Die Bundeswehr leistet so auch einen wesentlichen Beitrag zur gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.

Verteidigungsministerin Lambrecht steht an einem Geländer
Christine Lambrecht , Bundesministerin der Verteidigung Bundeswehr
„Mit dem neuen Kommando können wir über die rein militärischen Aufgaben hinaus sehr schnell die nötigen Kräfte für einen nationalen Krisenstab bereitstellen, wenn das notwendig ist, etwa im Falle von Hochwasserkatastrophen oder wie in der COVID-Pandemie.“

Eine weitere Aufgabe des Territorialen Führungskommandos ist aus den Erfahrungen der jüngsten Hochwasserkatastrophe und der Arbeit des Corona- Krisenstabes im Bundeskanzleramt erwachsen. In besonderen Situationen muss es möglich sein, einen nationalen Krisenstab für die Bundesregierung bereit zu stellen, der zügig seine Arbeit aufnehmen kann. Angesichts der aktuellen Situation wird diese Aufgabe bereits während der Aufstellung des neuen Kommandos integriert und gewährleistet.