Freiwilliger Wehrdienst (M/W/D): Chance statt Pflicht

Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit. Der Schutz Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger bleibt auch in Zukunft der zentrale Auftrag der Bundeswehr. Jeder kann etwas dafür tun, unsere Werte zu verteidigen und unser Leben in Frieden und Freiheit zu bewahren. Der freiwillige Wehrdienst ist dafür eine Möglichkeit – und attraktiv dazu.

Zwei Soldaten auf der Hindernisbahn, weitere Soldaten sehen im Hintergrund zu
Bundeswehr/Jane Schmidt

Freiwilliger Wehrdienst statt Wehrpflicht

Mit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 wurde die Bundeswehr in eine Freiwilligenarmee umgewandelt. Die Einführung des freiwilligen Wehrdienstes (FWDFreiwilliger Wehrdienst) war Kern dieser Umstellung. Dieser Dienst verbindet staatsbürgerliches Engagement mit dem „Kennenlernen“ der Truppe und des Soldatseins. Interessierte haben die Möglichkeit, mit einer Verpflichtungszeit von sieben bis 23 Monaten die Truppe kennenzulernen, ohne sich gleich für mehrere Jahre verpflichten zu müssen. Dabei sind die ersten sechs Monate eine Probezeit, in denen beidseitig eine Kündigung möglich ist. Um freiwilligen Wehrdienst leisten zu dürfen, muss man mindestens 17 Jahre alt sein, die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Auch die Bereitschaft, nach erfolgter Ausbildung an Auslandseinsätzen teilzunehmen, gehört dazu.

Soldatin Uniform an

Rund 8.000 Frauen und Männer leisten aktuell freiwillig Wehrdienst.

Bundeswehr/Jane Hannemann

Vielfältige Möglichkeiten im freiwilligen Wehrdienst

Freiwillig Wehrdienstleistende dienen in der Mannschaftslaufbahn. Wie jede militärische Laufbahn bei der Bundeswehr beginnt auch der freiwillige Wehrdienst mit einer dreimonatigen Grundausbildung in einer Rekrutenkompanie. Ausbildungsziel ist eine „Allgemeinmilitärische Grundbefähigung“ aller Rekrutinnen und Rekruten. Im weitesten Sinne werden sie zu Infanteristen ausgebildet, gleichgültig welcher Teilstreitkraft sie angehören. Danach geht es für die Soldaten und Soldatinnen in ihre Stammeinheit. Dort folgt eine in der Regel dreimonatige Dienstpostenausbildung. Die jungen Frauen und Männer lernen, eine bestimmte Fachtätigkeit auszuführen. Ob Panzergrenadier im Heer, Flugabwehrraketensoldat in der Luftwaffe, Navigationssoldatin in der Marine, Stabsdienstsoldat im Sanitätsdienst oder Protokollsoldatin in der Streitkräftebasis – die Möglichkeiten, sich nach der Grundausbildung zu spezialisieren, sind zahlreich.

So unterschiedlich und vielfältig die Ausbildungswege nach der Grundausbildung sind, gibt es doch auch Gemeinsamkeiten über die Teilstreitkräfte hinweg. Politische Bildung, Lebenskundlicher Unterricht, Sport, ABCAtomar, Biologisch, Chemisch- und Sanitätsausbildung sowie einsatzvorbereitende Ausbildungsabschnitte sind häufige Themen in der Truppe. Noch während des freiwilligen Wehrdienstes können sowohl die Bundeswehr als auch der Wehrdienstleistende entscheiden, ob eine weitere Verpflichtung angestrebt wird.

Soldat sitzt vor Geräten auf Brücke eines Tenders

Auch freiwillig Wehrdienstleistende übernehmen bereits verantwortungsvolle Aufgaben.

Bundeswehr/Sascha Jonack

Mehr Geld für freiwilligen Wehrdienst

Das Einstiegsgehalt beim freiwilligen Wehrdienst beträgt knapp 840 Euro netto. Nach der Grundausbildung steigt der Wehrsold kontinuierlich an. Hinzu kommen Sachleistungen wie die unentgeltliche Unterkunft, Verpflegung und truppenärztliche Versorgung. Ab dem 1. Januar 2020 können sich die rund 8.000 freiwillig Wehrdienstleistenden auf eine Anhebung ihres Wehrsolds einstellen. Der monatliche Wehrsold im untersten Dienstgrad (derzeit 840 Euro plus etwa 500 Euro Sachleistung) beträgt künftig 1.500 Euro. Er steigt gestaffelt nach Dienstgraden bis zum Hauptgefreiten auf 1.900 Euro, was etwa 80 Prozent des Grundgehaltes einer Soldatin oder eines Soldaten auf Zeit im gleichen Dienstgrad entspricht. Zudem wird der Wehrsold des freiwilligen Wehrdienstes künftig im Gleichklang mit der Besoldung der Soldatinnen und Soldaten auf Zeit erhöht.

Wieviel verdienen freiwilligen Wehrdienstleistende?

Wehrsoldtagesatz

Wehrdienstzuschlag

Wehrsold gesamt

1.-3. Monat

11,41 €

16,50 €

837,30 €

4.-6. Monat

12,18 €

16,50 €

860,40 €

7.-12. Monat

12,95 €

22,50 €

1063,50 €

13.-18. Monat

13,71 €

24,50 €

1146,30 €

19.-23. Monat

13,71 €

26,50 €

1206,30 €

Anmerkung: Der Wehrdienstzuschlag wird immer im Folgemonat ausgezahlt.

Folgende Leistungen werden darüber hinaus gewährt:

  • Unentgeltliche truppenärztliche Versorgung
  • Unentgeltliche Verpflegung
  • Unentgeltliche Unterkunft
  • Kostenfreie Zugfahrt in der 2. Klasse zwischen Standort und Wohnung
  • Entlassungsgeld 96,00 € / Monat (vorausgesetzt, dass mindestens sechs Monate und einen Tag gedient wurde)


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